{"id":3716,"date":"2017-03-28T17:52:53","date_gmt":"2017-03-28T17:52:53","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3716"},"modified":"2017-03-28T17:57:33","modified_gmt":"2017-03-28T17:57:33","slug":"paris-fuer-touristen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3716","title":{"rendered":"Paris f\u00fcr Touristen"},"content":{"rendered":"<p>Wenn Paris schon keine heimelige Stadt ist, zumindest f\u00fcr mich nicht, so soll man ihr nicht die unleugbaren Vorteile absprechen. Und die liegen eindeutig im Unterhaltungswert. Und genau die haben wir dieses letzte Wochenende auch genutzt. Zuerst waren wir bei unserem lieben Jean-Phillip, was doch soviel netter klingt als Hans-Phillip, wobei sich mir der Sinn dieser ganzen Hanses vor anderen Namen eh noch niemals erschlossen hat?! Was soll das? Kann man ein Kind nicht einfach Philipp oder J\u00fcrgen oder Peter nennen? Muss da immer ein Hans dabei sein? Egal. Anderes Thema. Wir waren also zuerst in dem von mir schon seit Jahren sehns\u00fcchtig belieb\u00e4ugelten Bistro bei uns um die Ecke, das wirklich und echt noch Resopaltische mit rot-wei\u00df-gew\u00fcrfelten Papiert\u00fcchern hat und eine wundersch\u00f6ne Bar mit Reling zum Schirmhinh\u00e4ngen, Hundanbinden oder Festhalten. Es gibt Hausmannskost und da der Wein in F\u00e4ssern oder mit Tankwagen angeliefert (werden muss) wird, kommt er in reichlich verschmutzten (ich rede mir ein, nur von au\u00dfen) Servierflaschen auf den Tisch, ist aber von wunderbarer S\u00fcffigkeit und Qualit\u00e4t. Es ist fast schon heimelig dort. <\/p>\n<p>Die Gerichte sind f\u00fcr meinen Mann und mich zwar ein klassisches Vabanquespiel, da wir uns bei unseren Nachbarn nach so langer Zeit nicht als Banausen gerieren m\u00f6chten und uns deshalb nicht nachfragen trauen. Zumal uns die sehr z\u00fcgige und sehr franz\u00f6sische Erl\u00e4uterung der einzelnen Gerichte auch nicht wirklich weiterbringen w\u00fcrde&#8230;.Manchmal schaffe ich es, heimlich unter dem Tisch zu googeln (am liebsten mit Foto), aber Jean-Philip bleibt auch gerne abwartend stehen und dann wagen wir auch das nicht. Ein Elend. Letztes Mal sind wir deshalb beide auf Nummer sicher gegangen, h\u00e4tten dann aber einen Rollwagen brauchen k\u00f6nnen beim Heimkommen. Wir haben n\u00e4mlich nur die zwei kalorienreichsten Gerichte (Entrecote und Cassoulet) verstanden und logischerweise auch bestellt. Wir mussten nach der H\u00e4lfte die Segel streichen, was kommentarlos zur Kenntnis genommen wurde. Wir waren uns unserer Schw\u00e4che bewusst und haben uns beim Wein mehr M\u00fche gegeben. Jedenfalls war dieser erste Abend schon ein guter touristisch-heimeliger Einstieg. Am n\u00e4chsten Morgen habe ich meinen kunstsinnigen Mann dann sofort nach dem Aufstehen ins Museum gescheucht, was praktischerweise einen H\u00fcpf \u00fcber die Seine liegt und ganz wundersch\u00f6n ist. Vor allem habe ich zu meiner gro\u00dfen Freude auch hier ein wundersch\u00f6nes Restaurant gefunden  und ich muss sagen, wenn man in Museen essen kann und auch noch in g\u00fcldenen S\u00e4len mit bunten St\u00fchlen, dann h\u00e4lt mich nichts mehr und ich m\u00f6chte gerne t\u00e4glich ins Museum gehen! Ich sag ja immer, man muss es mir nur schmackhaft machen.<\/p>\n<p>Nach ausf\u00fchrlichen Bummeln diesseits und jenseits der Seine und einem klitzekleinen Mittagessen in meinem derzeitigen Mittagslieblingsrestaurant sind wir dann abends in den &#8222;Lido&#8220; gegangen (den mein goldiger Mann gar nicht so richtig kannte &#8211; besser so). Das war zun\u00e4chst eine recht profane Erfahrung, weil wir zwanzig Minuten im Eingang stehen und warten mussten bis wir hineingef\u00fchrt worden sind. Drinnen hat dann unser Kellner etwas getan, was ich LIEBE. Er hat die Pl\u00e4tze f\u00fcr uns vertauscht und uns an den Rand gesetzt. Das war fast noch viel besser als Zimmertauschen im Hotel. Es kam dann noch ein nettes Paar, das ohne viel Federlesens zwei Flaschen Wei\u00dfwein inhaliert hat, uns zwar zwei Gl\u00e4ser angeboten hat, aber immerhin. Die Akrobatik war sensationell, das Singen naja, muss halt, aber wie gesagt: die Akrobatik war einfach der Hammer!!! Sonntag dann noch Louvre und ich glaube, ich kann sagen: wir waren an diesem Wochenende Touristen mit Wohnung in Paris. Und das, Ihr Lieben, vers\u00f6hnt mich total mit dieser riesigen Stadt. Das Einzige, was mich zum Schluss hin ver\u00e4rgert hat und mir in Rom NIEMALS passieren k\u00f6nnte, nicht mal in Augsburg: ich wollte ein Eis (und das m\u00f6chte ich ungef\u00e4hr einmal im Jahr) und es war trotz Fahrradrikscha nicht m\u00f6glich, an eines zu kommen, ohne stundenlanges Anstehen. Mais, c&#8217;est la vie, tant pis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wenn Paris schon keine heimelige Stadt ist, zumindest f\u00fcr mich nicht, so soll man ihr nicht die unleugbaren Vorteile absprechen. Und die liegen eindeutig im Unterhaltungswert. Und genau die haben wir dieses letzte Wochenende auch genutzt. 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