{"id":3670,"date":"2017-02-22T14:58:23","date_gmt":"2017-02-22T14:58:23","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3670"},"modified":"2017-02-22T15:08:04","modified_gmt":"2017-02-22T15:08:04","slug":"zauberhaftes-italien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3670","title":{"rendered":"Zauberhaftes Italien"},"content":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle Zuhause- bzw. Noch-Zuhause-Gebliebenen: Es ist in Rom kein bisschen warm und grauen Wolken h\u00e4ngen \u00fcber der Stadt, was mich sehr emp\u00f6rt und ver\u00e4ngstigt, weil ich mein Auto als Erstes gewaschen habe, wie ich das \u00fcbrigens in Rom immer tue. Es steht w\u00e4hrend meiner Abwesenheit so treu und brav in der Garage, wird eingestaubt und respektlos von Katzen besetzt, da ist es das Mindeste, was ich tun kann bei meiner R\u00fcckkehr. Trotz der deutschen Wetterverh\u00e4ltnisse und Gewohnheiten haben wir sofort bemerkt, dass wir wieder in Italien sind. Denn in Rom ist Taxistreik. Und das seit f\u00fcnf Tagen. &#8222;Uber&#8220; und vor allem &#8222;Uber Pop&#8220; sind die Steine des Ansto\u00dfes. Das ist verst\u00e4ndlich. Zumindest aus Sicht der Taxifahrer, die teilweise jahrelang ihre Lizenzen und Konzessionen abbezahlen, mit denen ein recht \u00fcbler Handel getrieben wird. Angeblich vergibt die Stadt zu wenige. Und die, die vergeben sind, streiken recht oft. Dass sich dort &#8211; ebenso wie in Paris &#8211; ein privates und flexibles Unternehmen prima hineinschl\u00e4ngeln kann, liegt auf der Hand. Unser h\u00f6chsteigener Tassista, der liebe Berardo teilte mir all dies bereits per WhatsApp mit, als ich ihm unsere Ankunftszeit mitteilte.<\/p>\n<p>Und so kam er dieses Mal nicht als Taxifahrer, sondern als sehr guter Freund der Familie im Auto seiner Tochter. Und welch Gl\u00fcck, dass er seine Tochter verg\u00f6ttert und verw\u00f6hnt. Deshalb konnten wir mit unserem nicht unerheblichen Gep\u00e4ck in einem Einser BMW Platz nehmen. Mein Vater war kein Taxifahrer und ich auch Einzelkind, aber mein erstes Auto war der Uralt-Golf von meiner Oma und den musste ich ihr auch noch abkaufen. Das ist jedoch ein anderes Thema und soll hier nicht weiter behandelt werden. Im Hinterkopf kann man es ja mal behalten. Berardo (so hei\u00dft er und nach \u00fcber f\u00fcnfzehn Jahren bin ich mir immer noch nicht hundertprozentig sicher, ob das sein Vor- oder Nachnamen ist) stand also bei den Abfl\u00fcgen, weil man ihn bei der Ankunft erkennen und gegebenenfalls lynchen w\u00fcrde. Als er uns ratlos suchend sah, ist er aus dem Auto gesprungen und wir sind wie zwei Verliebte aufeinanderzugeeilt, weil auch noch die Polizei und Teile des italienischen Milit\u00e4rs um uns herumstanden. Damit es noch glaubw\u00fcrdiger wird, hat er auch noch meine Mutter sehr geschmust und uns f\u00fcrsorglich St\u00fcck f\u00fcr St\u00fcck in den deutschen Kleinwagen geschichtet. <\/p>\n<p>Heute dann, als wir f\u00fcr meine Mutter endlich eine Handtasche gekauft haben, durften wir erneut feststellen, was f\u00fcr ein zauberhaftes und engagiertes Land dieses Italien doch ist. Kaum mit dem Taxi an der Spanischen Treppe angekommen, sind wir in das Gesch\u00e4ft ihres Vertrauens, besser gesagt ihrer Sehns\u00fcchte gest\u00fcrmt und haben dort einer verdatterten Verk\u00e4uferin in Rekordzeit eine Handtasche abgekauft. Sie spricht vermutlich jetzt immer noch dar\u00fcber, welche tollen Modelle es gibt und dass um drei Uhr in Mailand die Herbst\/Winterkollektion vorgestellt wird. Wir bekamen Espresso und Wasser und nach einer halben Stunde haben wir uns auch schon wie zuhause gef\u00fchlt. Aus Ermattung und Resignation hab ich mich dann auf die Treppen gesetzt &#8211; mein Mutter hat da mehr Contenance und ist stur wie ein S\u00e4gebock an der Kasse stehengeblieben &#8211; und habe begonnen, mir meine Gedanken \u00fcber den Durchlauf in solchen Gesch\u00e4ften zu machen und wie oft mein Mann dort vern\u00fcnftigerweise einkaufen w\u00fcrde, wenn der Bezahlvoqrgang zwanzig Mal so lang dauert wie das Ausw\u00e4hlen. Dann kam die L\u00f6sung: Es war keine passende Schachtel aufzutreiben, der Po der Tasche, so wurde mir erkl\u00e4rt, sei zu sperrig und passte in jede Schachtel in letzter Sekunde dann doch nicht hinein. Nun, welche Frau kennt dieses Problem nicht?  Man habe jetzt jemanden in ein anderes Gesch\u00e4ft geschickt, um eine Schachtel holen zu lassen. Und das hat nun eben gedauert. Es ist und bleibt ein hinrei\u00dfendes Land dieses Italien. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>F\u00fcr alle Zuhause- bzw. 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