{"id":2614,"date":"2015-12-04T21:02:22","date_gmt":"2015-12-04T21:02:22","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2614"},"modified":"2015-12-04T21:02:22","modified_gmt":"2015-12-04T21:02:22","slug":"reisen-mit-mona","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2614","title":{"rendered":"Reisen mit Mona"},"content":{"rendered":"<p>Schon einmal in diesem Jahr hatte ich in der zweiten Klasse, die selten wesentlich g\u00fcnstiger als die erste ist, reizende Reisebegleiter und auch dieses Mal tat sich eine ungew\u00f6hnliche und charmante Begleiterin auf. Bereits auf dem Weg zum allerletzten Wagon, der so weit nach Paris hineinragte, dass der Bahnsteig schon ganz schmal und spitz war, glaubte ich, ein Miauen zu h\u00f6ren. Jetzt k\u00f6nnte es ja durchaus sein, dass irgendwo auf dem Bahngleis eine Stra\u00dfenkatze wohnt und sich von den bl\u00f6den Tauben am Bahnhof (leider verirren sich Karl und Gertrud nicht hierher) oder von angenagten Baguettes ern\u00e4hrt. Oder dass ich Halluzinationen habe. Als wir dann unsere ziemlich engen Pl\u00e4tze eingenommen haben, kam das Maunzen mir nach. Und setzte sich neben mich. Es geh\u00f6rt Mona, einer achtmonatigen Perserkatze, die viel zu hei\u00df hat. <\/p>\n<p>Nach vielen vergeblichen Versuchen, Mona zu beruhigen, habe ich sie zu mir in meine Handtasche inklusive Kaschmirschal eingeladen, sie aber wollte lieber auf meinen Computer. Von dort aus ist sie aufseufzend vor Wonne auf die Lamellen der Klimaanlage gekrabbelt und da liegt sie nun und starrt abwechselnd mich und ihr Frauchen an. Sie liegt zufrieden auf diesen unbequemen, scharfkantigen St\u00e4ben, aber nachdem ich sie anegfasst hatte, wusste ich, warum ihr so hei\u00df und unbehaglich war. Sie besteht zum \u00fcberwiegenden Teil aus Fell, drunter ist quasi ein kleiner Vogel von der Struktur her. Nichts Griffiges, nur zarter Pl\u00fcsch und Kn\u00f6chelchen. Und emp\u00f6rte Augen. Armes kleines Ding. So ein mobiles Leben &#8211; und wenn es nur zwischen Paris und Stra\u00dfburg ist &#8211; ist f\u00fcr eine Katze nicht das wahre Leben.<\/p>\n<p>F\u00fcr mich \u00fcbrigens auch nicht, aber ebenso wie f\u00fcr Mona geh\u00f6rt es f\u00fcr mich zum Alltag. F\u00fcr meinen Mann sowieso, aber dem macht es nicht so viel aus. In der ayurvedischen Lehre und auch in anderen Versuchen, Menschen zu typisieren, gibt es diejenigen, die immer in Bewegung sein m\u00fcssen, \u00fcberall zu hause sind und die Stabilit\u00e4t im Wandel finden. Zu denen geh\u00f6re ich sicher schon mal nicht. Ich finde es zwar sch\u00f6n, mal hier, mal dort zu sein, habe mich auch zu einem gro\u00dfen Teil daran gew\u00f6hnt, aber bereits wenn ich ein Hotelzimmer betrete, packe ich alles aus, arrangiere die halbe Einrichtung um und stopfe alle Prospekte und Briefmappen und Bibeln in Schubladen, denn bei mir daheim habe ich das alles auch nicht herum liegen. Mona scheint mir eine vern\u00fcnftige und liebenswerte Reisegef\u00e4hrtin, sie liegt jetzt ganz ruhig da und sieht meinen lackierten Fingern zu, wie sie \u00fcber die Tasten sausen.  <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Schon einmal in diesem Jahr hatte ich in der zweiten Klasse, die selten wesentlich g\u00fcnstiger als die erste ist, reizende Reisebegleiter und auch dieses Mal tat sich eine ungew\u00f6hnliche und charmante Begleiterin auf. 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