{"id":3994,"date":"2017-12-31T16:15:04","date_gmt":"2017-12-31T16:15:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3994"},"modified":"2017-12-31T16:15:04","modified_gmt":"2017-12-31T16:15:04","slug":"ein-neuer-mensch-im-alten-jahr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3994","title":{"rendered":"Ein neuer Mensch im alten Jahr"},"content":{"rendered":"<p>Eine meiner Lieblingsretouren auf enthusiastische \u00c4u\u00dferungen meines Prunkschafs war: Menschen \u00e4ndern sich nicht grundlegend. Meine Mama war ein Mensch der Extreme. Entweder ganz wunderbar oder ganz entsetzlich. Dazwischen war nicht immer viel. Sie gestand Menschen allerdings zu, zwischen diesen Extremen zu wechseln und zu wandern. Dann liebte sie sie oder verteufelte sie. Und in jeder Phase war sie felsenfest davon \u00fcberzeugt, dass das, was im Moment von diesem Menschen gelebt wurde, seine einzige Seite ist. Und die liebte oder hasste man. In sp\u00e4teren Jahren hat sich das ein bisschen gewandelt und es war durchaus m\u00f6glich, \u00fcber das ein oder andere hinwegzusehen, aber nicht wirklich. Ein sehr kindlicher Ansatz ist das und auch ein sehr romantischer. Ein m\u00e4rchenhafter. Denn im M\u00e4rchen werden aus verzauberten Fr\u00f6schen oder Schweinehirten schlie\u00dflich auch Prinzen. Und M\u00e4rchen h\u00f6ren immer mit einem wahr gewordenen Traum auf. Mit gutem Grund. Worauf will ich eigentlich hinaus an diesem letzten, f\u00fcr manche zum philosophieren einladenden Tag des Jahres?<\/p>\n<p>Darauf, dass ich mich in den letzten Wochen und Monaten der Illusion hingegeben habe, ein anderer Mensch geworden zu sein, v\u00f6llig neue Seiten an mir entdeckt zu haben, was einfach nicht stimmt. Im Gegenteil, ich bemerke, dass ich viel eher wieder zu dem Menschen werde, der ich in einer Fr\u00fchphase meines Lebens gewesen bin. Einem zwar nachdenklichen, aber unersch\u00fctterlich optimistischen Menschen, der sich t\u00e4glich der Sonderbarkeit und Wunderlichkeit der Welt bewusst ist und dar\u00fcber nachdenkt. Dem die Endlichkeit des Lebens allzeit bewusst ist und der trotzdem oder gerade deshalb gl\u00fccklich ist. Der sehr dankbar f\u00fcr das ist, was er hat. Die Jahre zwischen 40 und 50 waren f\u00fcr mich die schwierigsten meines bisherigen Lebens. Riesengro\u00dfe \u00c4ngste und auch Krankheiten nahestehender Menschen waren ihre Wegbegleiter und auch wenn mein Leben rein objektiv und vor allem von au\u00dfen erste Sahne schien, so war es in mir drinnen leider nicht so. Und es hat die letzen zwei Jahre gebraucht, festzustellen, warum das so war. Ich war wie gel\u00e4hmt vor Angst.<\/p>\n<p>Ich hoffe, ich habe wieder das in mein Leben gelassen, was es einst so spannend und wundersch\u00f6n gemacht hat. Und ich hoffe, es m\u00f6chte bleiben. Und mir ist auch klar, dass ich alleine daf\u00fcr sorgen muss, dass es so ist und bleibt. Ich w\u00fcnsche euch lieben Lesern und Kommentatoren von Herzen einen traumhaft sch\u00f6nen Abend und einen guten Rutsch in ein gl\u00fcckliches, selbstbestimmtes und vor allem gesundes 2018, in dem wir viel miteinander plaudern und uns austauschen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine meiner Lieblingsretouren auf enthusiastische \u00c4u\u00dferungen meines Prunkschafs war: Menschen \u00e4ndern sich nicht grundlegend. Meine Mama war ein Mensch der Extreme. Entweder ganz wunderbar oder ganz entsetzlich. Dazwischen war nicht immer viel. Sie gestand Menschen allerdings zu, zwischen diesen Extremen zu wechseln und zu wandern. Dann liebte sie sie oder verteufelte sie. 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