{"id":2974,"date":"2016-04-14T12:30:22","date_gmt":"2016-04-14T12:30:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2974"},"modified":"2016-04-14T12:31:54","modified_gmt":"2016-04-14T12:31:54","slug":"fleisch-aus-deutschen-landen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2974","title":{"rendered":"Fleisch aus deutschen Landen"},"content":{"rendered":"<p>Ich war so lange nicht mehr in Paris, dass ich richtiggehend Sehnsucht habe. Aber nicht jede Sehnsucht macht blind. Mich und mein Herz tr\u00fcbt nichts so leicht. Zwar vergesse ich immer wieder, dass unser lieber Massimo ein recht gem\u00fctlicher Schlendrian sein kann und dass ich das Bettenbeziehen aufs Zur\u00fcckkommen verschoben habe, was ich aber nicht vergesse, ist, dass Pariser Metzger einen g\u00e4nzlich anderen Umgang mit Fleisch pflegen als ich es mag. Man bekommt zwar ein recht ordentliches Filet, muss aber mindestens ein Drittel mehr bezahlen, weil es nicht ordentlich geputzt wird. Es hat dicke wei\u00dfe und zum Teil harte Fettteile dran und wenn ich mich erk\u00fchne, auf franz\u00f6sisch darum zu bitten, dass es entfernt wird, werde ich entweder nicht verstanden oder mir wird mit nachsichtigem Blick mitgeteilt, das geh\u00f6re doch so wegen des Geschmacks. Tant pis, wie der gepflegte Franzose sagt, bringe ich mir halt mein Rindfleisch aus Bayern mit. Wir sind eh netter mit den Tieren.<\/p>\n<p>Und weil ich nicht so viel Gep\u00e4ck habe diesmal und mich sowieso \u00fcber die gesalzenen Obst- und Gem\u00fcsepreise \u00e4rgere, nehme ich Teile meines eh vollen K\u00fchlschranks eben auch mit. Also werde ich morgen mit einem h\u00fcbschen Traget\u00e4schchen voller K\u00f6stlichkeiten in die Hauptstadt der Gourmets reisen und mich freuen. Vielleicht flattert mir ja noch ein Huhn \u00fcber den Weg, dann k\u00f6nnte ich es malerisch in einen Korb packen und wie die russischen Bauersfrauen reisen. Die wussten schon, warum. Als ich das meiner Metzgersfrau erz\u00e4hlt habe, bzw. sie um Rat beim Transport gefragt hatte, hat uns das auf eine v\u00f6llig neue Ebene des gegenseitigen Einverst\u00e4ndnisses katapultiert. Sie hat mal zehn Jahre in Stra\u00dfburg gelebt und was sie da erleben und beobachten konnte, h\u00e4tte uns noch weit bis \u00fcber Feierabend besch\u00e4ftigt, w\u00e4ren nicht st\u00f6rende andere Kunden hinter mir gewesen. <\/p>\n<p>Schlagartig bin ich von einer ziemlich netten Kundin, wegen der man auch mal andere von der Kollegin bedienen hat lassen, zur erkl\u00e4rten Lieblingskundin hochgeschossen und ich denke, wir werden noch recht h\u00e4ufig \u00fcber das Thema sprechen. Gar nicht genug konnte sie meine Klugheit und meinen Patriotismus loben, der ja nicht aus Vorurteilen, sondern der Erfahrung gen\u00e4hrt ist. Als sie geh\u00f6rt hat, dass mein armer Mann dort sogar f\u00fcr l\u00e4nger leben und arbeiten muss, hat sie mir gleich noch eine Leberwurst und einen Bergk\u00e4se eingepackt, damit &#8222;der arme Kerle was zum Essen hat, wenn Sie scho ned da sin.&#8220; Sollte sich morgen also mal wieder jemand vor den Zug werfen, k\u00f6nnte ich es recht lange aushalten. Gott bewahre!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich war so lange nicht mehr in Paris, dass ich richtiggehend Sehnsucht habe. Aber nicht jede Sehnsucht macht blind. Mich und mein Herz tr\u00fcbt nichts so leicht. 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