{"id":3698,"date":"2017-03-15T13:26:05","date_gmt":"2017-03-15T13:26:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3698"},"modified":"2017-03-15T13:31:50","modified_gmt":"2017-03-15T13:31:50","slug":"banken","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3698","title":{"rendered":"Banken"},"content":{"rendered":"<p>Vieles ist in den letzten Jahren \u00fcber Banken, Banker und ihr ganz spezielles Gebaren geschrieben worden. Zum Gl\u00fcck beschr\u00e4nken sich meine schlechten Erfahrungen &#8211; bis auf eine spontane Bankaufl\u00f6sung, bei der dann eine komplette Geldanlage quasi weg war &#8211; auf schlichte menschliche Bl\u00f6dheit. So wie heute in der Filiale meines Vertrauens. Und das war so: Um f\u00fcr die Verteilung m\u00f6glichst passgenauer Trinkgelder ger\u00fcstet zu sein, wollte ich mir Geld in passende Tranchen wechseln lassen. Nichts ist peinlicher als jemandem einen Schein hinzuhalten und ihn zu bitten, ihn bittesch\u00f6n zu wechseln, bevor man ihm einen Teil davon gibt. Zumindest findet ich das nicht nett. Also wollte ich m\u00f6glichst flexible Scheine haben und bin in meine Filiale geeilt. Diese jammert mir schon seit L\u00e4ngerem vor, dass die Geb\u00fchren dringend erh\u00f6ht werden sollten, weil sie soviel Arbeit h\u00e4tten und dass sie au\u00dferdem kaum noch Heftchen f\u00fcr Kontoausz\u00fcge oder \u00dcberweisungsformulare haben, weil ich offenbar die letzte Kundin unter neunzig bin, die noch kein Onlinebanking macht und solche Dinge braucht. Unter uns gesagt, wird das auch noch so lange so bleiben, bis man mich dazu zwingt, um genau zu sein. <\/p>\n<p>Ich frage mich schon l\u00e4nger, wozu es \u00fcberhaupt noch Filialen gibt und was all diese Menschen, die ihren Job ja offenbar nicht gerne machen, dann tun wollen. Und nachdem mein auserkorener Liebling nun aufgrund seiner herausragenden Kompetenz (es war abzusehen und hat sich seit L\u00e4ngerem abgezeichnet) die Filiale gewechselt hat, frage ich mich, wieso derart von sich eingenommene und meist auch inkompetente Menschen f\u00fcr das Geld anderer Menschen zust\u00e4ndig sein d\u00fcrfen. Gewohnt an den Umgang mit versch\u00fcchterten Rentnern, die ihr Passwort vergessen haben und radebrechenden Mitb\u00fcrgern mit Migrationshintergrund oder Menschen, die auf ihre Sozialbez\u00fcge warten und einen \u00dcberbr\u00fcckungskredit zum Einkaufen brauchen, haben die Filialmitarbeiter den normalen Kunden also ein wenig aus den Augen verloren. Die n\u00e4chste Stufe sind dann erst wieder Menschen, die einen eigenen Immobilienfonds auflegen m\u00f6chten. Die gehen dann aber wiederum nicht in meine Filiale in der Altstadt. Hm. Aber zur\u00fcck. Ich wollte vier Scheine in 25 Scheine wechseln. Kein gro\u00dfes Ding. Dort schon. Man bekommt eine m\u00fchsam programmierte Karte, die muffelige junge Dame braucht, um sie auszustellen, einen zweiten Fingerabdruck, wird hinausgeschickt an einen Geldautomaten und gebeten, das Geld einzuzahlen. Das hat noch prima geklappt. <\/p>\n<p>Der zweite Schritt hat uns dann das Genick gebrochen. Die Karte musste erneut programmiert werden und zwar mit der St\u00fcckelung, die ich mir gew\u00fcnscht hatte. Inzwischen kamen zwei Mitarbeiter eines Werttransportes mit lautem Get\u00f6se und zwei Metallkoffern herein und sind in einem Hinterraum hinter den Geldautomaten verschwunden. Die muffelige junge Dame hat derweil wieder nach einem zweiten Fingerabdruck Ausschau gehalten, die Programmierung dann geschafft und mich an den rechten Geldautomaten geschickt. Dieser hat die Karte sofort wieder ausgespuckt und emp\u00f6rt vermeldet, er sei au\u00dfer Betrieb. Was mich dann allerdings im Gegenzug sehr emp\u00f6rt hat. Drinnen hie\u00df es nur lapidar, das sei &#8222;h\u00f6here Gewalt&#8220; und ich k\u00f6nnte mein Geld jetzt nicht holen, weil die Sicherheitstechniker oder Werttransportmenschen jetzt da seien. Und das finde ich wirklich frech. Wenn man doch schon sieht, wie sie hereinkommen und wei\u00df, was der Kunde m\u00f6chte, dann gibt man doch wenigstens kurz Bescheid. Denn das Ende vom Lied war, dass ich genau dieselbe St\u00fcckelung wie vorher nun eben aus dem linken Automaten gezogen habe und mir die Leier von der h\u00f6heren Gewalt noch mehrmals anh\u00f6ren sollte. In f\u00fcnf bis zehn Minuten ginge alles wieder. Ich bin dann lieber in die Zentrale gefahren. Aber dass Filialen sich zunehmend entbehrlich machen, ist f\u00fcr mich inzwischen auch verst\u00e4ndlich. Vor allem, wenn dann auch ich mal zum Onlinebanking wechseln werde. Wer soll sie dann noch brauchen? Was sollen sie tun?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vieles ist in den letzten Jahren \u00fcber Banken, Banker und ihr ganz spezielles Gebaren geschrieben worden. Zum Gl\u00fcck beschr\u00e4nken sich meine schlechten Erfahrungen &#8211; bis auf eine spontane Bankaufl\u00f6sung, bei der dann eine komplette Geldanlage quasi weg war &#8211; auf schlichte menschliche Bl\u00f6dheit. So wie heute in der Filiale meines Vertrauens. 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