{"id":572,"date":"2014-07-26T14:44:52","date_gmt":"2014-07-26T14:44:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=572"},"modified":"2014-07-26T16:18:54","modified_gmt":"2014-07-26T16:18:54","slug":"ohne-nicola-kein-picknick","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=572","title":{"rendered":"Ohne Nicola kein Picknick"},"content":{"rendered":"<p>Das Sch\u00f6nste an einem Samstag alleine in Rom ist das Einkaufen in unserer wilden Stra\u00dfe und dann das Einr\u00e4umen. Das folgt recht strikten Regeln. Zuerst werden nichtessbare Dinge verr\u00e4umt. Dann das Obst und dann die K\u00f6stlichkeiten von Nicola. Beim Einr\u00e4umen kann es dann schon passieren, dass die ein oder andere sehr d\u00fcnn geschnittene Scheibe Schinken probiert werden muss. Vielleicht w\u00fcrde sich ein St\u00fcck Pizza bianca dazu ganz gut machen? Wom\u00f6glich w\u00e4re es schade, wenn man nicht gleich probiert, ob die Mozzarella gut ist? Langer Rede, kurzer Sinn. Irgendwann geben wir dann auf und holen Teller, wurschteln alles in Windeseile auf den Tisch (da bin ich Meister) und schwelgen.<\/p>\n<p>Meistens haben wir auch v\u00f6llig berechtigt Kohldampf. Denn die Jagd kann schon mal eineinhalb Stunden dauern. Wir legen dabei nicht mal einen Kilometer zur\u00fcck. Immer nur im Zick-Zack zwischen den verschiedenen Gesch\u00e4ften. Heute war ich sehr lange bei De Rossi, dem Mini-Supermarkt meines Vertrauens. Die anderen H\u00e4ndler m\u00f6gen ihn nicht so sehr, er ist ein bisschen der Streber im Viertel. Preise werden nie abgerundet, weil immer gen\u00fcgend Kleingeld in der Kasse ist. Offenbar wei\u00df man hier, dass Banken auch kleine M\u00fcnzen bevorraten und ausgeben. Meinen Mann habe ich beim Elder Streetfighter Giulio gelassen. Man muss ehelichen Good-Will nicht \u00fcberstrapazieren und &#8211; zum Gl\u00fcck &#8211; ist mein Mann kein Barbourjacken-auf-dem-Markt-Korb-Tr\u00e4ger. Er kommt mit, weil er wei\u00df, dass ich nach einer alleinigen Woche froh bin, wenn ich nicht schon wieder alleine losziehen muss. Und, ich vermute, es gef\u00e4llt ihm auch ein bisschen. Bei Giulio erf\u00e4hrt er bei einem Caff\u00e8 und vielleicht einem Cornetto alles Wesentliche aus dem Viertel und Giulio erf\u00e4hrt alles Wesentliche aus der Welt. So ist allen gedient.<\/p>\n<p>In der Zeit kann ich meine Tr\u00fcmpfe bei Nicola ausspielen. Ich brauche keine Nummer ziehen, weil ich eine Ausl\u00e4nderin bin, ich bekomme den Schinken so d\u00fcnn geschnitten, &#8222;che si pu\u00f2 leggere il giornale&#8220;, dass man die Zeitung durch lesen kann und &#8211; und das ist das Allerbeste &#8211; ich bekomme von allem eine Probierscheibe auf die Hand. Die alten Haudegen-Hausfrauen aus dem Viertel staunen dann nicht schlecht. Wenn ich allerdings h\u00f6re, wie sie den freundlichen, dompteurgleichen Nicola anfauchen, weil er sie auf der Stra\u00dfe zuf\u00e4llig nicht gegr\u00fc\u00dft hatte, oder weil eine Salsiccia nicht den hohen Erwartungen entsprochen hat, so kann man verstehen, dass er sich an meiner sanften Deutschheit labt. Wie schon erw\u00e4hnt, verstehe ich nicht allzuviel von dem, was er mir erz\u00e4hlt. Einmal, weil ich rechts fast eh nichts h\u00f6re und weil er halt argen Dialekt spricht. So nicke ich beipflichtend und l\u00e4chelnd und werde zum wahr gewordenen M\u00e4nnertraum. Wenn das alles erledigt ist, klaube ich meinen Mann wieder auf, vielleicht nehmen wir noch ein Eis mit und dann st\u00fcrzen wir uns daheim auf die Beute. Danach m\u00fcssen wir schlafen und dann nimmt das Unheil eines tatenloses Tages seinen Lauf. Wir sind Opfer der Umst\u00e4nde. Oder von Nicola. So ganz ist die Schuldfrage noch nicht gekl\u00e4rt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Sch\u00f6nste an einem Samstag alleine in Rom ist das Einkaufen in unserer wilden Stra\u00dfe und dann das Einr\u00e4umen. Das folgt recht strikten Regeln. Zuerst werden nichtessbare Dinge verr\u00e4umt. Dann das Obst und dann die K\u00f6stlichkeiten von Nicola. 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