{"id":3459,"date":"2016-10-18T07:47:34","date_gmt":"2016-10-18T07:47:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3459"},"modified":"2016-10-18T07:49:53","modified_gmt":"2016-10-18T07:49:53","slug":"akzeptanz","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3459","title":{"rendered":"Akzeptanz"},"content":{"rendered":"<p>Nun hat also ein &#8222;S\u00e4nger&#8220; den Literaturnobelpreis gewonnen. Aufgeschlossene Geister, deren vordergr\u00fcndigste Eigenschaft darin besteht, ihre Aufgeschlossenheit dadurch zu demonstrieren, dass sie alles Ungew\u00f6hnliche, Paradoxe toll finden, finden nat\u00fcrlich auch das tippitoppi. Weil es so ein gro\u00dfartiges &#8222;Um-die-Ecke-Denken&#8220; zeigt, beweist, dass die Jurymitglieder nicht auf das, f\u00fcr das sie eingesetzt worden sind, festgelegt sind, sondern auch Querdenker und furchtbar unabh\u00e4ngig und mutig sind. Das ist doch sch\u00f6n. So wie es uns auch freut und erheitert, wenn jemand ein G\u00e4nsebl\u00fcmchen statt einer Nelke im Knopfloch hat oder fransig geschnittene Haare oder eine eckige Brille. Das zeugt von Individualit\u00e4t und Flippigkeit. Der wei\u00df, wo er steht, der traut sich was, denken dann die Leute. Hoffentlich. Sagen wir mal: im besten Fall! Sonst denken sie sich eher: wird&#8217;s schon n\u00f6tig haben&#8230;..Bob Dylan hat es offenbar nicht n\u00f6tig. Er reagiert einfach gar nicht auf die herablassenden oder speichelleckenden (je nachdem, wie man diese Preisverleihung betrachtet) Kontaktversuche der ehrw\u00fcrdigen Akademie.<\/p>\n<p>Gestern habe ich eine liebe Freundin von der Uni getroffen. Sie sieht sich Zeit ihres Lebens immer wieder mit dem Vorwurf der Dominanz konfrontiert. Egal, was sie tut, sie wird als einsch\u00fcchternd und dominant erlebt. Auch wenn sie schweigt. Oder Angst hat. Oder weint. Immer. Jahrelang hat sie versucht, allen Menschen zu erkl\u00e4ren, dass sie es nicht ist, hat erkl\u00e4rt, beschwichtigt und sich durchaus auch mal kleiner gemacht als sie ist. Das ist verst\u00e4ndlich, aber ist es auch notwendig? Der richtige Weg? Nur, um in der Masse bestehen zu k\u00f6nnen und von der Masse akzeptiert zu werden? Der Wunsch, akzeptiert und gemocht zu werden, ist den meisten Menschen inne und das ist auch ein sch\u00f6ner und nachvollziehbarer Wunsch. Aber darf er soweit gehen, dass grunds\u00e4tzliche Charaktereigenschaften deshalb verleugnet werden? Eigenschaften, die ein Mensch vielleicht gerade deswegen hat, um etwas anderes als die ganzen Anderen zu leisten?<\/p>\n<p>Das sind philosophische Fragen, mit denen sich Pubertierende, K\u00fcnstler und Genies aller Art rumschlagen m\u00fcssen. Oder eben Menschen, die eine Eigenschaft mehr haben, als man sie von ihnen erwartet. Nicht alle, aber zumindest Einige von ihnen kommen zu der Art von Selbstliebe und Selbstbewusstsein, zwischen Charakter und \u00dcberanpassung unterscheiden zu k\u00f6nnen. Sie leben dann wie wundersch\u00f6ne gro\u00dfe B\u00e4ume unter von B\u00fcschen oder harmonisch inmitten eines Waldes von ebenfalls wundersch\u00f6nen anderen B\u00e4umen. Hervorzuheben, dass Bob Dylan, nur weil er singen kann, auch noch gute Texte schreibt, bedeutet, dass man es ihm schlichtweg nicht zugetraut h\u00e4tte. Und das ist eine Unversch\u00e4mtheit, auf die ich auch nicht reagiert h\u00e4tte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun hat also ein &#8222;S\u00e4nger&#8220; den Literaturnobelpreis gewonnen. Aufgeschlossene Geister, deren vordergr\u00fcndigste Eigenschaft darin besteht, ihre Aufgeschlossenheit dadurch zu demonstrieren, dass sie alles Ungew\u00f6hnliche, Paradoxe toll finden, finden nat\u00fcrlich auch das tippitoppi. 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