{"id":3509,"date":"2016-11-19T07:33:21","date_gmt":"2016-11-19T07:33:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3509"},"modified":"2016-11-19T07:33:21","modified_gmt":"2016-11-19T07:33:21","slug":"gulasch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3509","title":{"rendered":"Gulasch"},"content":{"rendered":"<p>Bei so vielen Beitr\u00e4gen und so tiefen Einblicken in meinen Alltag ist es nun auch grad schon wurscht (wie der Bayer zu sagen pflegt), ob auch noch meine geheimsten Vorlieben zu Tage gef\u00f6rdert werden. Ich labe mich selten an ihnen, vielleicht k\u00f6nnen sie deshalb auch ihren Sitz in meinem Herzen so ruhig und beharrlich gegen alles Neue und &#8222;Fancyhafte&#8220; verteidigen. Sie residieren dort und oft ist nicht mal mir selbst klar, wie fest sie dort verankert sind. Sie leben Seite an Seite mit den Ureinwohnern der Seele, den Ger\u00fcchen und vertragen sich offenbar prima. Sie werden nur selten wachger\u00fcttelt und verlassen ihr wohliges Heim auch nicht gerade h\u00e4ufig. Wenn sie aber tun, dann sind sie wunderbare G\u00e4ste, die sich freuen, mal den Schritt vor die T\u00fcre gewagt zu haben und zu zeigen, dass es sie noch gibt. Zur\u00fcck in ihren wohligen Gem\u00e4chern zehren sie noch lange von den sch\u00f6nen Momenten und freuen sich auf den n\u00e4chsten Besuch, der durchaus auch erst in zwei, drei Jahren stattfinden kann.<\/p>\n<p>Wovon ich spreche? Von Gulasch nat\u00fcrlich. Und von Kn\u00f6deln. Nicht erst seit mein Mann mir \u00fcber ebendiesem Gericht den festen Wunsch ge\u00e4u\u00dfert hat, sein Leben mit mir zu verbringen, liebe ich dieses Gericht. Es ist so unpr\u00e4tenti\u00f6s und kuschelig. Und seine besten Freunde, die Kn\u00f6del erst!!! Ich wei\u00df, heutzutage macht man sie bittesch\u00f6n selbst oder kauft zumindest den feinen Kn\u00f6delteig, den es inzwischen \u00fcberall in den K\u00fchlregalen gibt, jedoch zu meinen sch\u00f6nsten Kindheitserinnerungen z\u00e4hlt nach wie vor diese: ich sitze bei meiner Oma in der K\u00fcche auf einem graublauen K\u00fcchenstuhl, den man drehen konnte und gef\u00e4hrlich weit damit hochfahren konnte. So weit, dass nur noch ein d\u00fcnner Stab ihn hielt, der dann auch gerne aus der Verankerung kippen wollte (und manchmal ist!!! Was die Oma nicht gerne hatte). Und meine Oma, die an hohen Festtagen Kn\u00f6del aus der Packung gemacht hat. Und die waren aus Pulver: Halb und Halb, 12 St\u00fcck und wir haben immer sehr gelacht, was das wohl f\u00fcr Schusser sein m\u00fcssten. Wir bekamen maximal zehn raus.<\/p>\n<p>Die wurden in einer silbernen Sch\u00fcssel ger\u00fchrt und man musste sie dann stehen lassen, damit der Teig fest wird. Mir hat selbst dieser Teig geschmeckt. Vielleicht war es auch die Vorfreude auf Gans, Schweinebraten oder Gulasch. Oder weil alle zusammen kamen? Eindr\u00fccke, Erinnerungen und Vorlieben sind ja selten isoliert f\u00fcr ein wohliges Gef\u00fchl verantwortlich. An die Gulaschnostalgie hat dann auch noch meine nichtgernekochende Mutter angekn\u00fcpft und so hat sie heute einen sicheren Platz in meinen Erinnerungen. Derweil mache ich es wahnsinnig selten, vergesse ganz oft, dass ich es \u00fcberhaupt kann und wenn, dann mache ich es auch ganz anders als alle zuvor. Der Eindruck und die Gef\u00fchle sind jedoch genau die gleichen. Es ist sozusagen das Gold unter den Gerichten. Selten, daf\u00fcr wertstabil. Hab noch zwei Kn\u00f6del und ein kleines bisschen \u00fcbrig&#8230;.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei so vielen Beitr\u00e4gen und so tiefen Einblicken in meinen Alltag ist es nun auch grad schon wurscht (wie der Bayer zu sagen pflegt), ob auch noch meine geheimsten Vorlieben zu Tage gef\u00f6rdert werden. 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