{"id":634,"date":"2014-08-04T17:12:27","date_gmt":"2014-08-04T17:12:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=634"},"modified":"2014-08-04T18:27:56","modified_gmt":"2014-08-04T18:27:56","slug":"antonius-hilf","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=634","title":{"rendered":"Antonius hilf!"},"content":{"rendered":"<p>Im hektischen Alltag verliert sich ja gerne mal was. Schl\u00fcssel, Handys oder Uhren im Schnee. Und weil das so ist und sicher schon der ein oder andre H\u00f6hlenmensch seinen Steinkeil verlegt hat, gibt es den heiligen Antonius von Padua. Der ist f\u00fcr die ganzen verlorenen Dinge zust\u00e4ndig. Vor allem aber daf\u00fcr, sie wiederzufinden. Teile meiner Familie haben ihn zum pers\u00f6nlichen Schutzheiligen auserkoren. Und als mein ordentlicher Vater seine Uhr im Schnee vor dem Haus verloren hatte, hat er einen tiefenentspannten Abend bei mir verbracht und dann &#8211; drei Stunden sp\u00e4ter &#8211; seine Uhr nonchalant unter der verschneiten Reifenspur wieder ausgegraben. Wir waren erstaunt, er nicht, er hatte zum heiligen Antonius gebetet. Mein Mann ist von \u00e4hnlichem Kaliber, wobei bei ihm ab und an zum Tragen kommt, dass der heilige Antonius f\u00fcr die ganze Welt zust\u00e4ndig ist, obwohl er mit meiner n\u00e4heren Verwandtschaft durchaus genug zu tun h\u00e4tte und das ein oder andere verlorene Ding dann auch wirklich verloren ist.<br \/>\nWof\u00fcr der heilige Antonius leider nicht zust\u00e4ndig ist, ist der verlorene Anstand und Stil in Sachen Kleidung und Verhalten im \u00f6ffentlichen Raum. Zum Beispiel in der Oper. Jetzt im Sommer erbl\u00fchen allerorten die Open-Air Opernspiele, Opern-Festivals und andere Freilichtauff\u00fchrungen. Ganze Kleinst\u00e4dte peppen damit ihr Sommerloch auf und erm\u00f6glichen den ortsans\u00e4ssigen Pensionen, Preise wie Vier-Sterne-Hotels in der Stadt zu verlangen. Noch unbekannte Talente k\u00f6nnen sich pr\u00e4sentieren, w\u00e4hrend die Kollegen, die das schon hinter sich haben, in Salzburg oder Bayreuth gl\u00e4nzen. Kurz und gut, einem gro\u00dfen Publikum wird Oper leicht und spielerisch nahe gebracht, die Inszenierungen sind meist locker und bunt, die St\u00fccke auch, im Prinzip eine Win-Win-Situation f\u00fcr alle. Aber ist das sommerliche Ambiente ein Grund, in der Turnhose mit Baseballcap zu erscheinen? Und von der Beginn der Vorstellung an zu essen und zu trinken? Wir reden hier nicht von Steinstufenklassikern wie der Arena di Verona. Dort macht den Reiz des Abends der Picknick-Korb aus und wenn man schon vier Stunden vorab in gl\u00fchender Hitze auf einem Platz ausharrt, dann kann, soll, muss man auch etwas zu Essen und vor allem zu Trinken dabei haben. Aber in der sechsten Reihe einer Oper mit Platzkarten um 21.30? Muss man da wirklich laut m\u00fcmmelnd Brote in sich hineinschlichten? Und die Cola solange auszuzeln bis es mit dem Strohhalm Ger\u00e4usche gibt?<br \/>\nIch kann das nicht verstehen. Da machen sich ein Haufen Menschen die M\u00fche, etwas aufzuf\u00fchren, man selbst macht sich die M\u00fche, Karten zu kaufen, hinzufahren, Parkpl\u00e4tze zu suchen, warum nicht dieser letzte Funke Respekt vor dem Ereignis, vor der Begleitung, vor anderen Menschen. Will man denn gar niemandem mehr gefallen? Hat der Turnhosentr\u00e4ger so einen brillanten Charakter und Geist, dass man nichts mehr drumherum wahr nimmt?<br \/>\nDer heilige Antonius selbst tr\u00e4gt zwar auch nur eine Kutte, aber ihm nimmt man das nicht \u00fcbel, er hat wei\u00df Gott genug andere Dinge im Kopf. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im hektischen Alltag verliert sich ja gerne mal was. Schl\u00fcssel, Handys oder Uhren im Schnee. 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