{"id":624,"date":"2014-08-02T16:11:18","date_gmt":"2014-08-02T16:11:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=624"},"modified":"2014-08-02T17:57:14","modified_gmt":"2014-08-02T17:57:14","slug":"espresso-mit-ausblick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=624","title":{"rendered":"Espresso mit Ausblick"},"content":{"rendered":"<p>Schon seit ich das erste Mal in Rom war, vor fast zwanzig Jahren, hatte ich ein &#8222;Stammcaf\u00e9&#8220;. Es lag und liegt am Pantheon und witzigerweise habe ich mir schon damals vorgestellt, wie cool es w\u00e4re, hier regelm\u00e4\u00dfig zu sitzen und zu wissen, dass man eigentlich nicht mehr weg muss. Klar, es ist wie am Pantheon zu erwarten, ein Touristen-Caf\u00e9\/Restaurant\/Bar. Weder isst man besonders gut, noch besonders g\u00fcnstig. Auch das versteht sich fast von selbst. Ums Eck liegen die Bars der Connaisseure, die den besten Espresso der Welt machen, den einzigartigsten Cappuccino und dergleichen Wunder mehr. Vor allem liegen dort angeblich die Restaurationsbetriebe, die ausschlie\u00dflich von R\u00f6mern in der siebten Generation aufgesucht werden und eben gerade nicht von Touristen. Das mag daran liegen, dass man von dort aus auf die gegen\u00fcberliegenden Handtaschenl\u00e4den, Zeitschriftenkioske oder H\u00e4userw\u00e4nde schaut und eben gerade nicht auf das Pantheon und den davor befindlichen Brunnen.<br \/>\nAuf gegen\u00fcberliegende Balkone kann ich morgens daheim schauen, w\u00e4hrend ich Cappuccino trinke und so habe ich meine Wahl zugunsten dieses alten Geb\u00e4udes getroffen und sitze seit jenem Tag im April 1995 in der Bar am Eck vor dem Pantheon. Und es ist einfach herrlich. Irgendwann sind wir dann aufgefallen, denn Ober sind aufmerksame Menschen und wenn einer nicht nur zwei Mal im Jahr kommt, sondern immer wieder, wenn er einen kleinen h\u00fcbschen und charmanten Hund mit sich f\u00fchrt oder nette Eltern, ansehnliche Freundinnen oder spendable Ehem\u00e4nner, dann erkennt man den oder diejenige schon wieder. Wir haben zuerst Freundschaft mit Eliseo geschlossen, der uns in den ersten Jahren treu Wasser, Pizzette romane, Wei\u00dfwein, Espresso etc. serviert hat. Dann kamen zwischendurch schlimme Jahre. Die Bar war f\u00fcr mindestens zwei Jahre geschlossen, irgendeine geheimnisvolle Streiterei mit dem Hausbesitzer oder ein Umbau. Jedenfalls waren wir v\u00f6llig heimatlos und haben auch vor lauter Kummer nichts Neues gefunden.<br \/>\nEndlich wurde wieder er\u00f6ffnet. Als w\u00e4re nichts gewesen. Und jetzt ist Massimiliano da. Und nat\u00fcrlich noch andere auch sehr Nette. Aber Massimiliano ist Derjenige, der uns Tische und St\u00fchle zurecht schiebt, auch wenn sie schon perfekt stehen, der immer zauberhaft nett ist und bei dem ich die hohe Kunst des Anwerbens und Hineinlockens bis ins kleinste Detail studiert habe. Wie bei vielen Bars stehen n\u00e4mlich auch hier &#8222;Reinholer&#8220; an der Au\u00dfenkante, die Karte immer bereit, ein L\u00e4cheln oder einen Scherz auf den Lippen. In unserer Bar ist das hauptberuflich eine nette Dame (also inzwischen ist sie nett, sie winkt uns mit beiden Armen zu, wenn sie uns \u00fcber den Platz kommen sieht und man k\u00f6nnte das durchaus als perfektioniertes Hineinlocken betrachten). Der Haupt-Reinholer wird von den Obern in jeder freien Minute unterst\u00fctzt und ich bin immer stolz wie eine Entenmutter, wenn Massimiliano wieder ein Paar gekapert hat. Oder zwei Freundinnen geschickt hineingeschmeichelt hat. Wenn alle so treu sind wie wir, werden sie bald einen Rausschmei\u00dfer brauchen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon seit ich das erste Mal in Rom war, vor fast zwanzig Jahren, hatte ich ein &#8222;Stammcaf\u00e9&#8220;. Es lag und liegt am Pantheon und witzigerweise habe ich mir schon damals vorgestellt, wie cool es w\u00e4re, hier regelm\u00e4\u00dfig zu sitzen und zu wissen, dass man eigentlich nicht mehr weg muss. 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