{"id":3486,"date":"2016-11-03T08:56:50","date_gmt":"2016-11-03T08:56:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3486"},"modified":"2016-11-03T18:52:07","modified_gmt":"2016-11-03T18:52:07","slug":"impact-investing","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3486","title":{"rendered":"Impact Investing"},"content":{"rendered":"<p>Das Gehirn hat eine vorherrschende Arbeitsweise: Es versucht neue Anforderungen und Aufgaben so schnell wie m\u00f6glich als Routinen und Standardprozesse zu definieren, weil alles, was standardisiert ist, weniger Energie kostet und somit Ressourcen geschont werden. Was dann allerdings mit all den geschonten Ressourcen geschieht, nutzt man sie nicht f\u00fcr irgendetwas anderes und studiert zum Beispiel in seiner Freizeit Philosophie oder trainiert zumindest mit f\u00fcnf Orangenn das Jonglieren, wissen wir leider auch ganz genau. Die solcherma\u00dfen geschonten und nicht genutzten Ressourcen verk\u00fcmmern, schauen sich noch einmal traurig um und ziehen dann leise die T\u00fcre hinter sich zu, um erst mal zu verschwinden. Bestes Beispiel sind unsere Muskeln. Wer schon einmal etwas gebrochen hatte, wei\u00df, dass sich die Muskeln innerhalb weniger Tage zur\u00fcckbilden. Zumindest k\u00f6nnen sie relativ schnell wieder aufgebaut werden. Bei vielen Teilen des Gehirns geht das zum Gl\u00fcck auch, wie ich j\u00fcngst erfahren durfte. Denn mein Hirn hatte in der letzten Woche wahrlich viel M\u00f6glichkeit, die Muskeln spielen zu lassen. Ich habe es sozusagen vertikal und horizontal gefordert.<\/p>\n<p>Vertikal durch das Zusammentreffen mit Menschen aus v\u00f6llig anderen Lebensbereichen. Die von ganz anderen Dingen umgetrieben oder eben auch nicht werden als ich. Die auf g\u00e4nzlich anderes Wert legen und das, was ich ziemlich wichtig finde, total ignorieren. Die f\u00fcr eine dreit\u00e4gige Reise genau ein Polohemd, ein Sweatshirt und eine Hose mitnehmen und das nat\u00fcrlich dann auch beim Wandern, beim Abendessen und in der Stadt tragen. Ich h\u00e4tte schon Angst, dass mir das Fr\u00fchst\u00fccksbrot mit der falschen Seite runter f\u00e4llt (\u00fcbrigens ist das nicht pers\u00f6nliches Pech, wenn das passiert, sondern reine Physik, weil die Seite mit der Butter und der Marmelade die schwerere ist, hab mich da mal informiert, weil es \u00fcber Kassenschlangen, die immer bei mir am l\u00e4ngsten sind, nichts Brauchbares gab). Die sich daf\u00fcr stundenlang \u00fcber Hamburger Ortsteile auslassen k\u00f6nnen. Oder wiederum Menschen wie ich sie im letzten Beitrag beschrieben habe. Die einfach aussteigen und dann aber im Aussteigen genauso weiterleben wie daheim und ihre Partner eben dann mit dem Material vor Ort betr\u00fcgen, also g\u00e4nzlich ortsungebunden. Aus sich selbst steigt man eben doch nicht ganz aus. Um es kurz zu machen: Menschen, deren Leben man nicht kennt und die allein schon dadurch neue Aspekte ins Gehirn bringen. <\/p>\n<p>Gestern wiederum war ich beim Abendessen mit einem zauberhaften &#8211; nun erwachsenen &#8211; M\u00e4dchen, die mich schon vor zehn Jahren sehr beeindruckt hat, weil sie bereits damals recht klar wusste, was sie einmal tun m\u00f6chte und ziemlich genau das heute auch tut. Und das nennt sich &#8222;Impact Investing&#8220;. Dabei geht es darum, Geld in Einrichtungen oder Unternehmen zu stecken, die nicht nur einen finanziellen Output bringen, sondern auch einen sozialen oder \u00f6kologischen. Unternehmen, die sich vereinfacht gesagt, um die Verbesserung der Welt k\u00fcmmern. Wie auch immer die aussehen soll. Das sind erst mal ganz wunderbare Ideen und ich glaube, dass es diese zu jeder Zeit der Weltgeschichte schon gab. Das Mittelalter hat vermutlich neben vielen grausamen auch prozentual gesehen mindestens genauso viele geniale Philantrophen hervorgebracht wie unsere heutige Zeit. Leider krankte die Idee damals wie heute immer schon am Ph\u00e4nomen der Maslowschen Bed\u00fcrfnispyramide und der Tatsache, dass 99% aller Menschen sich noch mit der ersten oder zweiten Ebene derselben herumschlagen und es ihnen relativ wurscht ist, ob die Pole schmelzen, Tiere leiden oder Wasser knapp wird. Sie wollen eine trockene Wohnung, jeden Tag Fleisch essen und einen Flachbildfernseher. Sch\u00f6ner ist es allerdings &#8211; unabh\u00e4ngig davon, ob man all das hat -, sich mit den befl\u00fcgelnden Persepktiven des Machbaren zu befassen und damit vielleicht sogar selbst den Weg zu einem h\u00f6her entwickelten Dasein zu beschreiten. Hinauf sozusagen. Dabei hilft satt sein. Zu satt allerdins nicht. Das hemmt dann eher. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das Gehirn hat eine vorherrschende Arbeitsweise: Es versucht neue Anforderungen und Aufgaben so schnell wie m\u00f6glich als Routinen und Standardprozesse zu definieren, weil alles, was standardisiert ist, weniger Energie kostet und somit Ressourcen geschont werden. 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