{"id":2268,"date":"2015-08-19T07:30:43","date_gmt":"2015-08-19T07:30:43","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2268"},"modified":"2015-08-19T07:32:32","modified_gmt":"2015-08-19T07:32:32","slug":"urlaub-vom-urlaub","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2268","title":{"rendered":"Urlaub vom Urlaub"},"content":{"rendered":"<p>Unser Urlaub die letzten Wochen entsprach, wie ich erfreut mitteilen kann, eins zu eins dem Zeitgeist des mobilen, freiwillig und intrinsisch motivierten Alltime-Workers. Arbeit ist ja l\u00e4ngst \u00fcber das Stadium hinaus, wo sie dem Gelderwerb dient, sondern zum Hobby des Mannes geworden, der nicht f\u00fcr die Gro\u00dfwildjagd bezahlen m\u00f6chte. Weder mit seinem Image noch mit seinem Geld. Stattdessen verfolgt er Tag f\u00fcr Tag Deals, pirscht sich an, lauert der Beute auf und verscheucht andere J\u00e4ger durch schreckliche Drohgeb\u00e4rden oder indem er sie in Erdfallen lockt, in denen Giftschlangen oder der sichere Verdurstungstod auf sie lauert. Dementsprechend und weil die Beute vielleicht andere Urlaubszeiten hat als der J\u00e4ger oder sich nicht an die vereinbarten h\u00e4lt, muss der Urlaub regelm\u00e4\u00dfig sporadisch unterbrochen werden.<\/p>\n<p>Entweder mit kleinen Polenausfl\u00fcgen (ich habe berichtet) oder &#8211; und das in jedem Fall &#8211; durch regelm\u00e4\u00dfigen Kontakt mit Mitj\u00e4gern, gegebenenfalls sogar mit Treibern oder Jagdhundf\u00fchrern. F\u00fcr diese Woche allerdings haben Beute, Jagdgesellschaft und J\u00e4ger eine Waffen- und Jagdpause beschlossen und so k\u00f6nnen wir uns vollumf\u00e4nglich &#8211; ich komme selbst auch nicht mehr ganz raus aus der Terminologie, obwohl ich mir alles immer erst m\u00fchsam aus dem Englischen \u00fcbersetzen muss &#8211; dem Urlaub widmen. Und damit der \u00dcbergang f\u00fcr meinen J\u00e4ger nicht allzu krass ist (kann man dieses Wort eigentlich noch verwenden? Auch das ist inzwischen konnotativ derart belegt, dass man ins Zweifeln kommt), gehen wir auf mein Betreiben (haha) die Sache ebenso ernsthaft an wie die Jagd selbst. Allerdings erst, seit ich wei\u00df, dass der echte Urlaub nur eine Woche ist. Denn echter Urlaub ist, zumindest in meinem Hausfrauenkopf, ununterbrochen.<\/p>\n<p>Wir stehen also fr\u00fch auf, was mir entgegenkommt und wof\u00fcr ich auch in erster Linie verantwortlich bin und sausen an den Strand, weil ich ich, wie schon oft erw\u00e4hnt, meine Basalganglien dann arbeiten, bzw. ruhen lassen kann und mich der morgendlichen Freude am Eintrudeln und Geplausche derer widmen kann, mit denen ich mehr oder weniger meinen Tag verbringen werde (ich habe berichtet). An einem Tag wie heute, wo es schon morgens empfindlich durch die Vorh\u00e4nge pfiffelt und selbst mein stahlgeh\u00e4rteter J\u00e4ger nur einmal unwillig grunzt, wenn ich ihm ein weiteres Deckchen \u00fcberwerfe, dann schauderhafte Gewitter und Regenst\u00fcrme herunter kommen, da kann man dann mal wirklich ruhen. Und Urlaub vom Urlaub nehmen. Oder endlich &#8211; h\u00e9las &#8211; seine Emails checken, denn die Jagd h\u00f6rt niemals auf.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Unser Urlaub die letzten Wochen entsprach, wie ich erfreut mitteilen kann, eins zu eins dem Zeitgeist des mobilen, freiwillig und intrinsisch motivierten Alltime-Workers. Arbeit ist ja l\u00e4ngst \u00fcber das Stadium hinaus, wo sie dem Gelderwerb dient, sondern zum Hobby des Mannes geworden, der nicht f\u00fcr die Gro\u00dfwildjagd bezahlen m\u00f6chte. 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