{"id":2618,"date":"2015-12-08T09:39:06","date_gmt":"2015-12-08T09:39:06","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2618"},"modified":"2015-12-08T09:39:06","modified_gmt":"2015-12-08T09:39:06","slug":"tiefstehende-sonne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2618","title":{"rendered":"Tiefstehende Sonne"},"content":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich ist es sch\u00f6n, dass die Sonne auch im Winter scheint, wenngleich ein bisschen Schnee langsam nicht schaden k\u00f6nnte, um in die rechte weihnachtliche Stimmung zu kommen. Was diese Wintersonne, die in ihrer Mattigkeit nicht hoch genug steigen kann, jedoch ans Licht bringt, ist ausgesprochen unerfreulich und sorgt erst recht nicht f\u00fcr weihnachtliche Gef\u00fchle. Auf meinem dunklen Parkett rasen kleinste Staubm\u00e4use hin und her, wirbeln Staubkaskaden in die H\u00f6he und verheddern sich an einem einzelnen langen Haar von mir. Es ist zum Heulen. Wenn ich das nicht sehe, dann daf\u00fcr sicherlich Fu\u00dftapper, wenn man mal barfu\u00df gegangen ist und so weiter und so fort. Ich k\u00f6nnte noch ewig beschreiben, was sich auf meinem Fu\u00dfboden abspielt, aber ich bin zu abgelenkt von Tischen, B\u00fcchern, St\u00fchlen und anderen M\u00f6belst\u00fccken. Bin ich so unordentlich? Oder liegt es wie so oft an der richtigen Beleuchtung, der Betrachtung?<\/p>\n<p>Nicht umsonst lieben viele Menschen Kerzenlicht oder bollerige Stehlampen, weil sie nicht volle Lotte von oben draufknallen und das ein oder andere gn\u00e4dig im Schatten verbleibt. \u00dcberhaupt sind manche Dinge einfacher zu ertragen, wenn man nicht alles sieht und so ist eines der Lieblingssprichw\u00f6rter meines Schwiegervaters auch &#8222;meno so, meglio sto&#8220;, je weniger ich wei\u00df, desto besser geht es mir. Er ist \u00fcbrigens Anwalt. Das unterschiedliche Empfinden von Situationen h\u00e4ngt &#8211; wie einer meiner Stammkommentatoren j\u00fcngst so weise dargelegt hat &#8211; auch stark von den Erwartungen ab. Da gibt es mannigfaltige Versuchsanordnungen: Hohe positive Erwartungen, die dann entt\u00e4uscht werden, hohe negative Erwartungen, die auch entt\u00e4uscht wurden, weil sie nicht eingetroffen sind und alles doch ganz gut gegangen ist und die K\u00f6nigsdisziplin von allen: keine Erwartungen und nicht werten. Bei meinem Parkett geht das nur schwer, f\u00fcr alle anderen Lebenssituationen trainiere ich noch.<\/p>\n<p>\u00dcbrigens hat eine kurze Umfrage unter Freundinnen ergeben, dass dieser heimt\u00fcckische Umstand mit den Erwartungen auch auf Waagen zutrifft. F\u00fchlt man sich rehgleich schlank und freut sich auf die Quittung f\u00fcr Weglassen des zweiten Glases Rotwein auf der Waage, quittiert sie das kaprizi\u00f6s mit einem f\u00fcrchterlichen Ausschlag nach oben. Schleicht man hingegen ver\u00e4ngstigt um sie herum und setzt sogar die Brille vorher ab, geht alles gut. Kann man R\u00fcckschl\u00fcsse daraus ziehen? Ja, kann man. Die decken sich dann allerdings wiederum nicht mehr mit dem energetischen Satz, dass alles Energie ist und man heute so lebt, wie man es sich fr\u00fcher vorgestellt hat. Alles Quatsch. Die meisten Dinge im Leben sind wie das Wetter. Sie passieren einfach und so blicke ich heute in einen nebligen tr\u00fcben Himmel, der meinen Fu\u00dfboden zwar nicht gl\u00e4nzen l\u00e4sst, aber daf\u00fcr auch die Wollm\u00e4use verbirgt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich ist es sch\u00f6n, dass die Sonne auch im Winter scheint, wenngleich ein bisschen Schnee langsam nicht schaden k\u00f6nnte, um in die rechte weihnachtliche Stimmung zu kommen. 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