{"id":2152,"date":"2015-07-26T11:36:29","date_gmt":"2015-07-26T11:36:29","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2152"},"modified":"2015-07-26T11:37:47","modified_gmt":"2015-07-26T11:37:47","slug":"einfach-mal-ein-bisschen-merkeln-und-rumoxidieren","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2152","title":{"rendered":"Einfach mal ein bisschen merkeln und rumoxidieren"},"content":{"rendered":"<p>Wer glaubt, mit ein paar Emoticons die Sprache junger Menschen erfasst zu haben, hat sich aber mal ganz sch\u00f6n get\u00e4uscht. Denn wer in heiklen Situation immer noch zum altbew\u00e4hrten &#8218;Wart mal ab, \u00fcberst\u00fcrz nichts&#8216; greift, der qualifiziert sich als hoffnungslos altmodisch und abgeh\u00e4ngt. Besser w\u00e4re es zu sagen: &#8218;Du, merkel mal ein bisschen&#8216;. Kommt dieser Rat nicht an, k\u00f6nnte man ein beherztes &#8218;Jetzt komm, Alter, oxidier mal&#8216; nachlegen. Ratlos? Nein, eigentlich nicht. Denn die politisch interessierte Jugend hat offenbar durchaus verstanden, welches Motto unsere ans Anstehen und Warten gewohnte Kanzlerin vertritt. Merkeln hei\u00dft dementsprechend nichts anderes als Abwarten und Tee trinken. Und das feinsinnige Rumoxidieren zeugt gar von altgriechischer Bildung und der Kenntnis chemischer Zusammenh\u00e4nge. Es kann am besten mit Rumchillen \u00fcbersetzt werden, das ja l\u00e4ngst in den operativen Sprachgebrauch \u00fcbergegangen ist. An Anspruch \u00fcbertroffen werden sie nur noch vom &#8218;krimmen&#8216;, was die unsch\u00f6ne Eigenschaft beschreibt, jemandem etwas wegzunehmen, was man ihm vorher gegeben hat (Krim-Krise).<\/p>\n<p>Sprechen Jugendliche wirklich so? Sprechen sie \u00fcberhaupt noch? Haben unsere Eltern noch Sorgenfalten gehabt, weil stundenlang das Telefon blockiert war und der Steuerberater nicht durchkam  mit seiner dringenden Frage, warum die Rechnung \u00fcber eine Handtasche in den Steuerunterlagen gelandet war (lag bei den wichtigen Unterlagen) und ob sie wirklich abgesetzt werden soll (w\u00e4re sch\u00f6n, geht aber wohl leider nicht), so erleben sie heute, wie ihre Spr\u00f6sslinge nur noch textend miteinander kommunizieren. Ich glaube, am liebsten w\u00fcrden sie das auch noch dann tun, wenn sie nebeneinander sitzen. Tun sie wahrscheinlich auch. Ist auch durchaus eine probate Kommunikationsalternative in manchen Situationen.<\/p>\n<p>Zum Beispiel gestern Abend. Da war ich auf einem wirklich sch\u00f6nen Fest, auf das ich mich gefreut hatte, nur um dann festzustellen, dass ich mich aus rein akustischen Gr\u00fcnden nicht unterhalten konnte. Steinfu\u00dfboden und Steindecke haben eine Akustik geschaffen, die eine normale Unterhaltung vollkommen unm\u00f6glich gemacht haben, was sehr schade war. Da half weder merkeln noch rumoxidieren, nur schreien oder schreiben waren Alternativen. Haben doch Recht die armen jungen Menschen, die dauernd in sch\u00f6nen aber unpraktischen Locations Zeit verbringen m\u00fcssen. Kein Wunder, dass sie dabei auf solche Ideen kommen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wer glaubt, mit ein paar Emoticons die Sprache junger Menschen erfasst zu haben, hat sich aber mal ganz sch\u00f6n get\u00e4uscht. Denn wer in heiklen Situation immer noch zum altbew\u00e4hrten &#8218;Wart mal ab, \u00fcberst\u00fcrz nichts&#8216; greift, der qualifiziert sich als hoffnungslos altmodisch und abgeh\u00e4ngt. Besser w\u00e4re es zu sagen: &#8218;Du, merkel mal ein bisschen&#8216;. 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