{"id":454,"date":"2014-07-07T15:55:34","date_gmt":"2014-07-07T15:55:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=454"},"modified":"2014-07-13T06:49:41","modified_gmt":"2014-07-13T06:49:41","slug":"hier-kennt-mich-ja-keiner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=454","title":{"rendered":"Hier kennt einen ja keiner"},"content":{"rendered":"<p>Die Gefahren einer filmreifen Kulisse wie zuhause vor dem Fernseher lauern im Detail. Im Land der Mode und des Stils muss es nat\u00fcrlich ganz besonders auffallen, wenn man am authentischsten, sch\u00f6nsten, heimeligsten Platz Roms in einem wirklich wunderbaren Restaurant solcherart sitzt. Das Restaurant wird von zwei\u00a0sehr bejahrten Br\u00fcdern gef\u00fchrt (und auch wenn jetzt ein Anderer die F\u00fchrung \u00fcbernommen haben mag &#8211; wer steigt da immer so durch?, so ist es doch das Restaurant dieser Signori). Sie sehen sich sehr \u00e4hnlich und gleichen einander auch im Charme. Bestellt man Parmaschinken und zeigt auch nur ein klitzekleines Bisschen Interesse oder Freude am Essen, so wird ein Beistelltischchen herausgewuchtet und darauf eine Schinkenhalterung. Dann kommt der Capo (einer zumindest) und schneidet liebevollst einige Scheiben Parmaschinken f\u00fcr die Vorspeise. Hat man sich als ganz besonders interessiert oder sympathisch erwiesen, singt er auch noch ein Lied. Gerne auch\u00a0ein recht unanst\u00e4ndiges. Hilfreich f\u00fcr so einen Service kann es sein,\u00a0wenn man seit zw\u00f6lf Jahren immer wieder aufs Neue freudig auf die Terrasse tritt und wie ein Hafenarbeiter auf Landgang isst und trinkt. Dann bekommt man das Lied und den Schinken auch, aber das ist f\u00fcr Besucher keine probate Option.<\/p>\n<p>Das Restaurant ist wirklich sch\u00f6n, es hat immer penibel saubere Tischw\u00e4sche, die Ober tragen auch bei gef\u00fchlten f\u00fcnfzig Grad Anzug, schenken Wasser nach, was zum Beispiel bei mir zu einem Fulltime-Job ausarten kann und sind seit Jahren Dieselben. Die Einz\u00e4unung mit bl\u00fchenden Pflanzk\u00fcbeln wurde vor einiger Zeit weg ger\u00e4umt, weil die Besucher es lieben, sich von Stra\u00dfenverk\u00e4ufern ansprechen zu lassen und wie der Besitzer sagt &#8222;am liebsten noch im Brunnen essen w\u00fcrden, wenn das ginge&#8220;. Wo der Italiener den Platz in der zweiten oder dritten Reihe sch\u00e4tzt, kann es dem Touristen verst\u00e4ndlicherweise gar nicht nahe genug an dieser Traumkulisse sein. Santa Maria in Trastevere im Hintergrund, der Brunnen, die Gaukler, ein Traum.<\/p>\n<p>Und weil alles so prima konsumiert werden kann und wie in einer Hollywood-Produktion aussieht, kann man sich ja auch ganz genauso wie daheim im Komfortsessel daheim\u00a0hinl\u00fcmmeln. Schuhe aus, F\u00fc\u00dfe hoch, mit den Finger schnippsen und los geht&#8217;s. Denn praktischerweise ist hier auch noch jemand, der einen bedient. Noch mehr Eis f\u00fcr die Cola, bestellen, w\u00e4hrend man im iPhone scrollt?\u00a0\u00a0Nur zu. Schlie\u00dflich zahlt man f\u00fcrs Panorama ja mit und es stehen ja drei St\u00fchle am Tisch. Die Flipflop dr\u00fccken entsetzlich und auch die Sweatpants sind eine wahre Tortur. Au\u00dferdem, wer kennt mich hier? Ich zahl schlie\u00dflich und ich bin halt wie ich bin. Und das ist gut so.<\/p>\n<p>P.S: DAS SIND NICHT MEINE F\u00dcSSE!!!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Gefahren einer filmreifen Kulisse wie zuhause vor dem Fernseher lauern im Detail. Im Land der Mode und des Stils muss es nat\u00fcrlich ganz besonders auffallen, wenn man am authentischsten, sch\u00f6nsten, heimeligsten Platz Roms in einem wirklich wunderbaren Restaurant solcherart sitzt. 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