{"id":2110,"date":"2015-07-14T20:30:39","date_gmt":"2015-07-14T20:30:39","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2110"},"modified":"2015-07-15T05:23:25","modified_gmt":"2015-07-15T05:23:25","slug":"zeichen-und-wunder","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2110","title":{"rendered":"Zeichen und Wunder"},"content":{"rendered":"<p>Fast jeder Gro\u00dfstadtbewohner kennt die drei Grauen: Baustellen, Parkpl\u00e4tze und Fahrradfahrer. Man wei\u00df nicht, was schlimmer ist. In Augsburg (Gro\u00dfstadt!) haben wir diesbez\u00fcglich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die anarchistischen und militanten Radler fast immer gewonnen haben. Wie oft wurde man &#8211; auch als \u00e4lterer und durchaus auch schw\u00e4cherer Fu\u00dfg\u00e4nger &#8211; vom Fu\u00dfweg gep\u00f6belt, gehupt und geschimpft oder gegen die Fahrbahn angeraunzt, dass man ja wohl durchaus ein wenig Platz machen k\u00f6nnte. Fahrradfahrer, so scheint es, haben den Wind der Selbstgerechtigkeit im Nacken. Sie fahren sozusagen mit R\u00fcckenwind und sind unertr\u00e4glich.<\/p>\n<p>Ein wenig Trost spendet, dass wir nicht allein sind mit der Problematik. Als ich eines Tages in Frankfurt ins Taxi gestiegen bin, hat mir der Fahrer unaufgefordert und nach gef\u00fchlt einer Minute von seinem Leid und Elend mit den &#8218;Drecks-Radlern&#8216; berichtet. Schlimmes muss er als Taxler erdulden, abgefahrene Spiegel sind da noch das geringste \u00dcbel. Von den seelischen Narben ganz zu schweigen. Da kann er wunderbar mit meiner Mutter in ein Horn blasen. Ich glaube, sie tr\u00e4umt davon einmal im Leben einen Radler von seinem Drahtesel zu zerren und richtig zu verm\u00f6beln. Idealerweise, wenn er sie vor ihrer Haust\u00fcre gegen die Fahrtrichtung klingelnd und schimpfend vom B\u00fcrgersteig fegt. Und wenn sie es nicht tut, tue ich es. Denn ich muss auf den einzigen beiden Zufahrten zu meiner Wohnung einen Fahrradweg kreuzen, auf dem von beiden Seiten ein &#8218;Vorfahrt achten Schild&#8216; f\u00fcr Radler steht. Das Problem ist nat\u00fcrlich, dass sich kein Mensch, zumindest kein Radler dran h\u00e4lt.<\/p>\n<p>Bis auf heute. Da ist mein Mann gefahren und der kann &#8211; trotz aller Zauberhhaftigkeit &#8211; durchaus ein selbstbewusster Rammbock sein. Er ist einfach gefahren als er zwei Radler selbstsicher auf die Kreuzung zugeblasen kamen. Und dann geschah das Wunder. Sie haben angehalten. Und als er das Fenster kampfbereit runter gelassen hat, zu allem bereit, haben sie das wirklich Unfassbare getan: Sie haben sich entschuldigt. Wir haben den ganzen Weg nach M\u00fcnchen immer wieder dar\u00fcber gesprochen. Waren vermutlich Autofahrer, die mal einen Fahrradausflug gemacht haben und morgen wieder in ihr Auto steigen. Emphatische Menschen halt. Eigentlich schon nett, die Radfahrer, die sonst Autofahrer sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fast jeder Gro\u00dfstadtbewohner kennt die drei Grauen: Baustellen, Parkpl\u00e4tze und Fahrradfahrer. Man wei\u00df nicht, was schlimmer ist. In Augsburg (Gro\u00dfstadt!) haben wir diesbez\u00fcglich seit Jahren ein Kopf-an-Kopf-Rennen, wobei die anarchistischen und militanten Radler fast immer gewonnen haben. 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