{"id":3121,"date":"2016-05-26T07:51:09","date_gmt":"2016-05-26T07:51:09","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3121"},"modified":"2016-05-26T07:51:09","modified_gmt":"2016-05-26T07:51:09","slug":"sneakers","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3121","title":{"rendered":"Sneakers"},"content":{"rendered":"<p>So, heute wollen wir uns mal einem zeitgeistigen Begriff f\u00fcr etwas Altbekanntes widmen. Dem Sneaker. Ich muss zugeben, dass ich den Begriff nicht wirklich gut kannte, bis er in meiner Familie immer mal wieder hochgeschwappt ist. Ich glaube, ich hatte schon mal erw\u00e4hnt, dass Sport etwas ist, ohne das ich prima auskomme und das ich auch keinesfalls vermisse, sollte es sich mal nicht einrichten lassen. Von daher kannte ich nur Turnschuhe und die halt auch eher vom Schulsport her. Niemals w\u00e4re mir in den Sinn gekommen, ein derart verhasstes Sport-Accessoirce au\u00dferhalb des Turnunterrichts zu tragen. Mit 16 dann kam allerdings die Mode der hohen wei\u00dfen Adidasstiefel, zu denen es eigene Farbstifte zu kaufen gab um die Streifen individuell zu gestalten. Da ich auch damals schon meiner Zeit weit voraus war und leider gr\u00f6\u00dfere F\u00fc\u00dfe hatte, als es die Schuhindustrie in Mitteldeutschland vorsah, war das nat\u00fcrlich eine exzellenter Ausweichmethode aus meiner modischen Misere. <\/p>\n<p>Aber ansonsten Turnschuhe? Fehlanzeige. Was ich allerdings relativ schnell f\u00fcr mich entdeckt hatte, waren Supergas. Und zwar in wei\u00df und das sollte sich auch bis in die Jetztzeit erhalten. Wenn ich unter zehn Paaren davon, in verschiedenen Verfallsstadien, habe werde ich nerv\u00f6s. Das ist wie bei Nudelpackungen, unter 5 Kilo geht pro Haushalt nichts. Au\u00dfer in Paris, da w\u00fcrden sie \u00fcberproportional viel Platz verschlingen und ich m\u00fcsste sie im Kleiderschrank lagern, was ja nat\u00fcrlich nicht geht, weil da schon die Supergas stehen. Sneakers, Schleicher, kamen und kommen also in meinem Leben bislang nicht vor und ich vermute, das bleibt auch so. Denn letztendlich ist der Sneaker des Turnschuhs Feind und es kommt sicherlich nicht von Ungef\u00e4hr, dass es in den letzten Jahren eine entschiedene Gegenbewegung zu den Luxusmodellen der mittelalterlichen unter Jugendzwang gibt. Anstatt Valentino-Modelle mit Safaridruck f\u00fcr 550 Euro setzen sich die Klassiker aus dem letzten Jahrtausend in einer sensationellen Neuauflage durch und traben l\u00e4ssig federnd durch die Gro\u00dfst\u00e4dte. <\/p>\n<p>Denn da f\u00fchlen sie sich auch wohl. Dort wurden sie im Alltag als Statement, Auflehnung oder eben als Turnschuh getragen, weil man &#8211; zwar im Kost\u00fcm, aber mit eben mit Turnschuhen &#8211; von der U-Bahn zum B\u00fcro laufen musste wie Tess McGill in &#8222;Die Waffen der Frauen&#8220; in den fr\u00fchen Neunziger Jahren. Sneakers hingegen sind die Schuhe, die Frauen ab Mitte vierzig und leider auch M\u00e4nner, die in Vororten leben, gerne tragen, weil sie meinen, bei maximaler Bequemlichkeit auch noch modisch-l\u00e4ssig zu sein, wenn sie im SUV zum Gartencenter oder in den Tennisclub fahren. Ich finde, das ist eine eklatante Fehleinsch\u00e4tzung. R\u00e4tseln l\u00e4sst mich allerdings das &#8211; an sich recht propere &#8211; Paar Stiefel, das ich heute Morgen auf der Rue Saint Honor\u00e9 liegen sah. Hat der Besitzer Fu\u00dfweh? Neue Schuhe, die er unbedingt gleich anbehalten wollte? Oder ist auch er ein Anh\u00e4nger bequemer Sneakers geworden und schleicht demn\u00e4chst neben mir durch die Stra\u00dfen von Paris?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So, heute wollen wir uns mal einem zeitgeistigen Begriff f\u00fcr etwas Altbekanntes widmen. Dem Sneaker. 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