{"id":3034,"date":"2016-05-08T06:03:50","date_gmt":"2016-05-08T06:03:50","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3034"},"modified":"2016-05-08T06:03:50","modified_gmt":"2016-05-08T06:03:50","slug":"taxi","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=3034","title":{"rendered":"Taxi!!!"},"content":{"rendered":"<p>Dass Pariser Taxifahrer ein militantes, intellektuell verbr\u00e4mtes und anma\u00dfendes V\u00f6lkchen f\u00fcr sich sind, ist hinreichend bekannt. Sie starten das Taxameter ab dem Moment, in dem sie einen Ruf annehmen. Vorzugsweise tun sie das, wenn sie gerade, sagen wir mal, zu hause losfahren und dieses Zuhause mindestens f\u00fcnf bis zehn Kilometer vom Ruf des Klienten entfernt liegt. Nur dann macht es f\u00fcr sie Sinn. Sie k\u00f6nnen dann frohgemut mit einem Anfangsstand von 12,60 Euro beim nerv\u00f6s von einem auf den anderen Fu\u00df h\u00fcpfenden Wartenden ankommen. Dann dr\u00f6hnen sie ihn mit eint\u00f6nigen Diskussionsbeitr\u00e4gen im Radio zu oder lassen atonale Freejazzmusik laufen, so dass sp\u00e4testens dann jeglicher Widerstand gebrochen ist und auch \u00dcberlebende eines Folterregimes froh sind, aussteigen zu d\u00fcrfen. Zu jedem Preis. Das ist Paris und es nimmt nicht Wunder, dass Uber hier spektakul\u00e4re Erfolge einf\u00e4hrt. Auch nicht, dass Pariser Taxifahrer lieber den Besseren verdreschen und ihm die Reifen anz\u00fcnden, als selber besser zu werden. Wo k\u00e4men wir denn da hin? Ist schlie\u00dflich ein Anbietermarkt. Merde alors!<\/p>\n<p>Nicht so in Rom. Dort sind fast alle Taxifahrer und eigentlich fast alle Angeh\u00f6rigen des fahrenden Gewerbes Romanisti, Romafans und damit per se herzliche, grundgute Menschen, mit dem Herz am rechten Fleck und einer geh\u00f6rigen Portion Mutterwitz. Dass sie bei aller Liebe ab und an mal einen wohlhabenden Japaner, der zuvor kichernd \u00fcber die l\u00e4cherlichen Preise bei Prada oder Gucci die Lager leergekauft hat, f\u00fcr hundert Euro nach Fiumicino fahren, bitte &#8211; wer k\u00f6nnte da b\u00f6se sein? Man ist schlie\u00dflich kein Japaner und mal ganz unter uns: Wenn sie alles so prima g\u00fcnstig finden, dass sie wirklich jede Farbe von einem Modell kaufen, warum soll dann gerade ein redlicher Taxifahrer nicht auch mal zwei Mal die Woche Fleisch f\u00fcr seine Familie auf den Tisch bringen d\u00fcrfen?! Eine Ausnahme gibt es allerdings auch bei den r\u00f6mischen Taxlern und sie h\u00e4ngt, wie schon erw\u00e4hnt, meist mit dem Flughafen zusammen. Oder mit einem Hund. Oder mit einer zu geringen Fahrtstrecke. Oder mit der Wohngegend, in die man m\u00f6chte. Oder dass sie gerade alle zusammen eine Partie V\u00f6lkerball spielen m\u00f6chten.<\/p>\n<p>Und so haben wir gestern die Erfahrung gemacht, dass an einem Taxistand vier Wagen ordentlich geparkt und verschlossen standen und ohne Fahrer. Nachfragen in umliegenden Bars haben ergeben, dass man sich bei Gott nicht vorstellen k\u00f6nnte, wo sie seien, aber bei Taxifahrern k\u00f6nne man eh nie wissen und vielleicht w\u00fcrden sie streiken &#8211; chi lo sa? Hmpf. Das ist ausgesprochen unbefriedigend und nur der Rom-Bonus h\u00e4lt einen da vom groben Fluchen ab. Zum Gl\u00fcck konnten wir ein anderes Taxi ergattern, dieses allerdings mit einem etwas zwanghaften Fahrer, der auf einer Strecke von zehn Minuten sage und schreibe f\u00fcnf Mal sein Armaturenbrett mit einem Tuch abgewischt hat, was verst\u00e4ndlich war, denn Staub fliegt ja in unerbittlicher Standhaftigkeit durch die Welt und auch durch sein Taxi. Oder vielleicht hat die Roma verloren oder die anderen vier Taxifahrer haben ihn nicht beim V\u00f6lkerball mitspielen lassen und er kompensiert das mit Zwangshandlungen? Man steckt ja nicht drin.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dass Pariser Taxifahrer ein militantes, intellektuell verbr\u00e4mtes und anma\u00dfendes V\u00f6lkchen f\u00fcr sich sind, ist hinreichend bekannt. Sie starten das Taxameter ab dem Moment, in dem sie einen Ruf annehmen. 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