{"id":3167,"date":"2016-06-12T13:37:34","date_gmt":"2016-06-12T13:37:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3167"},"modified":"2016-06-12T13:41:23","modified_gmt":"2016-06-12T13:41:23","slug":"win-win","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3167","title":{"rendered":"Win Win"},"content":{"rendered":"<p>Bei Verhandlungen und in Gespr\u00e4chen gilt &#8222;Win Win&#8220; als echter Erfolg. Beide Parteien f\u00fchlen sich als Gewinner, keiner geht frustriert nach hause &#8211; mehr kann man nicht erwarten. Menschen, die gerne helfen, erleben in Pflegeberufen oder im Ehrenamt oftmals ein solches Win Win. Oder kleine Hunde, die aus T\u00f6tungsstationen gerettet werden und zu einem Menschen kommen, der vor Kummer \u00fcber seinen verstorbenen Hund wie versteinert ist. Gestern gab es gleich zwei solcher gewinnbringenden Gl\u00fccksf\u00e4lle: Ein kleiner schwarzer Hund hat eine gro\u00dfe traurige Frau wieder zu L\u00e4cheln gebracht und nach langer Reise ein sicheres und wunderbares Zuhause gefunden hat und T\u00e4nzerinnen und T\u00e4nzer, die das tun, was sie besonders gut und gerne tun, sind auf Zuschauer getroffen, die sich auf sie gefreut haben und ihnen besonders gerne zuschauen.<\/p>\n<p>Es war nicht nur die Ankunft des kleinen schwarzen Hundes, sondern auch der Abschlussabend des Balletts im Augsburger Theater vor der (jahrelangen) Renovierung. Besuch aus der ganzen Welt hatte sich angek\u00fcndigt und f\u00fcr drei Stunden wurden die f\u00fcr nicht mehr zeitgem\u00e4\u00df verworfenen Bretter noch einmal zur internationalen B\u00fchne. Wieviel Disziplin und Arbeit und Tr\u00e4nen und Schwei\u00df hinter den anmutigen und kraftvollen Bewegungen steckt, kann jemand, der wie ich noch niemals Ballett gemacht hat, nur erahnen. Wozu ich allerdings kein Profi sein musste, war, zu erkennen, dass Ballettpublikum ein v\u00f6llig anderes Verhalten an den Tag legt, als Opern- oder Schauspielpublikum. Da wird auf offener Szene (und die sind wirklich nicht lang, den Bruchteil einer Arie!) applaudiert, fr\u00f6hlich und begeistert reingebravot und auch ansonsten allerlei Spektakel veranstaltet. Sehr lebhaft geht es zu.<\/p>\n<p>Das au\u00dferordentlich besondere Benehmen einer Dame aus dem Publikum schr\u00e4g vor uns war allerdings ein Spektakel, das auch f\u00fcr begeisterungsf\u00e4hige Ballettzuschauer au\u00dfergew\u00f6hnlich sein d\u00fcrfte. Besagte Dame hat, warum auch immer, einen so heftigen und andauernden Streit mit ihrem Vordermann oder ihrer Vorderfrau begonnen und auch erbittert \u00fcber mehrere Tanzeinlagen hinweg durchgezogen, dass ich geneigt war, es f\u00fcr eine dieser neumodischen Panks zu halten (wir hatten es erst neulich davon). War es aber nicht, es war v\u00f6llig ernst und wirklich erstaunlich. Die Dame war hoch in den 70ern und gut gekleidet, \u00fcber den recht passiven Widersacher, dem immer wieder &#8222;eine aufs Maul&#8220; angedroht wurde, kann ich leider nichts sagen. Ich werde aber sicherlich &#8211; und nicht nur deshalb &#8211; k\u00fcnftig \u00f6fter ins Ballett gehen. F\u00fcr mich, die meisten Zuschauer und T\u00e4nzer war der Abend in jedem Fall ein Gewinn, f\u00fcr den schwarzen kleinen Hund und sein neues Frauchen auch. Wie es der Dame ergangen ist, deren Hand im Scho\u00df ruhen bleiben musste, kann ich tats\u00e4chlich nicht beurteilen. Sie ist sitzen geblieben, aber hat sich trotz aller gebotener Sch\u00f6nheit entschlossen, sich zu \u00e4rgern. Kein Gewinner.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bei Verhandlungen und in Gespr\u00e4chen gilt &#8222;Win Win&#8220; als echter Erfolg. 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