{"id":2717,"date":"2016-01-20T20:04:32","date_gmt":"2016-01-20T20:04:32","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2717"},"modified":"2016-01-20T20:07:03","modified_gmt":"2016-01-20T20:07:03","slug":"schweinehaelftenmogule-und-arme-schweine","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2717","title":{"rendered":"Schweineh\u00e4lftenmogule und arme Schweine"},"content":{"rendered":"<p>Die brillante Wetterapp auf dem iPhone hat uns mal wieder zu einem unverhofft erlebnisreichen Tag verholfen. W\u00e4ren wir &#8211; bei dem Wetter, das es dann auch tats\u00e4chlich hatte &#8211; einfach zum Skifahren gegangen, was h\u00e4tten wir alles nicht erlebt. So haben wir uns beim morgendlichen Blick aus dem Fenster sehr best\u00e4tigt gesehen, dass es am dritten, gef\u00e4hrlichen Tag doch viel besser ist, zu pausieren, vor allem und wegen des bedeckten, wolkenverhangenen Himmels. Man m\u00f6chte ja nicht kopflos etwas riskieren, aus dem Alter ist man heraus. Also haben wir rumgewurschtelt, Emails beantwortet und sind hei\u00dfe Zitrone trinken gegangen in unserem Stamm-Caf\u00e9-Bar-Pizzeria-Restaunrat. Anschlie\u00dfend hatte ich einen Tisch reserviert in einer hiesigen Institution, ber\u00fchmt vor allem wegen der musikalischen Wirtin.<\/p>\n<p>Recht hungrig vom Nichtstun waren wir p\u00fcnktlich oben und bereits voller Vorfreude auf feinste Tiroler Spezialit\u00e4ten, die es dann auch gab. Und weil die Sonne mir penetrant in den R\u00fccken geschienen hatte, haben wir beschlossen, den Espresso drau\u00dfen zu trinken. Und wie wahnsinnig schlau diese Entscheidung war, sollte sich alsgleich herausstellen, sozusagen herauskristallisieren. Wir kamen in der Sonne neben Ablegern der fr\u00f6hlichen Gesangsrunde aus dem Nebenraum zum Sitzen. Alles b\u00e4uchige, rotgesichtige und eher derbe Menschen, die einen wilden Mix aus schw\u00e4bisch, hessisch und noch irgendwas gesprochen haben. Keinem von ihnen h\u00e4tte ich meinen Hund zum Halten gegeben. Aber sie sprachen \u00fcber die internationalen Gro\u00dfereignisse als w\u00fcrden diese alle ohne sie nicht stattfinden, nebenbei wurden Spielpartner f\u00fcr Zweitligisten per Telefon organisiert und \u00fcber all die Pokale, die man zu hause hat, gesprochen. <\/p>\n<p>Das waren aber in der Summe &#8211; abgesehen von den augensch\u00e4dlichen Pullovern (nein, das Wort passt nicht f\u00fcr das, was sie trugen) &#8211; noch sehr nette, sympathische Menschen. Dann kam ein wahnsinnig dickb\u00e4uchiger Mann mit pockennarbigem Gesicht und den typischen Kutscherstiefeln, die hier jeder Mann tragen muss (wir wissen jetzt auch wieso, weil sie n\u00e4mlich sehr teuer sind). Er sa\u00df noch nicht ganz, als er bereits begann dar\u00fcber zu schwadronieren, wer ihm wieviel Geld schulde und von wem er welche Garantien h\u00e4tte und sich w\u00fcnschte, er w\u00fcrde die Frist verstreichen lassen, damit er ihn an den Eiern h\u00e4tte. Mir sind fast die Ohren abgefallen. Heute Abend dann nach einem kleinen Bummel sprach meinen Mann ein Fl\u00fcchtling an, wo es denn bitte zur Polizei ginge. Ich war nat\u00fcrlich sofort alarmiert, denn erst k\u00fcrzlich habe ich vom neuesten Trick gelesen, dass Menschen, die Auskunft geben, auf Knien und mit Handk\u00fcssen bedankt w\u00fcrden und so lange die H\u00e4nde abgebusselt bekommen, bis dann auch die Uhr weg ist. Aber ganz ehrlich: diese Gefahr w\u00e4re wohl eher mittags real gewesen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die brillante Wetterapp auf dem iPhone hat uns mal wieder zu einem unverhofft erlebnisreichen Tag verholfen. 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