{"id":3896,"date":"2017-08-15T08:51:57","date_gmt":"2017-08-15T08:51:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3896"},"modified":"2017-08-15T18:54:17","modified_gmt":"2017-08-15T18:54:17","slug":"ferragosto-2","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3896","title":{"rendered":"Ferragosto"},"content":{"rendered":"<p>H\u00e4tte ich keine Ahnung, welcher Tag heute ist, h\u00e4tte ich es heute Morgen beim Aufwachen dennoch gewusst. Wegen dieser allesumfassenden und totalen Ruhe. Der kompletten Abwesenheit von Ger\u00e4uschen. Keine Autos, nicht mal aus der Ferne, keine Kinder, keine V\u00f6gel, ja sogar die l\u00e4stigen Grillen in den Schirmpinien hinter dem Haus halten die F\u00fc\u00dfe still (angeblich machen sie den wahnsinnigen L\u00e4rm mit ihren Hinterbeinen, man sollte meinen, sie h\u00e4tten Besseres damit zu tun, aber bitte!). Es ist die typische einzigartige und unverwechselbare Ferragosto-Stille. Nun ist das gesamte Land endg\u00fcltig zum Stillstand gekommen. Fast alle sind weg und die, die heute oder gestern arbeiten m\u00fcssen, tun dies entweder mit Grandezza oder mit schierer Rachsucht. Wie zum Beispiel diese elende Polizistin, die aus dem Auto heraus Falschparker in meiner kleinen, armen Stra\u00dfe fotografiert hat. Leider hat sie auch mich vor dem Obsth\u00e4ndler erwischt. Ich mag gar nicht dran denken. Ich rege mich da so f\u00fcrchterlich auf, vor allem, weil sie eigentlich immer nur den deutschen Autos so hohe Strafzettel machen. Aber das ist jetzt ein ganz anderes Thema. <\/p>\n<p>Angesichts dieses hohen Feiertages haben wir beschlossen, dass auch uns ein freier Tag zusteht und uns bei Pasquale f\u00fcr heute frei genommen. Er h\u00e4lt das f\u00fcr eine kluge Entscheidung, weil alle bei ihm sind und wir damit Rom f\u00fcr uns haben werden, was keine schlechte Sache ist. Gestern in Trastevere stellte sich die Situation zwar etwas anders dar, aber auf dem Weg dorthin hatten wir bisweilen den Eindruck, \u00dcberlebende nach einer Invasion von Au\u00dferirdischen zu sein. Wirklich niemand war auf den Stra\u00dfen unterwegs. Das ist der Zauber von Rom im August. Diese Stille und das Gef\u00fchl, dass einem die Stadt geh\u00f6rt. Ruhe, wo sonst Hektik ist, \u00fcberall heruntergelassene Rolll\u00e4den mit bunten Schildern dran (chiuso per ferie) und freie Parkpl\u00e4tze so weit das Auge reicht. Selbst die Piazza di Spagna ist beinahe menschenleer. <\/p>\n<p>Ich wei\u00df es ganz genau, dass ich schon letztes Jahr \u00fcber den Luxus eines freien Tages im Urlaub geschrieben habe (der war wetterbedingt) und auch dieses Jahr bin ich entz\u00fcckt von der Vorstellung, mich vom Bett unter dem Ventilator hinaus auf mein Eisensofa mit tausenden von Kissen und dann vielleicht wieder zur\u00fcck auf die vordere Terrasse zu bewegen und dem Schatten nachzurobben. Am Sp\u00e4tnachmittag plane ich eine kleine Exkursion mit dem Roller, ansonsten gar nichts. In meiner Kinderzeit, die wir immer am Meer verbracht haben, war Ferragosto der Tag der Rache meiner Eltern. Ich musste bis zum Feuerwerk wach bleiben, durfte nicht einschlafen, weil ich normalerweise nicht gerne (wie alle Kinder nehme ich an) ins Bett gegangen bin und es gab Emmentalerk\u00e4se mit Oliven auf Zahnstochern. Diese erzieherische Ma\u00dfnahme hat offenbar so gewirkt, dass ich noch heute eklatante Probleme erstens mit Feuerwerken und zweitens mit dem Abends-wachbleiben habe. Sei es, wie es ist: Ich liebe Ferragosto und w\u00fcrde immer versuchen, diesen besonderen Tag in irgendeinem Teil von Italien zu verbringen. Am liebsten nat\u00fcrlich in meinem geliebten Rom. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>H\u00e4tte ich keine Ahnung, welcher Tag heute ist, h\u00e4tte ich es heute Morgen beim Aufwachen dennoch gewusst. Wegen dieser allesumfassenden und totalen Ruhe. 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