{"id":584,"date":"2014-07-27T16:53:50","date_gmt":"2014-07-27T16:53:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=584"},"modified":"2014-07-27T16:56:16","modified_gmt":"2014-07-27T16:56:16","slug":"al-mare","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=584","title":{"rendered":"Al Mare"},"content":{"rendered":"<p>In den Jahren mit unserem zauberhaften kleinen Hund mussten wir nur auf eine einzige Sache verzichten und das war der Besuch des Meeres in den Sommermonaten. Denn im Land der ungezogenen Hunde, die man gerne &#8222;per i bambini&#8220; oder &#8222;per l&#8217;estate&#8220; nimmt, sind Hunde leider ein nachvollziehbares \u00c4rgernis am Strand. Die Hundebesitzer sind nat\u00fcrlich schuld, weil sie einfach stinkfaul sind und die Gesch\u00e4fte ihrer Vierbeiner nicht entfernen. B\u00fc\u00dfen m\u00fcssen alle. Denn nicht jeder Hund ist wie unserer gewesen. Wir haben sie von Beginn an auf Gr\u00fcnfl\u00e4chen erzogen und das ging soweit, dass mein kleiner s\u00fc\u00dfer Hund &#8211; das erste Mal am Meer &#8211; verzweifelt durch Sand und D\u00fcnen geh\u00fcpft ist, um sich dann aufatmend auf mein frisches gr\u00fcnes Badehandtuch zu werfen und einen gro\u00dfen See zu machen.<br \/>\nSeit letztem Jahr also k\u00f6nnen wir &#8211; leider &#8211; auch in den Sommermonaten ans Meer. Das genie\u00dfen wir sehr und dabei habe ich festgestellt, dass es zwei Ger\u00e4usche gibt, die ich seit meiner Kindheit kenne und liebe und sie mir so vertraut sind wie nur wenige andere: Die Schreie der Mauersegler im Hinterhof meines Vaters und die Schreie von italienischen Kindern am Strand. Beide gehen direkt in eine Zone meines Gehirns, die wahrscheinlich das Reptiliengehirn oder sonstwas Exotisches ist. Sie gehen ungefiltert in mein Herz und ziehen einen Rattenschwanz an sch\u00f6nen Bildern nach sich.<br \/>\nDenen kann ich nachh\u00e4ngen, z\u00e4hle ich doch am Strand eher zu den sehr kontemplativen Gesellen. Noch nie h\u00e4tte mich die Lust gepackt, Wanderungen zu unternehmen, keinen Cent muss man f\u00fcr mich in saisonale Trendballspiele investieren, ich bin der festen Ansicht, dass es nur sehr wenige Menschen gibt, die beim Ping-Pong nicht unvorteilhaft aussehen, geschweige denn, es \u00fcberhaupt k\u00f6nnen. Wenn ich B\u00e4lle alle zwei Sekunden aufheben m\u00f6chte, schaffe ich mir wieder einen Hund an. Und so liege ich die meiste Zeit tatenlos rum und schaue tr\u00e4ge durch die Gegend.<br \/>\nDabei wundere ich mich dann zum Beispiel \u00fcber die Bikinimode und frage mich, wer nur diese schlimmen brasilianischen Dinger nach Europa gebracht hat, die fast ganz im Po verschwinden? Wer soll denn sowas anziehen? Bei den meisten sieht das St\u00fcck Stoff aus wie der Bosphorus, der zwei Kontinente trennt. N\u00e4chste Saison kann es noch schlimmer kommen: Dann d\u00fcrfen wir mit Schn\u00fcrungen rechnen und wenn die schon an Victoria Secret Models Fleischsegmente teilen, wie soll das dann bei normalen Frauen werden?  Wie bei einem Rollbraten?<br \/>\nHeute war beim Rumschauen allerdings auch purer Neid dabei. Zwei Sechsj\u00e4hrige hatten ein Schwimmtier dabei, das riesengro\u00df und wundersch\u00f6n war und Haltegriffe hatte. Hier k\u00f6nnte ich nun wieder schwach werden. Aber das Gemeine daran ist, auch wenn ich heute nicht mehr quengeln m\u00fcsste, um es zu haben, es w\u00fcrde an mir leider genauso l\u00e4cherlich wirken wie der brasilianische Bikini an den meisten Tr\u00e4gerinnen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Jahren mit unserem zauberhaften kleinen Hund mussten wir nur auf eine einzige Sache verzichten und das war der Besuch des Meeres in den Sommermonaten. Denn im Land der ungezogenen Hunde, die man gerne &#8222;per i bambini&#8220; oder &#8222;per l&#8217;estate&#8220; nimmt, sind Hunde leider ein nachvollziehbares \u00c4rgernis am Strand. 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