{"id":2231,"date":"2015-08-14T06:50:11","date_gmt":"2015-08-14T06:50:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2231"},"modified":"2015-08-14T06:57:41","modified_gmt":"2015-08-14T06:57:41","slug":"stimmen-aus-dem-nichts","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2231","title":{"rendered":"Stimmen aus dem Nichts"},"content":{"rendered":"<p>Es gibt ja so Lieblingsmomente bei jedem Menschen, solche, auf die er sich immer entweder freut oder sie einfach genie\u00dft. Bei mir ist das das Aufwachen. Ich liebe das Aufwachen und dann das Aufstehen und mir einen Kaffee machen. Und dann das Herumhoppeln. Hier ein bisschen fegen, dort zupfen oder lesen oder was schreiben. Weil ich meist zu Zeiten aufwache, zu denen sonst noch keiner so recht zur Interaktion willig oder f\u00e4hig ist, bin ich morgens meist alleine und auch das finde ich ganz wunderbar. Meinem Mann ist es in all den Jahren gelungen, fast immer das perfekte Zeitfenster abzupassen, um aufzustehen. Es darf nicht gleich sofort mit mir sein, denn ich m\u00f6chte mich ja g\u00fctig f\u00fchlen, weil ich ihn schlafen lasse, zu lange sollte es aber auch nicht dauern, weil dann der Tag rum ist und er ihn offenbar gar nicht mit mir verbringen m\u00f6chte. Wie gesagt, er sp\u00fcrt es fast immer ganz genau und wenn nicht, f\u00e4llt mir halt die blecherne Kehrschaufel um.<\/p>\n<p>Heute Morgen gab es all diese Probleme nicht, weil er gar nicht da war. Weil wir Urlaub haben, die Welt das aber nicht wei\u00df, musste er besonders redebed\u00fcrftigen Menschen in der Welt sein kundiges Ohr zur Verf\u00fcgung stellen. Ab heute Mittag wird es wieder umgekehrt sein und er wird mit sein Ohr leihen und mir dann &#8211; informiert \u00fcber all die kleinen Vorkommnisse in der Heimat &#8211; darlegen, wie es sich mit der Welt und den auf ihr stattfindenden Aktivit\u00e4ten verh\u00e4lt. Ich bin dann immer froh, dass ich das alles nicht live erleben muss und auch sicher, dass ich mir all die Verwicklungen nicht so gleichm\u00fctig anh\u00f6ren k\u00f6nnte wie er. <\/p>\n<p>In jene sch\u00f6ne morgendliche Stille heute Morgen jedenfalls, die mich sogar zum gedanklichen Zitieren von Wilhelm Busch inspiriert hat (Wer einsam ist, der hat es gut&#8230;..- gestern hab ich glaub ich einen Film \u00fcber alte einsame Menschen gesehen, sowas r\u00fchrt mich immer ganz f\u00fcrchterlich und ich kriege es tagelang nicht aus dem Kopf), drangen auf einmal Worte an mein Ohr und zwar aus meinem Busen. Um mich herum wurde gem\u00e4ht und geschnitten, denn ab morgen plant Italien in den Tiefschlaf zu fallen. Es konnte also nicht aus der Nachbarschaft stammen. Am fr\u00f6hlichen &#8218;Huhu&#8216; hab ich erkannt, dass dieses freche Telefon mit Hilfe meines Busens meine Mutter zur\u00fcckgerufen hat, mit der ich zuvor bereits lange geplaudert hatte. Wenn man all das, was heute technisch m\u00f6glich ist, so bedenkt, es mit den Augen von Menschen von vor 100 Jahren betrachtet, \u00fcber die ich gerade lese, dann mag man sich gar nicht ausmalen, was in weiteren 100 Jahren alles normal sein wird. Mein Opa, dessen Geburtstag heute gewesen w\u00e4re, h\u00e4tte seine wahre Freude an all den Entwicklungen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Es gibt ja so Lieblingsmomente bei jedem Menschen, solche, auf die er sich immer entweder freut oder sie einfach genie\u00dft. Bei mir ist das das Aufwachen. Ich liebe das Aufwachen und dann das Aufstehen und mir einen Kaffee machen. Und dann das Herumhoppeln. Hier ein bisschen fegen, dort zupfen oder lesen oder was schreiben. 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