{"id":3941,"date":"2017-09-14T09:05:02","date_gmt":"2017-09-14T09:05:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3941"},"modified":"2017-09-14T09:05:02","modified_gmt":"2017-09-14T09:05:02","slug":"zustellung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3941","title":{"rendered":"Zustellung"},"content":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit wurde mal eine zauberhafte Kolumne zum Thema &#8222;Online-Bestellung&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Von einem Mann zwar, aber nicht minder zutreffend. Was nat\u00fcrlich nicht hei\u00dfen soll, dass M\u00e4nner grunds\u00e4tzlich keine Ahnung haben, wenngleich beim Thema &#8222;Einkaufen&#8220; durchaus noch Luft nach oben ist. Zumindest bei den meisten. In dieser Kolumne wurde mit spitzer Feder darauf hingewiesen, dass das Online-Shoppen durchaus auch mit mehr Aufwand verbunden sein kann, als das klassische Bummeln und in ein Gesch\u00e4ft gehen, sehen, probieren, bezahlen und vielleicht auch noch beraten werden. Das, meine Herren, ist ein seltener idealer Ausnahmefall und nat\u00fcrlich w\u00fcrde ich \u00fcber so etwas auch gleich eine Kolumne schreiben. Die Realit\u00e4t sieht hingegen wesentlich betr\u00fcblicher aus und nicht immer findet man genau das, was man sucht, weil man ja oft noch gar nicht wei\u00df, dass man etwas sucht, geschweige denn wie genau es aussehen soll. Man wei\u00df nur, welches Gef\u00fchl man haben m\u00f6chte, wenn man es tr\u00e4gt. Oder dass man jetzt ganz genau das Konzept der Frau neulich auf der Rue Saint Honor\u00e9 getroffen hat, der man ja schwerlich nachlaufen und sie nach allen Details fragen k\u00f6nnte. Davon abgesehen, dass man so etwas niemals tun w\u00fcrde, weil man es schon hasst, wenn einen andere kopieren. Egal. <\/p>\n<p>Dann jedenfalls kommt das Online-Shopping gerade recht. Man sitzt auf dem Sofa, schaut einen Film, von dem man sich deutlich mehr versprochen hat und schnobert so durch die Online-Gazetten. Auf einmal poppt eines dieser unglaublich listigen und einf\u00fchlsamen Werbebanner auf und zeigt einen fantastischen Fellmantel. Nat\u00fcrlich wei\u00df man, dass das zugeschnitzte Werbung und damit sehr b\u00f6se ist, aber der Film ist noch viel b\u00f6ser, weil langweilig und ein Konto hat man ja eh bei dieser Firma. Kann man ja mal schauen. Und dann nimmt das Schicksal seinen Lauf, man bestellt noch ein schwarzes Kaschmirj\u00e4ckchen der Lieblingsfirma und fertig ist die Laube. Zustellung in drei Tagen. Man freut sich, weil man es &#8211; gem\u00e4\u00df Wettervorhersage &#8211; bereits Mitte September tragen kann&#8230;.Irgendwann in diesen drei Tagen verl\u00e4sst man dann selbst als homeofficeschaffender Freiberufler mal die Wohnung und schwupps wird das Paket geliefert. Die Abholkarte grinst einen h\u00e4misch an und zum hundertsten Mal fragt man sich, nach welchem Prinzip diese unergr\u00fcndlichen und geheimnisvollen Paketboten ticken? Mal legen sie es vor die T\u00fcre, mal geben sie es dem Nachbarn, mal in eine Abholbox und mal bringen sie es in eine Postfiliale, die sage und schreibe 2,4 Kilometer entfernt ist. <\/p>\n<p>W\u00e4re ich nun eine alte gebrechliche Frau und h\u00e4tte mir eine B\u00fcchersendung f\u00fcr meine einsamen Abende bestellt, weil ich die B\u00fccher nicht mehr nach Hause wuchten kann und h\u00e4tte dann meinen Enkel (so ich einen h\u00e4tte!!!) gebeten, mich dorthin zu fahren und die schweren B\u00fccher zu schleppen, dann w\u00e4re ich gestern genauso wie wie viele andere vor dem Schild &#8222;Heute wegen Betriebsversammlung geschlossen&#8220; gestanden. Und was dann? Dann m\u00fcsste ich ihn entweder am n\u00e4chsten Tag wieder bitten oder mit der Stra\u00dfenbahn dorthin fahren, das schwere Paket holen und es nicht nur aus der Stadt, sondern auch noch diese ganze Strecke heimtragen. In diesem Punkt hat der kluge Kolumnist vollkommen Recht. Face-To-Face-Einkaufen hat auch Vorteile. Die sind jedoch eher im spontanen und eher zuf\u00e4lligen Jagderfolg begr\u00fcndet. Alles geplante und vern\u00fcnftige Einkaufen, wie wir Frauen es eben sch\u00e4tzen, findet im Internet statt. Heute jedenfalls war die Filiale wieder offen und ich konnte ein RIESIGES Paket in Empfang nehmen, das kaum in mein Stadtfahrzeug gepasst h\u00e4tte. Und was soll ich sagen? Den Mantel h\u00e4tte ich im Gesch\u00e4ft in der Tat nicht gekauft. Und so auch nicht. Aber das J\u00e4ckchen, das ist ein s\u00fc\u00dfes Dingelchen und darf bleiben. Es bleibt also unentschieden. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einiger Zeit wurde mal eine zauberhafte Kolumne zum Thema &#8222;Online-Bestellung&#8220; ver\u00f6ffentlicht. Von einem Mann zwar, aber nicht minder zutreffend. Was nat\u00fcrlich nicht hei\u00dfen soll, dass M\u00e4nner grunds\u00e4tzlich keine Ahnung haben, wenngleich beim Thema &#8222;Einkaufen&#8220; durchaus noch Luft nach oben ist. Zumindest bei den meisten. 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