{"id":776,"date":"2014-09-09T13:01:10","date_gmt":"2014-09-09T13:01:10","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=776"},"modified":"2014-09-09T13:01:10","modified_gmt":"2014-09-09T13:01:10","slug":"markttag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=776","title":{"rendered":"Markttag"},"content":{"rendered":"<p>Seit heute wei\u00df ich, wo ich hin muss, sollte ich mal etwas ganz arg Ausgefallenes brauchen oder m\u00f6gen. Auch Lebensmittel, deren Namen in noch nie geh\u00f6rt hatte oder gar nicht wusste, dass es sie \u00fcberhaupt gibt, k\u00f6nnte ich jetzt kaufen. Das ist beruhigend. Ich habe heute n\u00e4mlich eine Tour durch drei Lebensmittelm\u00e4rkte in Rom gemacht. Es musste vormittags sein, ab halb zwei, zwei haben sie geschlossen. Zuerst war ich auf dem Markt, der leider nicht mehr auf dem gro\u00dfen Platz Vittorio Emanuele ist, sondern in eine Halle verlegt wurde. Als ich das erste Mal in Rom war, vor fast zwanzig Jahren, bin ich mehr durch Zufall als geplant auf diesen Freiluftmarkt geraten und hab mich sofort verliebt. Wie herrlich m\u00fcsste es sein, seine Tomaten ganz selbstverst\u00e4ndlich dort einzukaufen, dachte ich mir. Es gab alles Essbare, das man sich in Italien vorstellen konnte. Heute hat sozusagen Asien \u00fcbernommen und auf italienisch ist schwer durchzukommen. Auch die Tiere, die angeboten werden, entsprechen nicht ausschlie\u00dflich der italienischen K\u00fcche. Die Preise sind erstaunlich g\u00fcnstig und manche Fische zum F\u00fcrchten gro\u00df. Riechen tut es auch ungewohnt und anders.<br \/>\nBei einem zweiten Markt hat sich auch sehr viel getan, aber in eine schlimme Richtung: in diesem Markt ist nur noch die H\u00e4lfte aller St\u00e4nde besetzt. Er liegt mitten in der Stadt und die Menschen, die sich dort eine Wohnung leisten k\u00f6nnen, gehen entweder essen oder nach B\u00fcroschluss in den Supermarkt. Die \u00e4lteren Damen, die noch dort gekauft haben, weil sie eine Wohnung ohne Heizung in einem der gro\u00dfen alten Palazzi hatten, werden das auch nicht mehr lange tun.<br \/>\nDer dritte Markt, der, der am schlimmsten aussieht, weil nur ein Wellblechdach \u00fcber ihm spannt, ist der typischste und r\u00f6mischste. Dort fliegen genau die netten Scherze hin und her, die Leute sich sagen, wenn sie sich jeden Tag sehen. Kundinnen sind immer &#8222;Belle&#8220;, &#8222;Bionde&#8220; oder &#8222;Amore&#8220; und H\u00e4ndler werden zun\u00e4chst angeruffelt und dann doch noch angel\u00e4chelt. Schade, dass es in Deutschland keine solchen M\u00e4rkte gibt, aber ein Hygienekontrolleur w\u00fcrde alle zwei Zentimeter in Ohnmacht fallen und ganz sicher alle St\u00e4nde schlie\u00dfen und versiegeln. Ich hab dann doch nichts sehr Aufregendes gekauft, sondern eine Pizza bianca mit Mortadella. Wer h\u00e4tte so einen Riesenfisch auch essen sollen?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit heute wei\u00df ich, wo ich hin muss, sollte ich mal etwas ganz arg Ausgefallenes brauchen oder m\u00f6gen. Auch Lebensmittel, deren Namen in noch nie geh\u00f6rt hatte oder gar nicht wusste, dass es sie \u00fcberhaupt gibt, k\u00f6nnte ich jetzt kaufen. Das ist beruhigend. Ich habe heute n\u00e4mlich eine Tour durch drei Lebensmittelm\u00e4rkte in Rom gemacht. 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