{"id":288,"date":"2014-06-09T11:22:35","date_gmt":"2014-06-09T11:22:35","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=288"},"modified":"2014-06-18T16:18:51","modified_gmt":"2014-06-18T16:18:51","slug":"tauben-aale-unerwuenschte","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=288","title":{"rendered":"Tauben, Aale, Unerw\u00fcnschte"},"content":{"rendered":"<p>Ja, ich bin wieder zur\u00fcck auf meinem Hochzeitsbalkon und nein, ich kann das Netz noch nicht abnehmen. Karl und Gertrud ist nicht zu trauen, sie fliegen immer noch Patrouille und in ihren vorbeiflatternden Augen kann ich h\u00e4mische Schadenfreude\u00a0erkennen. Wenn wir ihn nicht nutzen k\u00f6nnen, dann Du aber auch nicht. F\u00fchl Dich blo\u00df nicht sicher. Schon recht, ich habe verstanden. Freitagabend haben wir uns dann aber doch getraut, haben eine Schleife des Netzes gelockert und ein schnelles Abendessen auf dem Balkon hinuntergeschlungen. Der Schleier hat mich anmutig umwabert und wenn man es recht bedenkt, gibt es doch oftmals Anl\u00e4sse und Umst\u00e4nde, bei denen man sich fragt, warum man sie sich antut. Bei sehr hohen, spitzen Schuhen zum Beispiel oder Hochzeitseinladungen an den entlegensten Orten im Hochsommer. Hier hat der Umstand ja zumindest einen Grund und Zweck. Andere Menschen in anderen L\u00e4ndern verbringen ihr halbes Leben unter Moskitonetzen, das kann ja auch kein Spa\u00df sein. Oder wie fr\u00fcher auf der Flucht vor S\u00e4belzahntigern oder W\u00f6lfen.<\/p>\n<p>Das sch\u00f6nste Paradies hat eben seine T\u00fccken und unerw\u00fcnschte G\u00e4ste gibt es \u00fcberall. Auch an einem wundersch\u00f6nen See mit Bootsteg und Bootshaus ist man dagegen nicht gefeit. Da schleicht sich dann ein echt langer Aal ein, der sehr stur auf seinem Bleiberecht beharrt und erst nach massiven Anstupsen mit einer sehr, sehr langen Stange (kein Mensch wei\u00df, wie gef\u00e4hrlich so ein Aal ist, oder?) saubeleidigt wegschl\u00e4ngelt. Gem\u00e4chlich genug, um zu zeigen, dass er beileibe keine Angst hat, sich aber als den wesentlich Kl\u00fcgeren der Situation erachtet und deshalb geht. Man h\u00e4tte sich bei seinem Wegschlendern durchaus noch einen Spazierstock vorstellen k\u00f6nnen, den er durch die Luft schwenkt.<\/p>\n<p>Soviel zu den Tieren. Von Unkraut brauche ich nicht anfangen, das ist ja noch viel komplizierter, denn hier ist der Kampf des Menschen um die Durchsetzung seiner eigenen Ideen noch aussichtsloser als bei Tieren. Was allerdings zum Nachdenken anregt, sind die Ma\u00dfnahmen der St\u00e4dte und Gemeinden gegen Obdachlose. Da werden Stacheln in den Asphalt eingelassen oder B\u00e4nke in Parks rund und glatt konstruiert, so dass ein Daraufliegen unm\u00f6glich wird. Angesichts des sinnlosen Vandalismus, der immer wieder und allerorten stattfindet, wenn kleine Parks zerst\u00f6rt werden, liebevoll bepflanzte Beete zertrampelt werden oder gar Steine aus Mauern gebrochen und mit Gewalt auf dem Boden zertr\u00fcmmert werden, sind diese Ma\u00dfnahmen nachvollziehbar. Aber f\u00fcr sich betrachtet und in Bezug auf Menschen, die wirklich in Not sind, wirken sie kalt und verachtend. Karl, Gertrud und der Aal haben zum Gl\u00fcck viele andere Lebensm\u00f6glichkeiten, bei Menschen muss man da viel genauer hinsehen, finde ich.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ja, ich bin wieder zur\u00fcck auf meinem Hochzeitsbalkon und nein, ich kann das Netz noch nicht abnehmen. 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