{"id":3307,"date":"2016-08-02T15:53:12","date_gmt":"2016-08-02T15:53:12","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3307"},"modified":"2016-08-02T15:53:12","modified_gmt":"2016-08-02T15:53:12","slug":"fremdgehen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3307","title":{"rendered":"Fremdgehen"},"content":{"rendered":"<p>Welch schlimmes Wort! Allerdings nur, weil wir es in einem bestimmten Zusammenhang kennen und f\u00fcrchten gelernt haben. Ansonsten ist man \u00fcberallhin mal als Fremder gegangen und wenn es nicht sch\u00f6n war, auch ein solcher geblieben. Die ersten Male irgendwo oder mit irgendwem zu sein, sind immer spannend, aufregend, ungewiss und erst mit der Zeit l\u00fcftet sich, ob aus dem Fremden etwas Vertrautes werden k\u00f6nnte. Manchmal hat man gleich zu Anfang ein Gef\u00fchl, Daumen hoch oder runter, aber selbst das kann tr\u00fcgen, kann von einem Menschen abh\u00e4ngig sein, der an diesem Tag nur zuf\u00e4llig da war, von einem Duft, von irgendwas. Ich hatte ja schon mehrmals erw\u00e4hnt, dass bei unserem Pasquale nicht mehr alles ist, wie es war und dass der dicke Luca das Restaurant mit seinen Leuchtt\u00fcrmen, Muscheln, Weinschr\u00e4nken und dem bl\u00f6den wei\u00dfen Fl\u00fcgel sch\u00f6n langsam in den Traum einer jeden Vorstadtdekorateurin verwandelt hat.<\/p>\n<p>Das Essen war immer noch wunderbar, zumindest die Hauptgerichte, im Service waren auf einmal andere Leute da, nicht wie sonst Festangestellte, sondern Aushilfen und Leihkr\u00e4fte, aber dar\u00fcber konnten und wollten Stammg\u00e4ste hinwegsehen. Nun waren wir heute das erste Mal so richtig dort und ich konnte mich vorab durchsetzen, dass wir mal das Mittagsbuffet ausprobieren und nicht immer \u00e0 la carte essen. Ich hatte es heute f\u00fcr einen guten Tag erachtet, weil Massimo, unser Hauptkellner nicht da zu sein schien. Allein, es w\u00e4re gar kein Trick notwendig gewesen. Es gab \u00fcberhaupt kein echte Mittagessen. Jetzt bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, denn am Strand &#8211; neben dem Capo und seiner Gemahlin &#8211; haben wir nat\u00fcrlich die wildesten Verschw\u00f6rungstheorien gew\u00e4lzt und dass vielleicht bald alles in Casinos oder sonstwas umgewandelt werden soll und die ganze Geschichte nur ein Trick ist, um g\u00fcnstig an Land zu kommen. Ein wahrhaftiger Krimi und da soll man sich erholen?!<\/p>\n<p>Und weil Frauen einen siebten Sinn f\u00fcr solche Ver\u00e4nderungen haben, waren wir bereits gestern an einem g\u00e4nzlich anderen Ort, zwar auch am Meer, aber sozusagen an einem anderen. Dort waren wir zum ersten Mal, Fremde, und dementsprechend aufgeregt. Am Strand gibt es keine festen Schirme, keine Schirmst\u00e4nder, alles ist frei (ich habe erst auf dem Heimweg verstanden, warum es mir dort so anders vorgekommen ist) und man kann mit den F\u00fc\u00dfen im Sand essen, was f\u00fcr mich als Urdeutsche der Inbegriff des Himmels ist. Was wir gegessen haben, kam nicht im Entferntesten an Pasquales K\u00fcche heran, aber ganz ehrlich: kochen kann ist selber. Und auch nicht schlecht. Wir schauen jetzt mal und halten es wie die R\u00f6mer &#8222;Si chiude una porta, si apre un portone&#8220;, es schlie\u00dft sich eine T\u00fcr, es \u00f6ffnet sich ein Tor.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Welch schlimmes Wort! Allerdings nur, weil wir es in einem bestimmten Zusammenhang kennen und f\u00fcrchten gelernt haben. Ansonsten ist man \u00fcberallhin mal als Fremder gegangen und wenn es nicht sch\u00f6n war, auch ein solcher geblieben. 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