{"id":2864,"date":"2016-03-19T05:22:54","date_gmt":"2016-03-19T05:22:54","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2864"},"modified":"2016-03-19T05:22:54","modified_gmt":"2016-03-19T05:22:54","slug":"fort-nur-fort","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2864","title":{"rendered":"Fort, nur fort"},"content":{"rendered":"<p>Reisen ist ja so einfach geworden. Kaum R\u00e4uber, wenig gebrochene Kutschachsen, schnelle Verbindungen. Reisen geh\u00f6rt zum Alltag moderner Menschen. In den meisten Berufen sind internationale Termine so normal wie fr\u00fcher die Rohrpost (wobei ich die Rohrpost f\u00fcr notwendiger und sinniger halte, aber das steht auf einem anderen Blatt). Von modernen Nomaden wird da gesprochen und wer weiter gehen m\u00f6chte, nennt es gar Entwurzelung. Schon als Kind bin ich nicht gerne verreist. Das tun Kinder eh nicht gerne, sie lieben das Vertraute, sortieren gerne ihre Spielsachen von A nach B und f\u00fchlen sich wohl, wenn sie wissen, dass die Freunde ums Eck sind und die graue Katze fast t\u00e4glich um f\u00fcnf Uhr durch den Garten pirscht. Routinen geben Sicherheit, die Ganglien k\u00f6nnen sich ausruhen und sind frei zum Erlernen neuer Fertigkeiten.<\/p>\n<p>Weil Reisen fr\u00fcher so immens aufw\u00e4ndig war und mit hohen Kosten und Risiken verbunden, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zum Statussymbol der Wohlhabenden und Gelangweilten wurde. Sie strebten in ferne L\u00e4nder, nicht um sie zu unterwerfen, sondern aus Neugier und Zeit\u00fcberfluss. Selbstverst\u00e4ndlich auch um Handel zu treiben, seltene Gew\u00fcrze und Stoffe zu ergattern und manchmal auch um das Land zu erforschen. In Zeiten, in denen man beim Supermarkt ums Eck zwischen zig Teesorten, Safran und Currymischungen w\u00e4hlen kann, ist das nat\u00fcrlich nicht mehr notwendig. Internationale Marken haben mit ihrer konsequenten Marketing- und Preissrategie auch die moderne Jagd nach W\u00e4hrungsvorteilen bei Turnschuhen und Handtaschen zunichte gemacht, was bleibt also noch beim Reisen?<\/p>\n<p>Nicht viel, denn meistens wird ein Hotel gew\u00e4hlt, bei dem das kontinentale Fr\u00fchst\u00fccksb\u00fcffet ein wichtiger Aspekt ist, WLAN und Pool sowieso und wenn dann noch jemand deutsch, zumindest englisch spricht, ist es schon fast wie daheim. Warum also reisen? Wegen der Landschaft. Der Kultur. Der warmen Sonne. Oder wegen der Hoffnung, dort auf Reisen endlich gl\u00fccklich zu werden, zur Ruhe zu kommen, das zu finden, was sich zuhause so hartn\u00e4ckig versteckt. Zufriedenheit, Dankbarkeit, Bewusstsein. Was passiert aber, wenn es unter Palmen da ist und im heimischen Nadel- und Bl\u00e4tterwald nicht? Dann muss wieder aufgebrochen werden. Und so geht die Reise ewig weiter, ganz im Sinne des alten Sprichwortes: Der Weg ist das Ziel. Ich erspare uns jetzt die abgedroschene Weisheit, dass man sich auf Reisen immer selbst mitnimmt und an sich die ganze Welt in sich tr\u00e4gt. Es ist schlie\u00dflich Wochenende, eine gute Zeit f\u00fcr einen kleinen Kurztrip.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Reisen ist ja so einfach geworden. Kaum R\u00e4uber, wenig gebrochene Kutschachsen, schnelle Verbindungen. Reisen geh\u00f6rt zum Alltag moderner Menschen. In den meisten Berufen sind internationale Termine so normal wie fr\u00fcher die Rohrpost (wobei ich die Rohrpost f\u00fcr notwendiger und sinniger halte, aber das steht auf einem anderen Blatt). 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