{"id":2677,"date":"2016-01-04T18:24:52","date_gmt":"2016-01-04T18:24:52","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2677"},"modified":"2016-01-04T18:24:52","modified_gmt":"2016-01-04T18:24:52","slug":"putzen-in-paris","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2677","title":{"rendered":"Putzen in Paris"},"content":{"rendered":"<p>Nun sind es schon drei Jahre, dass wir in unserer kleinen Wohnung hier in Paris leben. Wir haben eine zauberhafte, etwas verstrahlte Vermieterin, Fleur, Blume hei\u00dft sie. Normalerweise vermietet sie die Wohnung an Menschen, die hier Urlaub machen, eine Sprachschule besuchen oder von der Firma hierher geschickt werden und nicht immer im Hotel sein wollen. Wir sind &#8211; das kann man ruhig mal so sagen &#8211; ein echter Gl\u00fccksgriff f\u00fcr sie. Lange da, daf\u00fcr nicht oft da, p\u00fcnktlich, leise und zuverl\u00e4ssig. Mehr geht fast nicht. Daher erf\u00fcllt sie uns, nach einer kleinen Bockerei bei der Eingangst\u00fcre, auch fast jeden Wunsch. Wir \u00e4u\u00dfern aber eh fast keine, mein Mann schon gleich nicht, weil der hier nur durchfliegt, eher ich. <\/p>\n<p>Im letzten Jahr allerdings hat mich der Blick die W\u00e4nde hinauf immer mehr erbost. Paris ist eine Gro\u00dfstadt und wenn schon meine Haare schmutzig, im Sinne von schmutzig werden, ist das bei W\u00e4nden auch nicht viel anders. Und so waren oben herum durchaus mausgraue bis asphaltgraue Schatten zu sehen. Vor allem in der K\u00fcche und es hat begonnen, mich zu st\u00f6ren und das kennt bestimmt jede Frau (M\u00e4nner k\u00f6nnen ja so Einiges wegatmen, weil sie zwischendurch von so wichtigen Dingen wie Weltretten, Rumjetten oder im Internet surfen abgelenkt sind), dass man irgendwann an nichts anderes mehr denken kann. Also habe ich sie angerufen, sie war entsetzt und hat versprochen, zu streichen. Wann? Ja, am besten \u00fcber Weihnachten. Prima. <\/p>\n<p>Heute sind wir zur\u00fcck gekommen. Alles war gestrichen, alle Bilder standen auf dem Boden, das hei\u00df geliebte siebenhundert Jahre alte Parkett, auf das wir immer, immer gut aufpassen sollen, war verstaubt und wei\u00dflich und gar alles war vertaubt. Und ich verschnupft. Nachdem wir lange nach Putzfrauen gesucht hatten (mir war ehrlich gesagt schon ganz schwummrig, weil eine Pariser Putzfrau, die nur franz\u00f6sisch spricht, nur einmal kommt und das auch nicht gerne so ziemlich das Allerletzte ist, was ich brauchen kann), hat Fleur den Ernst der Lage erkannt und hat gesagt, sie ist in zwanzig Minuten da. War sie auch. Mit ihrem professionellen Handwerksk\u00f6fferchen mithilfe dessen sie dann in einer Stunde alle Bilder aufgeh\u00e4ngt hat und wir zusammen in weiteren zwei Stunden alles geputzt und auf Vordermann gebracht haben. Ich bin sehr entz\u00fcckt und inzwischen davon \u00fcberzeugt, dass Pariser nur in der Masse schwierig wirken. Einzeln sind sie arg praktisch und nett. Also Fleur zumindest. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nun sind es schon drei Jahre, dass wir in unserer kleinen Wohnung hier in Paris leben. Wir haben eine zauberhafte, etwas verstrahlte Vermieterin, Fleur, Blume hei\u00dft sie. Normalerweise vermietet sie die Wohnung an Menschen, die hier Urlaub machen, eine Sprachschule besuchen oder von der Firma hierher geschickt werden und nicht immer im Hotel sein wollen. 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