{"id":611,"date":"2014-08-07T06:43:51","date_gmt":"2014-08-07T06:43:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=611"},"modified":"2014-08-07T06:43:51","modified_gmt":"2014-08-07T06:43:51","slug":"grossstadtdschungel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=611","title":{"rendered":"Gro\u00dfstadtdschungel"},"content":{"rendered":"<p>Auf unseren abendlichen Touren durch diese wundersch\u00f6ne Stadt komme ich wenig dazu, die g\u00e4ngigen Sehensw\u00fcrdigkeiten zu betrachten. Muss ich zum Gl\u00fcck auch nicht mehr im Detail, das ein oder andere kenne ich schon. Ich verrenke mir vielmehr den Hals, um an den H\u00e4usern entlang nach oben zu schauen. Fast jedes Haus, zumindest die neueren, was in Rom ja nicht viel hei\u00dfen muss, hat Balkone und auf ausnahmslos jedem Balkon stehen T\u00f6pfe mit Pflanzen. Manche sind komplett zugestellt, andere haben nur Geranienk\u00e4sten, aber der Hang zum Gr\u00fcnen ist \u00fcberall da. Die Dachg\u00e4rten sind nat\u00fcrlich noch mal eine andere Kategorie, aber auf die kann ich nicht so gut sehen.<br \/>\nVielleicht h\u00e4ngt das ja damit zusammen, dass fr\u00fcher jeder Haushalt seinen Orto, seinen Gem\u00fcsegarten hatte und sich daraus auch die meisten Rezepte rekrutiert haben? Heute ist der Obst -und Gem\u00fcsemarkt in Rom fest in nordafrikanischer Hand. Allein in meiner Stra\u00dfe gibt es drei Gesch\u00e4fte mit Obst und Gem\u00fcse. Vom kleinen Markt in der Hauptstra\u00dfe mal abgesehen. Dort wird Tag und Nacht gearbeitet. In recht regelm\u00e4\u00dfigen Abst\u00e4nden kommen neue junge Hilfen dazu. Besonders reizend ist, dass die Verk\u00e4ufer zumindest in meinem Gem\u00fcsemarkt sich als Allererstes den italienischen Charme aneignen. Und so kann es durchaus passieren, dass der Capo einer reifen und auch sehr kr\u00e4ftigen Dame ein enthusiastisches &#8222;Buongiorno Bellissima!&#8220; zuruft und die dann zwar harsch zur\u00fcckbrummelt, sich aber eben doch ziemlich freut, denn ihr Marito hat ihre verborgene Sch\u00f6nheit schon lange nicht mehr so wortreich gepriesen.<br \/>\nDas h\u00e4lt sie allerdings nicht davon ab, ausgesprochen grob zum Obstverk\u00e4ufer zu sein und ihn f\u00fcr seine Bemerkungen zu schimpfen oder zu verspotten. Der seinerseits macht sich einen Spa\u00df draus, weil er aus Rom und speziell dieser Stra\u00dfe recht viel gew\u00f6hnt ist. Das liebste Spiel ist zurzeit das Melonenw\u00e4hlen: Geht man zu der Steige mit den Melonen, kann es sein, dass er einem nachkommt und mit Kennermiene fragt: wann willst Du die essen? Sagt man morgen, fragt er, um welche Uhrzeit und nimmt dann eine heraus, dreht sie kurz und gibt sie einem mit der Bitte, sie nicht vor halb sechs zu \u00f6ffnen. Wegen solcher kleinen T\u00e4nzchen ist es eigentlich doch sch\u00f6n, dass man keine Gem\u00fcseg\u00e4rten mehr hat, sondern bl\u00fchende Balkone, die vorbeifahrende Vespafahrer erfreuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf unseren abendlichen Touren durch diese wundersch\u00f6ne Stadt komme ich wenig dazu, die g\u00e4ngigen Sehensw\u00fcrdigkeiten zu betrachten. Muss ich zum Gl\u00fcck auch nicht mehr im Detail, das ein oder andere kenne ich schon. Ich verrenke mir vielmehr den Hals, um an den H\u00e4usern entlang nach oben zu schauen. 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