{"id":2872,"date":"2016-03-21T06:43:08","date_gmt":"2016-03-21T06:43:08","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2872"},"modified":"2016-03-21T15:47:44","modified_gmt":"2016-03-21T15:47:44","slug":"das-spar-ich-mir","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2872","title":{"rendered":"Das spar ich mir"},"content":{"rendered":"<p>Heute Morgen &#8211; Montagmorgen bin ich meist sehr fr\u00fch aktiv &#8211; habe ich etwas Faszinierendes gelesen und zwar in der Art, dass ich einfach noch gar nie davon geh\u00f6rt habe und es sich nicht um Kernphysik oder Astronomie oder sonstwas Schreckliches handelt, sondern um etwas, das mir als Schwaben doch eigentlich im Blut liegen m\u00fcsste. Ich habe \u00fcber Sparklubs und Sparkneipen gelesen. Tats\u00e4chlich gab es Anfang letzten Jahrhunderts bis weit in die Mitte ebendieses hinein Sparklubs in Kneipen. Der Wirt hatte dazu einen Sparschrank f\u00fcr seine Kunden, in den sie w\u00f6chentlich einbezahlen sollten oder mussten. Taten sie es nicht, wurden sie teils auch mit einem Strafzins belegt. Der Wirt hat das Geld dann eingesammelt und zur Bank getragen, wo es verwaltet und verzinst und so weiter wurde. F\u00fcr Seeleute wurden diese Kneipensparclubs einst  in Hafenst\u00e4dten angelegt, damit die ihren Sold beim ersten Landgang nicht komplett hirnlos versoffen. Man hat sie quasi dort abgeholt, wo ihre Schritte sie als Erstes hingef\u00fchrt haben.<\/p>\n<p>Nun hat jede M\u00fcnze bekanntlich zwei Seiten und so birgt auch der Kneipensparclub mit den besten Absichten Gefahren, die auf der Hand liegen. Wenn n\u00e4mlich beim Gang zum Sparschwein dreimal so viel ausgegeben wird als ohne Sparabsicht. In Kneipen ist die Gefahr nat\u00fcrlich besonders gro\u00df. In Outlets oder beim Schlussverkauf aber auch. Das ist durchaus kontraproduktiv. Zumindest f\u00fcr den Sparwilligen. Unersch\u00fctterliche Optimisten w\u00fcrden nun argumentieren: Saufen tut er eh und so spart er wenigstens ein bisschen was, aber Schn\u00e4ppchenj\u00e4ger aus unseren Tagen wissen, dass das nicht so ist. Die Spar-und Schn\u00e4ppchenkultur unserer Tage kann einen da n\u00e4mlich auch ziemlich ins Trudeln bringen. Schon mein Vater fragte mich mit hochgezogener Augenbraue, wenn ich ihm meine sagenhaften Einsparungen bei Schuhen und M\u00e4nteln vorgerechnet habe, ob ich nun Waren oder Reduzierungen gekauft h\u00e4tte. Hm. Ein bisschen beides. <\/p>\n<p>Das Sparen, das Schlauersein als andere liegt Frauen oft im Blut. Sie kaufen sich nicht nur ein Paar m\u00f6rdercoole Schuhe, sondern auch noch ein bl\u00fctenreines Gewissen, das sie ja nicht h\u00e4tten, w\u00fcrden sie die Schuhe nicht kaufen. Denn die Theorie, wer gar nichts kaufe, spare am meisten, hinkt ja gewaltig. Dann w\u00e4re ja Derjenige der beste Mensch, der nicht aufsteht und nie was tut, weil er dann auch nicht Falsches oder B\u00f6ses tut und gut und richtig handeln kann man ja nur, wenn man \u00fcberhaupt erst in die Situation kommt und vor der Entscheidung steht. Sonst k\u00f6nnte ich mich bereits jetzt zur\u00fccklegen und erleichtert sagen, ich war gerade auf einer Seite f\u00fcr Luxusyachten und habe 1,25 Mio gespart, weil ich keine gekauft habe. Schwachsinn. Nur f\u00fcr Feiglinge. Sparen ist und bleibt eine hohe Kunst und man muss sich bei jeder Spargelegenheit ehrlich und ernsthaft fragen: w\u00fcrde ich es auch f\u00fcr den Normalpreis kaufen? Bei mir eindeutig: nein. Es gibt fast gar nichts, das ich so gerne m\u00f6chte und nicht darauf warten kann. Wird es nicht reduziert, spar ich es mir. Au\u00dfer bei Handtaschen. Oder Schuhen. Das ist was Anderes.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Heute Morgen &#8211; Montagmorgen bin ich meist sehr fr\u00fch aktiv &#8211; habe ich etwas Faszinierendes gelesen und zwar in der Art, dass ich einfach noch gar nie davon geh\u00f6rt habe und es sich nicht um Kernphysik oder Astronomie oder sonstwas Schreckliches handelt, sondern um etwas, das mir als Schwaben doch eigentlich im Blut liegen m\u00fcsste. 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