{"id":3816,"date":"2017-06-09T06:35:51","date_gmt":"2017-06-09T06:35:51","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3816"},"modified":"2017-06-09T06:46:51","modified_gmt":"2017-06-09T06:46:51","slug":"als-gast-zuhause","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3816","title":{"rendered":"Als Gast zuhause"},"content":{"rendered":"<p>In einer Welt voller Abenteuer, Perspektivenwechsel und st\u00e4ndig neuer Impressionen gibt es wohl kaum etwas Aufregenderes als Gast in der eigenen Stadt zu sein. Weg von Waschmaschinen, Pf\u00f6rtnern und der \u00dcberlegung, ob man zweimal hintereinander Fisch essen kann oder sollte, f\u00e4llt es leicht, sich auf die Sch\u00f6nheiten der Stadt einzulassen und all die lieben G\u00e4ste zu verstehen, die einen Jahr f\u00fcr Jahr besuchen kommen und die meistens entz\u00fcckt sind. So sch\u00f6n ist Rom also! Nun genie\u00dfe ich dieses Wunder an Stadt schon immer sehr bewusst, wohl auch, weil ich nicht gezwungen bin, dort Post- oder andere \u00c4mter aufzusuchen, aber g\u00e4nzlich befreit von Verpflichtungen auf einer Ape durch die Stadt zu brausen &#8211; sozusagen mit einem Rad mehr als auf der gewohnten Vespa &#8211; das hat schon was. Und wenn wir nicht so ein reizendes Gastgeschenk bekommen h\u00e4tten und ich nicht nur mit Handgep\u00e4ck reisen w\u00fcrde und das Geschenk zu hause deponieren h\u00e4tte wollen, w\u00e4re sicherlich auch Massimo (und mir) ein Trauma erspart geblieben. <\/p>\n<p>Gestern n\u00e4mlich war die Versuchung doch zu gro\u00df und ich bin mit Michele, einem weisen und sehr einsichtigen Taxifahrer, nach Hause gefahren. Und weil ich schon mal da war, habe ich auch die Terrasse inspiziert. Alls in Ordnung bis auf einen gro\u00dfen Kirschlorbeer. Wusst ich&#8217;s doch. Hatte davon getr\u00e4umt und es war wie immer in Bezug auf die Terrasse richtig. Meine Pflanzen haben nach mir gerufen. Da mag man dr\u00fcber lachen, aber es ist eben so. Besagter Kirschlorbeer war also kurz vor dem Sterben und da Massimo nicht wusste, dass ich vorbeischaue, weil ich das auch nicht wusste, war er entsetzt und hat ab nun Verfolgungswahn. Aber ganz ehrlich: die Pflanzen brauchen F\u00fcrsorge, ob ich nun in einer Woche angek\u00fcndigt bin oder nicht. Das ist seine Aufgabe und ich \u00e4rgere mich f\u00fcrchterlich, wenn er sie nicht macht. So habe ich zwar wieder ein St\u00fcck Alltag hereingeholt, aber im schlimmsten Fall den Tod einer langj\u00e4hrigen Begleiterin verhindert. Nachdem dies erledigt war, Michele sich der Menschenrechtsorganisation meines Mannes anschlie\u00dfen wird, weil er \u00fcberzeugt ist, dass ich seiner Frau auf&#8217;s Haar \u00e4hnle bevor er nachmittags Massimo zur Hand geht (auch das hatte er live erlebt), konnte ich mich ganz beruhigt wieder den Sch\u00f6nheiten der Stadt widmen.<\/p>\n<p>Und weil ich v\u00f6llig entfesselt war, bin ich nachmittags zum Parucchiere Dino gegangen und habe in Raffaela eine wahre Meisterin ihres Fachs gefunden. Sie teilte mir stolz mit, sie mache den Job jetzt schon seit 35 Jahren, h\u00e4tte ja schon mit 11 Jahren angefangen und sei nun immerhin schon 43. Sie gab mir ausgesprochen streng einen Ratschlag mit auf den Weg, der mir nach beinahe zwanzig Jahren in der Ewigen Stadt so Manches in Bezug auf italienische Frauen erkl\u00e4rt hat: Non pettinare!!!! Nicht b\u00fcrsten. Auf meine Frage, ob auch nicht am n\u00e4chsten Morgen hatte sie nur ein Wort: NO! Eigentlich waren es zwei, aber es f\u00fchlte sich wie eines an: Certamente NO! Und so kann ich schlie\u00dfen mit der Best\u00e4tigung des alten Sprichwortes: Reisen bildet. Und wer sich Sorgen macht, ob mein Haar aussieht wie ein Vogelnest: Mitnichten. Und falls es doch so w\u00e4re &#8211; ich fliege gleich nach Paris und da hat man das so.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einer Welt voller Abenteuer, Perspektivenwechsel und st\u00e4ndig neuer Impressionen gibt es wohl kaum etwas Aufregenderes als Gast in der eigenen Stadt zu sein. 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