{"id":2430,"date":"2015-09-29T14:06:27","date_gmt":"2015-09-29T14:06:27","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2430"},"modified":"2015-09-29T14:13:39","modified_gmt":"2015-09-29T14:13:39","slug":"kaufbulimie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2430","title":{"rendered":"Kaufbulimie"},"content":{"rendered":"<p>Meine weise Mutter hat heute ein sensationelles Wort gepr\u00e4gt, das bei gleichgesinnten (schw\u00e4bischen) Profis sofort auf allergr\u00f6\u00dfte Zustimmung getroffen ist. Kaufbulimie. Man kauft etwas ein und gibt es dann zur\u00fcck. Nat\u00fcrlich nicht vors\u00e4tzlich, aber ich kann mich erinnern, dass ich ein gr\u00f6\u00dferes deutsches Warenhaus ab und an durchaus wie eine Bank behandelt hatte, indem ich etwas gekauft habe und das Geld damit von meinem Konto weg war und ich es dann zur\u00fcck gegeben habe und das Geld eben immer noch da war. Albern, aber sehr effektiv, denn wenn es auf dem Konto geblieben w\u00e4re, h\u00e4tte ich es vielleicht f\u00fcr etwas anderes ausgegeben. Und so eben nicht. Eine Shoppingversicherung sozusagen.<\/p>\n<p>Die beiden Kleider, die ich zur\u00fcckgegeben habe, waren ein klassisches &#8218;Im-Laden-eigentlich-ganz-sch\u00f6n-Ph\u00e4nomen&#8216;, daheim und mit Abstand aber dann eben nicht mehr. Wenn man zu zweit einkaufen geht, passiert das schon mal, dass man selbst und die Begleitung d- nach einigen Fehlversuchen in der Relation &#8211; begeistert ist und die Sachen nimmt (in meinem Fall der dusslige Outdoor-Hybrid). Fr\u00fcher h\u00e4tte ich die Sachen dann vielleicht behalten, aber inzwischen wei\u00df ich, dass sie nur herum h\u00e4ngen und f\u00fcr ein schlechtes Gewissen und schlechtes Feng Shui (oder so) sorgen. Und erstaunlicherweise freue ich mich wie ein Kind \u00fcber das zur\u00fcckgebuchte Geld und meine L\u00fccke im Kleiderschrank. Irgendwie befreit und leicht. <\/p>\n<p>M\u00e4nner sagen zu Recht, man h\u00e4tte es gar nicht erst ausgeben m\u00fcssen oder sparen tut man nur, wenn man etwas gar nicht kauft, was nat\u00fcrlich v\u00f6lliger Schwachsinn ist, denn dann kann man genauso sagen: wer fr\u00fcher stirbt, ist l\u00e4nger tot. Klar, brauchen tun wir alle nichts, aber wenn uns etwas H\u00fcbsches vor die Flinte l\u00e4uft, ist es doch wesentlich sinnvoller und befriedigender, wenn man bei etwas, das man zwar nicht braucht, aber gerne h\u00e4tte, immerhin noch etwas spart. M\u00e4nner schauen sich daf\u00fcr bl\u00f6de gruselige Filme an und freuen sich dann, wenn sie ins Bett kommen, dass sie eben nicht dauernd mit Monstern k\u00e4mpfen oder von brennenden Motorr\u00e4dern rumballern m\u00fcssen, sondern sch\u00f6n in frischer Bettw\u00e4sche schnorcheln k\u00f6nnen. Frauen sind eben viel pazifistischer veranlagt in ihren Bed\u00fcrfnissen und Freuden.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Meine weise Mutter hat heute ein sensationelles Wort gepr\u00e4gt, das bei gleichgesinnten (schw\u00e4bischen) Profis sofort auf allergr\u00f6\u00dfte Zustimmung getroffen ist. Kaufbulimie. Man kauft etwas ein und gibt es dann zur\u00fcck. 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