{"id":3145,"date":"2016-06-03T15:32:58","date_gmt":"2016-06-03T15:32:58","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3145"},"modified":"2016-06-03T15:49:27","modified_gmt":"2016-06-03T15:49:27","slug":"fleckenteufel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3145","title":{"rendered":"Fleckenteufel"},"content":{"rendered":"<p>Eine unbestreitbare Tatsache ist, dass die Menschen in halb volle und halb leere Gl\u00e4sertypen zu unterteilen sind. Ob generell oder je nach Situation, das h\u00e4ngt von der inneren Stabilit\u00e4t ab. Sind sie v\u00f6llig gelassene und hochentwickelte im Hier-und-Jetzt-Typen, nehmen sie die Dinge und das Leben einfach hin und werten gar nicht mehr, ja sind sogar absichts- und wunschlos. M\u00f6glicherweise gibt es genau einen solchen Menschen auf irgendeinem nepalesischen Gipfel oder er ist Ziegenhirte in einer abgeschiedenen Gebirgsregion. Eine weitere Tatsache ist, dass wir zwar heute jederzeit und immer auf unsere Begierden und W\u00fcnsche achten und danach trachten, sie m\u00f6glichst sofort erf\u00fcllt zu haben, aber die allerwenigsten ihre wahren Bed\u00fcrfnisse kennen, weil das auch gar nicht so einfach ist. Ein Porsche ist n\u00e4mlich ein Wunsch und kein Bed\u00fcrfnis. Aber hier schweifen wir ganz eindeutig in die Philosophie bzw. die Psychologie ab und an sich wollte ich ja \u00fcber meine Kaschmirpullis sprechen.<\/p>\n<p>Ich kann mich in der momentanen Situation n\u00e4mlich genau zwischen den beiden Gl\u00e4sertypen entscheiden. Bin ich der halb volle Typ, dann freue ich mich, dass ich bald viele neue Kaschmirpullis kaufen kann, weil Platz im Schrank ist oder bin ich der halb leere Typ und gr\u00e4me mich \u00fcber den \u00fcberproportional geh\u00e4uften Schwund an Kaschmirpullis in meinem Leben. Der Schwund tritt n\u00e4mlich in den letzten beiden Monaten geradezu inflation\u00e4r auf. Von der Mottenplage in Paris hatte ich ja schon berichtet, nun k\u00f6nnte man von einer Gallseifenplage sprechen. Leider widerf\u00e4hrt mir hin und wieder ein kleines Missgeschick, von dem ich die l\u00e4ngste Zeit gar nichts bemerke und fr\u00f6hlich weiter vor mich hin wurschtle, w\u00e4hrend meine Vorderfront kleine Schlieren oder Schmutzb\u00e4tzele aufweist, gerne auch Tomatenso\u00dfenspritzer. Denen r\u00fccke ich dann mit Gallseife zu Leibe. Was auch fantastisch funktioniert. Die Flecken gehen immer raus. Zur\u00fcck bleiben daf\u00fcr wei\u00dfe, gr\u00f6\u00dfere Flecken. Von der Gallseife. Auf diese Art habe ich schon einen neonpinken Pulli mit bl\u00f6den Giltzerschmetterlingsapplikationen ben\u00e4hen lassen m\u00fcssen, bei einem flaschengr\u00fcnen ist nichts mehr zu machen und heute habe ich einen meiner \u00e4ltesten und sch\u00f6nsten karamellfarbenen in ein Entf\u00e4rbebad gesteckt. Weil&#8217;s grad schon wurscht ist, warum ich ihn wegwerfe.<\/p>\n<p>Noch bin ich in der Phase st\u00e4rksten Haderns und noch nicht wirklich zum Optimismus bereit, es k\u00f6nnte aber sein, dass sich das bei der n\u00e4chsten Einladung zu einem Cashmere-Sale wie das ja nun neudeutsch hei\u00dft, \u00e4ndert und ich fr\u00f6hlich und enthemmt wie nie zuschlage. Denn das wei\u00df ich sicher: Kaschmirpullis sind kein Wunsch, sondern ein Bed\u00fcrfnis.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine unbestreitbare Tatsache ist, dass die Menschen in halb volle und halb leere Gl\u00e4sertypen zu unterteilen sind. Ob generell oder je nach Situation, das h\u00e4ngt von der inneren Stabilit\u00e4t ab. 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