{"id":3355,"date":"2016-08-25T05:30:59","date_gmt":"2016-08-25T05:30:59","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3355"},"modified":"2016-08-25T05:30:59","modified_gmt":"2016-08-25T05:30:59","slug":"wenn-die-erde-bebt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3355","title":{"rendered":"Wenn die Erde bebt"},"content":{"rendered":"<p>Auf unserer Reise quer durch Italien, wo wir zu einem wunderbaren kleinen Opernfestival auf der anderen Seite des Stiefels gefahren sind, kamen wir auch an all den kleinen Orten vorbei, die heute trauriger Mittelpunkt der Medien sind. Bei fast jedem habe ich zu meinem Mann gesagt: Oh, schau, hier ist es so friedlich, wenn wir mal gar nichts von Terrorismus, Gefahren oder Stress mitbekommen wollen, dann mieten wir uns hier eine kleine Wohnung und lassen es uns gut gehen. Das Essen ist wunderbar, die Menschen freundlich, nachts weht auch im Hochsommer ein k\u00fchler Wind und tags\u00fcber k\u00f6nnen wir in einen herrlichen Rhythmus zwischen Fr\u00fchst\u00fcckscappuccino auf der Piazza und tr\u00e4gem Mittagessen in einem Bergrestaurant mit Blick \u00fcber die T\u00e4ler verfallen. Abends, nach einem langen Mittagsschlaf, w\u00e4re dann genau wieder die Energie da, die es braucht, um sich zum Abendessen und einem Bummel aufzuraffen. <\/p>\n<p>So denkt man in der heutigen Zeit, in der jede menschliche Entgleisung am anderen Ende der Welt sofort ins eigene Leben geholt wird, in der man kurz nach dem Aufwachen schon erfahren kann, dass einer im 4.964,39 km entfernten Kabul (Luftlinie) eine Universit\u00e4t beschossen hat oder \u00c4hnliches. In fr\u00fcheren Jahren haben Angeh\u00f6rige per Brief erfahren, dass ihre n\u00e4chsten Anverwandten verstorben sind, was nat\u00fcrlich auch nicht sch\u00f6n ist, weil Verstimmungen nicht noch kurzfristig aus dem Weg ger\u00e4umt werden konnten, aber man blieb doch mehr im eigenen Leben. Denn durch die j\u00fcngsten Katastrophenmeldungen, die so kurz aufeinander und schon beinahe regelm\u00e4\u00dfig erfolgen, ist eines anders geworden als fr\u00fcher: Fast jeder hat einen Bezug zu den Orten, an denen Schlimmes geschieht.<\/p>\n<p>Nizza, M\u00fcnchen, Italien &#8211; all diese Orte sind Orte, an die auch &#8222;normale&#8220; Menschen reisen, in denen sie vielleicht sogar wohnen. Es kann ein pers\u00f6nlicher Bezug zu ihnen hergestellt werden und das macht die Ungl\u00fccke noch ungl\u00fccklicher. Weil uns eben das, was wir kennen und wo wir schon waren, noch mehr betrifft als ein Ort, der 4.964,39 km Luftlinie entfernt ist. Vor allem jedoch hat sich das Leben f\u00fcr all die Menschen in dieser wundersch\u00f6nen Region Italiens ge\u00e4ndert, wo dieses Jahr sicherlich keine &#8222;Festa della Amatriciana&#8220; stattfinden wird, das Fest zu Ehren der einzigartig guten Nudeln mit Speck-Zwiebel-Tomatenso\u00dfe. Wie so oft im vergangenen Jahr wandern unsere Gedanken ins nahe Ausland, zu den Menschen, die ihr Leben nun in ein &#8222;Vorher&#8220; und ein &#8222;Nachher&#8220; einteilen werden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auf unserer Reise quer durch Italien, wo wir zu einem wunderbaren kleinen Opernfestival auf der anderen Seite des Stiefels gefahren sind, kamen wir auch an all den kleinen Orten vorbei, die heute trauriger Mittelpunkt der Medien sind. 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