{"id":3427,"date":"2016-09-29T20:58:50","date_gmt":"2016-09-29T20:58:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3427"},"modified":"2016-09-30T07:30:16","modified_gmt":"2016-09-30T07:30:16","slug":"schwerstarbeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3427","title":{"rendered":"Schwerstarbeit"},"content":{"rendered":"<p>Nach einer recht aufregenden Fahrt zum Flughafen mit meinem obercoolen Vater, der meine Schimpftiraden auf \u00fcberholende rum\u00e4nische 200-Tonner mit stoischer Ruhe angeh\u00f6rt hat, sitze ich nun mit relativ viel Muse am Flughafen, benehme mich leidlich gut, wenn ich dran denke, was ich in letzter Zeit \u00fcber zuf\u00e4llige Begegnungen auf Reisen geschrieben habe, versuche, meinen Mundwinkeln immer ein zartes L\u00e4cheln zu verleihen, denke dabei an die Schwerstarbeit, die die arme Prinzessin Kate da immer zu leisten hat und lasse meine Blicke schweifen. Was mir auff\u00e4llt, ist nichts Neues, aber es wird deshalb nicht besser. Die H\u00e4lfte der Passagiere ist schwer \u00fcbergewichtig. Sie tr\u00e4gt bequeme Hosen in Strech und bequeme Shirts, die manchmal sogar den Kampf auf der H\u00e4lfte des Bauches aufgeben m\u00fcssen und erstaunliche K\u00f6rperf\u00fclle desselben freilegen. <\/p>\n<p>Fr\u00fcher \u2013 und auch heute \u2013 sprach man gerne von Wohlstandsb\u00e4uchen, aber ich glaube, das trifft nicht mehr zu. Es geh\u00f6rt in unserer Welt inzwischen so viel Wissen und Disziplin dazu, nicht dick zu werden, dass sich die Verh\u00e4ltnisse schlichtweg gedreht haben. Fr\u00fcher war mager, wer arm oder normal war. Der Fabrikant hatte typischerweise einen dicken Bauch und nach dem zweiten Weltkrieg hat man stolz und erleichtert gezeigt, dass es einem wieder besser geht und ein Brot nicht mehr f\u00fcr die ganze Woche und die ganze Familie reichen muss. Jeden Tag Fleisch war ein Luxus f\u00fcr wenige und denen sah man es auch an. <\/p>\n<p>Heute sind Nahrungsmittel meist das Billigste in einer gro\u00dfen, ungesunden Mogelpackung. Und ja, es ist die Verpackung, die kostet. Die Werbung f\u00fcr die verpackten Nahrungsmittel und der ganze Verpackungs- und Vermarktungsprozess, inklusive Transport. Und da schl\u00e4gt dann ganz erbarmungslos die Grenzkostenrechnung zu. Die Verpackung etwas gr\u00f6\u00dfer zu machen ist wesentlich g\u00fcnstiger, als zum Beispiel einen weiteren kleineren Becher zu produzieren und wenn man gleichzeitig sagen kann: doppelter Inhalt f\u00fcr nur 20%  mehr, dann ist das &#8222;a gmahde Wiesn&#8220; f\u00fcr die Hersteller und ein Desaster f\u00fcr die (armen, dicken) Konsumenten mit Sparwillen, bzw. dem Wunsch, ihren Nutzen zu maximieren. Die meinen, sie haben gespart und fressen und saufen sich in ihr Schicksal hinein. Entschuldigung, aber man muss es bei den Mengeneinheiten, die da verkauft und konsumiert werden einfach so nennen. Und weil ein entscheidender Teil des Gehirns leider nur auf die kurzfristige Befriedigung seiner Bed\u00fcrfnisse ausgelegt ist, f\u00fchrt es leider h\u00e4ufiger zur kurzfristigen Lustbefriedigung mit fatalen langfristigen Folgen als zur kurzfristigen Erzeugung von Frust und daf\u00fcr zur langfristigen gesunden Lebensweise. Um das zu erkennen, muss man darum wissen und seine st\u00f6rrischen Gehirnwindungen zu ihrem Wohl knechten. Wirklich verlangen kann man das nicht von Verbrauchern, die durch Fernsehsendungen, die immerfort Menschen zeigen, die noch schlimmer dran sind als man selbst, sicher nicht. Und ich hab heute einen Mittelplatz. Menno.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nach einer recht aufregenden Fahrt zum Flughafen mit meinem obercoolen Vater, der meine Schimpftiraden auf \u00fcberholende rum\u00e4nische 200-Tonner mit stoischer Ruhe angeh\u00f6rt hat, sitze ich nun mit relativ viel Muse am Flughafen, benehme mich leidlich gut, wenn ich dran denke, was ich in letzter Zeit \u00fcber zuf\u00e4llige Begegnungen auf Reisen geschrieben habe, versuche, meinen Mundwinkeln [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":3428,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[38],"tags":[],"class_list":["post-3427","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-auf-reisen"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3427","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=3427"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3427\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3432,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/3427\/revisions\/3432"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/3428"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=3427"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=3427"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=3427"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}