{"id":96,"date":"2014-05-03T03:51:57","date_gmt":"2014-05-03T03:51:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=96"},"modified":"2014-05-03T18:03:40","modified_gmt":"2014-05-03T18:03:40","slug":"non-ti-preoccupare-unser-faktotum-massimo","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=96","title":{"rendered":"Non ti preoccupare! Unser Faktotum Massimo"},"content":{"rendered":"<p>Schon der Name sagt alles: Massimo, der Gr\u00f6\u00dfte, der Inbegriff, das Maximum. Massimiliano hei\u00dft der Portiere unseres Condominios, das \u2013 ich erw\u00e4hnte das bereits \u2013 in keiner schicken, gar trendigen Gegend von Rom liegt. Unser Condominio am Ziegenberg wurde in den Siebziger Jahren von findigen Projektentwicklern auf die legend\u00e4ren gr\u00fcnen Wiesen am Rande der sich ausbreitenden Gro\u00dfstadt Rom gepflanzt. Zahlreiche Ziegen haben, wie der Name nahe legt, dabei ihre Heimat verloren. Die Lage war es, die diesen Ort mit der gef\u00e4hrlichen N\u00e4he zur Magliana so attraktiv gemacht hat. Ziemlich genau auf der H\u00e4lfte zwischen Centro und Flughafen, ausgestattet mit einem riesigen Park und einem gro\u00dfen Schwimmbad war die Zielgruppe der ersten Stunde der gut verdienende Pilot. Viele Wassersch\u00e4den sp\u00e4ter sollten wir unseren h\u00f6chstpers\u00f6nlichen Piloten, der mit seiner Frau unter uns wohnt, nicht mehr als reine Bereicherung empfinden k\u00f6nnen. Aber das ist einen eigenen Blogbeitrag wert.<\/p>\n<p>Zur\u00fcck zum Condominio. Um die unsch\u00e4tzbare Bedeutung von Massimo verstehen zu k\u00f6nnen, muss man wissen, dass der Beruf des Hausverwalters in Italien kein sehr angenehmer ist. F\u00fchren sich Hausverwalter in Deutschland gerne wie Eigent\u00fcmer der Wohnbl\u00f6cke, die sie lediglich verwalten sollen, auf, hat der italienische Hausverwalter mit wesensimmanenten Widrigkeiten der zu Verwaltenden von ganz substanzieller Art zu k\u00e4mpfen. Der italienische B\u00fcrger wohnt nicht umsonst fast ausschlie\u00dflich im Eigentum, w\u00fcrde am liebsten alles, was er isst noch selbst anbauen und l\u00e4sst seinen Pass nur bei der Freundin des Cousins verl\u00e4ngern. Das alles hat einen einfachen Grund: v\u00f6llig zurecht misstraut er allem, was \u00fcber die erweiterte Familie hinaus geht. Diese Unm\u00f6glichkeit, Italiener f\u00fcr das Gemeinwohl zu begeistern, nimmt auch dem engagiertesten Hausverwalter nach ein paar Jahren den Schwung. Er resigniert und l\u00e4sst zur Strafe seine im Zuge der vergeblichen Verwaltungsversuche vernachl\u00e4ssigte Brut auf die Hausgemeinschaft los. Denen obliegt es nun jeden Sommer, den Poolwart von seiner Aufsichtspflicht durch endlose Kartenspiele abzuhalten oder Hundebesitzer mit Plastikrevolvern in Atem zu halten.<\/p>\n<p>Praktisches und menschliches Bindeglied zwischen den so entstandenen Fronten ist der Portiere. Und unserer im Besonderen. Ich wei\u00df es nicht, wie es ging, auch wieder eine solche Beziehung, bei der man den Anfang nicht genau kennt, aber ohne Massimo w\u00e4re unser Leben, vor allem unser Nicht-Leben hier, unvorstellbar. Sind wir nicht da, k\u00fcmmert er sich mit seiner etwas bulligen Art darum, dass keiner auf dumme Gedanken kommt, die Bew\u00e4sserungsanlage auf volle Pulle l\u00e4uft und alles seinen geregelten Gang geht.<\/p>\n<p>Und obwohl er den Gro\u00dfteil der materiellen und immateriellen Segnungen meiner Initiative verdankt, ist es mein Mann, an dem einen Narren gefressen hat. Liegt vermutlich an dessen gleichm\u00e4\u00dfig freundlicher Art. Mich kann Massimo durchaus hoch auf die Palme bringen. Das ist bei meiner Terrasse einfach. Sind ein paar Bl\u00e4tter welk oder gelb, bekomme ich legend\u00e4re Tobsuchtsanf\u00e4lle, die sich aber sehr rasch auch wieder legen. Mein Mann sch\u00fcttet dann noch \u00d6l ins Feuer, indem er Massimo wie einen Heiligen verteidigt und schon sind wir mitten in einem Drama epischen Ausma\u00dfes, weil ihm Massimo wichtiger ist als meine Pflanzen und mein Seelenheil. Jede Ehe braucht ihre standardisierten Schauk\u00e4mpfe.<\/p>\n<p>Da Massimo aus den rauen Abbruzzen kommt, tr\u00e4gt er das alles mit stoischer Ruhe. Manchmal sagt er meinem Mann, dass er sich ein wenig vor mir f\u00fcrchtet, aber ganz ehrlich, das muss ich als Kompliment f\u00fcr meine Anpassungsf\u00e4higkeit ans italienische Leben auffassen, denn ich kenne keinen Italiener, der nicht eine tief verwurzelte Furcht vor der Mamma oder der Ehefrau hat.<\/p>\n<p>Und ganz so schlimm kann ich gar nicht sein, immerhin sind wir heute als quasi Einzige zur Kommunion seiner Tochter eingeladen. Mehr davon in K\u00fcrze.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon der Name sagt alles: Massimo, der Gr\u00f6\u00dfte, der Inbegriff, das Maximum. Massimiliano hei\u00dft der Portiere unseres Condominios, das \u2013 ich erw\u00e4hnte das bereits \u2013 in keiner schicken, gar trendigen Gegend von Rom liegt. 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