{"id":3051,"date":"2016-05-11T05:22:18","date_gmt":"2016-05-11T05:22:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3051"},"modified":"2016-05-11T05:36:53","modified_gmt":"2016-05-11T05:36:53","slug":"mit-den-fingern-zu-den-fuessen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3051","title":{"rendered":"Mit den Fingern zu den F\u00fc\u00dfen"},"content":{"rendered":"<p>Eskapaden und Kapriolen gibt es in der Natur zuhauf und so k\u00f6nnen wir trotz der grunds\u00e4tzlichen Tendenz, im Leben immer was dazuzulernen, auch feststellen, dass es die ein oder andere F\u00e4higkeit gibt, die von Geburt an eins A da ist, sich kurz umschaut, ob sie weiterhin gebraucht wird und wenn nicht, einfach wieder verschwindet. So wie einer in seiner Stammkneipe den Kopf durch die Schwingt\u00fcre steckt, schaut, ob die Kumpels da sind, nein, gut, dann kann ich ja wieder gehen. Schwimmen und Tauchen zum Beispiel k\u00f6nnen Babys, wenn sie aus dem Leib schl\u00fcpfen und verlieren es \u00e4rgerlicherweise nach f\u00fcnf bis acht Monaten wieder, nur um es dann f\u00fcr teures Geld und unter Aufbringung von viel Geduld seitens aller Teilnehmer mit drei bis vier Jahren wieder zu erlernen.<\/p>\n<p>Oder denken wir an die Beweglichkeit. Wer h\u00e4tte noch nicht fasziniert zugeschaut, wie Babys sich auf der Wickelkommode m\u00fchelos ihre fleischigen kleinen F\u00fc\u00dfchen in den Mund stecken, um ausgiebig halt mal an denen anstatt auf den F\u00e4usten herumzunuckeln. Jahre sp\u00e4ter plagen sich einige von uns beim Yoga immer noch damit herum, mit den Fingern die F\u00fc\u00dfe im Stehen (mit durchgedr\u00fcckten Beinen) zu ber\u00fchren. Oder nehmen wir die Sensibilit\u00e4t, die Empathie. Schon im Kleinstkindesalter empfinden Kinder Mitgef\u00fchl, k\u00f6nnen sich in ein anderes hineinversetzen, m\u00f6chten es tr\u00f6sten, wenn es traurig ist. Und oft k\u00f6nnen zu Tr\u00e4nen ger\u00fchrte M\u00fctter oder Gro\u00dfm\u00fctter beobachten, wie eine grob motorische Patschhand aus dem Kinderwagen sich einem weinenden anderen Kind zuneigt. Manchmal geht es sogar so weit, f\u00fcr kurze Zeit das geliebte Schmusetuch\/Tier\/Spielzeug anzubieten. Vern\u00fcnftigerweise wird es aber schnell wieder zur\u00fcckgeholt, bringt ja nichts, wenn man vor lauter Mitleid dann selber leidet. Da sind Kinder schlau. <\/p>\n<p>Um wieviel erstaunlicher ist es vor diesem Hintergrund dann doch, dass diese Empathie im Laufe eines Menschenlebens, von dem idealerweise ja angenommen wird, dass es ein steter Lern- und Erfahrungsprozess ist, manchmal eher schwindet als zunimmt. Dass man erst nach vielen qu\u00e4lenden Lektionen wieder in Kontakt mit seinen F\u00fc\u00dfen kommt &#8211; nebens\u00e4chlich. Macht das Leben gef\u00fchlskalt, unbeugsam? Was muss passieren, dass einer die Gef\u00fchle anderer Menschen gar nicht mehr wahrnimmt? Ist Empathie etwas, das wie die hinteren Beinmuskeln trainiert werden muss? Eine F\u00e4higkeit, die verk\u00fcmmert, wenn sie nicht gepflegt wird? Und warum wird sie nicht gepflegt? Und wenn schon keine Empathie, warum dann auch keine Sensibilit\u00e4t? Wo sie doch meist in einem \u00dcberma\u00df in Bezug auf die eigene Person vorhanden ist? Gehorcht Sensibilit\u00e4t den Prinzipien des Nullsummenspiels? Muss sie einfach irgendwo hin? Fest steht: wer sich nicht in andere einf\u00fchlen kann oder m\u00f6chte, muss ein ganzes Leben ausschlie\u00dflich mit sich selbst leben, sein Erleben endet dort, wo seine Haut aufh\u00f6rt. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eskapaden und Kapriolen gibt es in der Natur zuhauf und so k\u00f6nnen wir trotz der grunds\u00e4tzlichen Tendenz, im Leben immer was dazuzulernen, auch feststellen, dass es die ein oder andere F\u00e4higkeit gibt, die von Geburt an eins A da ist, sich kurz umschaut, ob sie weiterhin gebraucht wird und wenn nicht, einfach wieder verschwindet. 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