{"id":646,"date":"2014-08-08T07:54:24","date_gmt":"2014-08-08T07:54:24","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=646"},"modified":"2014-08-08T08:10:32","modified_gmt":"2014-08-08T08:10:32","slug":"resi-i-hol-di-mit-meim-traktor-ab","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=646","title":{"rendered":"Resi, i hol Di mit meim Traktor ab"},"content":{"rendered":"<p>Seit Sonntag sind ca. 50.000 deutsche Messdiener in Rom. Man m\u00f6chte ja meinen, die verschl\u00fcpfen sich irgendwie oder verhalten sich kirchlich unauff\u00e4llig. Jedoch die weltoffene Seite der Kirche, die mit dem wunderbaren Papa Franzikus verst\u00e4rkt Einzug gehalten hat, l\u00e4sst auch diese seine jungen Diener fr\u00f6hlich und ausgesprochen weltzugewandt durch die Stadt und ihr Umland pfl\u00fcgen. Egal, wo man hin kommt, die Messdiener sind schon da oder fallen gerade ein. Nicht, dass es in Rom nicht h\u00e4ufiger gro\u00df angelegte Besuchsorgien g\u00e4be, aber diese Formation schl\u00e4gt alles bisher Erlebte. Vielleicht, weil man sie so gut erkennt? Sie tragen alle nette und sehr robuste Strohh\u00fcte und gleichfarbige T-Shirts. Wenn man sie dann immer noch nicht einander zuordnen kann, greifen sie kurzerhand zu den mitgebrachten (Blas)instrumenten und spielen mal eben auf der Piazza del Popolo &#8222;Resi, i hol Di mit meim Traktor ab&#8220;!<br \/>\nSitzt man dann gem\u00fctlich dort in einer Bar, kann das zun\u00e4chst schon befremdlich wirken. Irgendwie vertraut, aber nicht stimmig. Das Gehirn merkt noch vor den Ohren, dass das, was es da h\u00f6rt, zwar bekannt ist, aber nicht hier hin geh\u00f6rt. Fr\u00f6hlich kr\u00e4hend sind also diese braven Messdiener an uns vorbei gewalzt, zum Teil in Lederhosen und haben sich singend die Via del Corso entlang gehangelt. Bestimmt treffen wir sie heute wieder am Meer. Denn bei aller Feierlichkeit kommt der Spa\u00df sicher nicht zu kurz, zumindest den parkenden Bussen auf den Strandparkpl\u00e4tzen nach zu urteilen. Papst Franziskus hatte ihnen in seiner Ansprache ans Herz gelegt, sich gut zu organisieren und dazu gesagt, dass ihnen das als Deutsche keinesfalls schwer fallen d\u00fcrfte. Und das stimmt.<br \/>\nManch andere S\u00fcdl\u00e4nder w\u00fcrden sich diese deutschen Messdiener sicher oftmals anstatt der komatrinkenden Ballerm\u00e4nner und Ballerfrauen herbei w\u00fcnschen. Die Mallorquiner zum Beispiel. Im Moment vergeht kaum ein Tag, an dem nicht dar\u00fcber in der Zeitung stehen w\u00fcrde. Verst\u00e4ndlicherweise haben nicht alle G\u00e4ste im Ausland ununterbrochen das Ansehen ihres ganzen Landes im Hinterkopf, bevor sie sich irgendwo ganz schrecklich auff\u00fchren. Da ich fast immer und \u00fcberall Ausl\u00e4nderin bin, versuche ich mich immer so zu benehmen, dass der Kellner oder Verk\u00e4ufer, der mich bedient hat, daheim am Esstisch sagen k\u00f6nnte, &#8222;Also man kann \u00fcber die Deutschen sagen, was man will, die, die ich kenne, sind eigentlich ganz nett.&#8220; Vielleicht kaufe ich mir auch eine Mundharmonika und blase &#8222;Am Brunnen vor dem Tore&#8220; von der Vespa in die Welt hinein. Bin nur noch nicht ganz sicher, ob das wirklich einen so positiven Effekt h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Seit Sonntag sind ca. 50.000 deutsche Messdiener in Rom. Man m\u00f6chte ja meinen, die verschl\u00fcpfen sich irgendwie oder verhalten sich kirchlich unauff\u00e4llig. Jedoch die weltoffene Seite der Kirche, die mit dem wunderbaren Papa Franzikus verst\u00e4rkt Einzug gehalten hat, l\u00e4sst auch diese seine jungen Diener fr\u00f6hlich und ausgesprochen weltzugewandt durch die Stadt und ihr Umland pfl\u00fcgen. [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":648,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6,3],"tags":[],"class_list":["post-646","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-philosophisches","category-rom"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/646","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=646"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/646\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":651,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/646\/revisions\/651"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/648"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=646"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=646"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=646"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}