{"id":2657,"date":"2015-12-28T08:04:02","date_gmt":"2015-12-28T08:04:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2657"},"modified":"2015-12-28T09:30:02","modified_gmt":"2015-12-28T09:30:02","slug":"elefantentraeume","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2657","title":{"rendered":"Elefantentr\u00e4ume"},"content":{"rendered":"<p>Oft steht man als Mensch, der die Zwanzig weit hinter sich gelassen hat dem Fortschritt ja eher unverst\u00e4ndig und damit auch misstrauisch gegen\u00fcber. Ist es wirklich notwendig, SMS im Auto vorgelesen zu bekommen, Essensfotos im Moment des Serviertbekommens \u00fcber Systeme mit unaussprechbaren Namen per Foto zu verschicken oder Rolll\u00e4den von Timbuktu aus in Gelsenkirchen zu steuern? Alleine an der Auswahl der Beispiele erkennen Eingeweihte, dass ich hoffnungslos r\u00fcckst\u00e4ndig bin und mich noch meilenweit entfernt vom Technology-Leadership befinde. Gestern jedoch durfte ich erleben, was Laser und Licht und so weiter an Sch\u00f6nheit hervorbringen k\u00f6nnen. Ich bin mir sicher, dass es sich hierbei um ein Abfallprodukt der NASA oder irgendeiner anderen milit\u00e4rischen Ablenkaktion handelt, aber mir ist das egal, es war einfach traumhaft sch\u00f6n. <\/p>\n<p>Ich war in Brixen in &#8222;Solimans Traum&#8220;. Soliman ist der Elefant, der nicht nur Brixens ber\u00fchmtesten Restaurant seinen Namen gegeben hat, sondern auch im Kreuzgang des Doms zu gro\u00dfer Ber\u00fchmtheit gekommen ist. Dieser verwirrte Elefant kam also so ersch\u00f6pft in Brixen an, was ja verst\u00e4ndlich ist, bedenkt man, von wo er kam und welch weiten Weg er gegangen ist, denn damals konnte man ihn noch nicht einfach auf einen G\u00fcterzug oder in ein Flugzeug verladen, um ihn zum Am\u00fcsement herbeizuschaffen. Er musste die meiste Zeit auf seinen sandbodenverw\u00f6hnten, breiten F\u00fc\u00dfen laufen, die nicht an die harte Bergwelt gewohnt waren und ist erst mal in einen tiefen Schlaf gefallen. In der Brixener Hofburg. Dort tr\u00e4umt er von seiner Heimat und von seiner gro\u00dfen Liebe, die er dann auch im Brixener Dom heiratet. All dies wird in einem fantasievollen Farbenrausch pr\u00e4zise auf die Kulisse der Hofburg projiziert und l\u00e4sst einen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus kommen.<\/p>\n<p>Diese Lichtinstallationen, wie sie unromantisch hei\u00dfen, werden meist mit Musik unterlegt und sind gro\u00dfartig, weil sie fast alle Sinne ansprechen, die es braucht, um eine Erlebniswelt zu schaffen. Beinahe wie Weihnachten, wo es neben Farben und Musik ja auch noch den echten Geruch nach Gans oder Fondue gibt und man so tats\u00e4chlich meint, dass Friede auf Erden herrscht. Und wenn man das nur lange genug glaubt, dann wird der alte Spruch &#8222;fake it until you make it&#8220; wahr und l\u00e4sst sich mit in die etwas wischiwaschige Zeit zwischen den Jahren und auch in das n\u00e4chste Jahr nehmen. Bleibt nur zu hoffen, dass das Neue Jahr nicht gleich wieder mit einem Paukenschlag beginnt. Das w\u00e4re noch sch\u00f6ner als der Traum des Elefanten. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Oft steht man als Mensch, der die Zwanzig weit hinter sich gelassen hat dem Fortschritt ja eher unverst\u00e4ndig und damit auch misstrauisch gegen\u00fcber. 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