{"id":2929,"date":"2016-04-02T06:37:57","date_gmt":"2016-04-02T06:37:57","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2929"},"modified":"2016-04-02T08:49:52","modified_gmt":"2016-04-02T08:49:52","slug":"nata-pronta","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2929","title":{"rendered":"Nata pronta"},"content":{"rendered":"<p>So sagt man in Italien zu Menschen, auf die man nicht warten muss. Wenn einer gefragt wird, ob er fertig ist und er das schon eine geraume Weile von sich behaupten kann, dann antwortet er darauf gerne: sono nata pronta, ich bin fertig geboren. Nun, und ich kann mit Fug und Recht und auch mit Stolz sagen, dass ich fertig geboren bin. Ich bin in der gl\u00fccklichen Lage, dass ich Menschen niemals auf mich warten lasse, was zur Folge hat, dass meist ich auf sie warte. Ich warte auf meine Freundinnen, die mich in Rom besuchen, ich warte auf sie auf gemeinsamen Reisen, ich warte auf meinen Mann &#8211; auch morgens, wenn man doch meinen sollte, ein Mann h\u00e4tte nicht so viel zu tun wie eine Frau -, auf M\u00e4nner im Allgemeinen, eigentlich auf alle. Und wenn ich mich an den alten Witz vom Falschfahrer auf der Autobahn erinnere, der nach einer Radiomeldung, dass ein Fahrzeug entgegen k\u00e4me, anmerkt, es sei nicht eines, sondern tausende, darauf besinne, dass das Problem dann nicht an den anderen, sondern an einem selbst liegt, dann habe ich ein gewaltiges.<\/p>\n<p>Woran liegt das? Vielleicht, dass ich die Zeiten bestimme? Spontan bin? Das k\u00f6nnte sein, aber bitte, irgendwann muss man doch von der Horizontalen in die Vertikale kommen, den Tag beginnen, etwas unternehmen, etwas erleben, raus gehen. Oder nicht? Ich kann mich inzwischen prima besch\u00e4ftigen, f\u00fchre meist B\u00fccher oder eben meinen Computer mit mir und auf diese Art und Weise sind schon viele zig Blogbeitr\u00e4ge entstanden. Was tun Menschen, wenn sie andere warten lassen? Schon klar, sie leben nach ihrem Rhythmus, was unter uns gesagt, ein Schneckenrhythmus sein muss. Zum Gl\u00fcck habe ich hier meinen Meister noch nicht gefunden und kann jeden Tag und fast jede Unternehmung mit dem befriedigenden Gef\u00fchl beginnen, die Erste zu sein, was mich zun\u00e4chst tiefenentspannt, in der l\u00e4ngeren Folge allerdings durchaus auch etwas unwirsch macht. <\/p>\n<p>Ich versuche, der Sache &#8211; zumal sie nicht zu \u00e4ndern scheint &#8211; ausschlie\u00dflich positive Aspekte abzugewinnen. Bin ich in fremden Gefilden, lerne ich die n\u00e4here Umgebung besser kennen, bringe meinen Email-Verkehr auf Vordermann, lerne die Hotelmitarbeiter besser kennen oder erfahre unter Umst\u00e4nden sogar Geheimtipps. Zuhause hingegen bin ich ja v\u00f6llig frei, ich kann &#8211; wenn es sich um eine dramatisch anzunehmende Wartezeit handelt &#8211; mit dem B\u00fcgeln anfangen, wobei das zum Gl\u00fcck ja auch nicht immer eine Option ist oder fernsehen oder Kaschmirpullis entfusseln. Was mich wirklich umtreibt und was ich bislang noch nicht l\u00f6sen konnte, ist das R\u00e4tsel, was Menschen tun, wenn sie andere warten lassen. Das w\u00fcrde ich wirklich wahnsinnig gerne wissen, denn all die Wartezeit hat mich der L\u00f6sung noch keinen Schritt n\u00e4her gebracht. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>So sagt man in Italien zu Menschen, auf die man nicht warten muss. Wenn einer gefragt wird, ob er fertig ist und er das schon eine geraume Weile von sich behaupten kann, dann antwortet er darauf gerne: sono nata pronta, ich bin fertig geboren. 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