{"id":3420,"date":"2016-09-24T05:33:11","date_gmt":"2016-09-24T05:33:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3420"},"modified":"2016-09-24T05:37:12","modified_gmt":"2016-09-24T05:37:12","slug":"schon-wieder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3420","title":{"rendered":"Schon wieder"},"content":{"rendered":"<p>Ob man Dinge und Ereignisse herbeireden kann? Nicht immer, das ist klar, sonst h\u00e4tte ich l\u00e4ngst meine riesige K\u00fcche!!! Bei ein paar Treffen in letzter Zeit haben wir jedoch immer wieder dr\u00fcber gesprochen, welch erstaunliche Zuf\u00e4lle es doch gibt und dass man sich tats\u00e4chlich immer und \u00fcberall gleich gut kleiden und benehmen sollte, weil Bekannte allerorten lauern. Auf der Wiesn, das ist klar. Im Urlaub an entlegenen Orten, naja. Das mag vor 150 Jahren so gewesen sein, als nur verschrobene Engl\u00e4nder bestimmte Reisen unternommen haben und einander im tiefsten Busch hinter einem Bananenblatt h\u00f6flich ein T\u00e4sschen Tee angeboten haben, wenn sie sich dort zuf\u00e4llig getroffen haben. Oder wenn sie in Florenz \u00fcberwintert haben oder die Cote d&#8217;Azur wuschig gemacht haben mit ihren Forderungen nach pflaumenweichen Fr\u00fchst\u00fcckseiern und trockenen Martinis. Aber im Zug?<\/p>\n<p>Ich bin gestern nach sehr langer Zeit wieder nach Paris gefahren und dachte mir schon beim Einsteigen \u00fcber die Frau schr\u00e4g hinter mir: meine G\u00fcte, ist die h\u00fcbsch und was hat sie nur f\u00fcr geniale Schuhe???!!! Dann habe ich mich hingesetzt, eine gr\u00e4ssliche, obergschaftlige, superhektische und wahnsinnig unsympathische Sitznachbarin bekommen und habe mich f\u00fcrderhin kaum mehr getraut, auf die Toilette zu gehen, was angesichts meines gro\u00dfen Cappuccinos mehr als notwendig gewesen w\u00e4re. Aber nachdem sie schon beim ersten Mal schwer schnaufend Computer und Handy aufgest\u00f6pselt hat und mir signalisiert hat, dass ich wahrlich eine schlimme Nervens\u00e4ge sei, hab ich mich ganz still verhalten. Sie hat Wichtigtuerei und Hektik aus jedem Wollbollen auf ihrem Polyester-Woll-Gemisch-Pullover (in Lila) ausgestrahlt und hat mich ver\u00e4ngstigt. So habe ich mich also dem Redigieren eines Textes gewidmet, bis mir zwischen Stra\u00dfburg und Paris so \u00fcbel von der hirnlosen Raserei des Zugf\u00fchrers geworden ist, dass ich nur noch matt aus dem Fenster schauen konnte.<\/p>\n<p>Dann stand die Frau hinter mir, die nebenbei bemerkt die h\u00fcbscheste moosgr\u00fcne Wildlederhose trug, die ich je gesehen hatte auf und ging zur Toilette und ich war mir sicher, sie ist es. Aber ich habe mich wahrlich nicht mehr gewagt, was zu sagen. Nachrichten an eine gemeinsame Freundin sieben unbeantwortet und so konnte ich der garstigen Frau neben mir nicht mal richtig ausfallend werden, weil ich ja nicht wissen konnte, ob ich Zeugen habe (wie gesagt, ich h\u00e4tte auch kaum den Mut aufgebraucht, sie war so furchtbar!!!). Und ja, in der Tat, ich w\u00fcrde mich manchmal liebend gerne sehr r\u00fcpelig benehmen. Und ab und an geschieht es auch. Hihi. Dann strecke ich sogar scheu\u00dflich pl\u00e4rrenden Kleinkindern die Zunge raus und l\u00e4chle die M\u00fctter an. Jetzt ist es raus. Andere nutzen ihre Blogs ja auch f\u00fcr Lebensbeichten. Das war jetzt meine. Aber nat\u00fcrlich ziehe ich auch aus dieser Begebenheit meine Lehre. Immer dem Wesen nach verhalten und daher immer am Wesen arbeiten. Dann ist alles gut. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ob man Dinge und Ereignisse herbeireden kann? Nicht immer, das ist klar, sonst h\u00e4tte ich l\u00e4ngst meine riesige K\u00fcche!!! 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