{"id":2003,"date":"2015-06-16T12:41:33","date_gmt":"2015-06-16T12:41:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2003"},"modified":"2015-06-16T12:49:02","modified_gmt":"2015-06-16T12:49:02","slug":"essen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=2003","title":{"rendered":"Essen"},"content":{"rendered":"<p>Ich hatte einmal einen wunderbaren Hund. Als sie zu uns kam, war sie ein kleines Dingelchen mit dem Kampfgewicht eines Hamsters, wie eine Freundin behauptete. Und vom allerersten Tag an hat sie erkannt, wie man mich domestiziert. Ganz einfach durch Nahrungsverweigerung. Lola ging an ihren Napf (nur Trockenfutter war die Empfehlung, aber die musste ich bereits nach einem Tag kippen, weil ich das Elend nicht sehen konnte), schnupperte und ging. Ich war verzweifelt und bei 500 Gramm auch nicht sicher, ob man das lange durchstehen kann. &#8218;Ein Hund verhungert nicht&#8216; war der recht hartherzige und wenig einf\u00fchlsame Kommentar aus meinem Umfeld. Augsburger Dicksch\u00e4del eben. Ich war mir da nicht so sicher und habe den schlimmsten Fehler gemacht: darauf achten.<\/p>\n<p>Ich habe also Nassfutter gekauft. Wahnsinnig gesundes, unfassbar teures, nur von allergl\u00fccklichsten Biotieren und was wei\u00df ich nicht alles. Hund ist freudig zum Napf, hat geschnuppert und ist gegangen. Ich habe das Nassfutter in die Hand genommen und aus der Hand gef\u00fcttert, Hund nahm mit spitzen Milchz\u00e4hnchen zwei M\u00e4ulchen voll und das war&#8217;s. Meine Mutter war in der Stunde meiner Not auf Hawai und konnte nicht gefragt werden, aber das sollte sie teuer zu stehen kommen. Es gab noch keine Emails oder Handys, also habe ich seitenlange Faxe geschrieben, die wohl vom Hotel teuer verrechnet wurden, dabei hab ich sie doch geschrieben, aber bitte. Es ging wochenlang so. Ich habe H\u00fchnchen mit Reis gekocht, M\u00f6hren reingeschnitten wegen der Vitamine, ach, ich wei\u00df nicht, was ich alles probiert habe. Dann habe ich festgestellt, dass Lola am liebsten gefressen hat, wenn der Entsafter lief, also habe ich beim Fressen den Entsafter angemacht. Waren wir im Urlaub, habe ich eigentlich immer nur wissen wollen, ob der zuhause verbliebene Hund auch wirklich frisst. Man muss erw\u00e4hnen, dass wenn Lola gefressen hat, das Mengen waren, die eines Sch\u00e4ferhundes w\u00fcrdig gewesen w\u00e4ren. Allerdings nur solange, bis ich das pr\u00e4ferierte Futter palettenweise bestellt hatte.<\/p>\n<p>Zum Ende ihrer Jahre kristallisierte sich eine interessante Eigenart bei Lola heraus und zwar ist sie jedesmal, wenn meine Mama zu mir kam, entz\u00fcckt zu ihrem Napf gesaust und hat ihn in Windeseile leer gefressen. Meine Mutter musste damit leben lernen, dass sie von unserem Hund als nat\u00fcrlicher Fressfeind betrachtet wurde. Ich habe sie daf\u00fcr umso lieber gemocht. Letztendlich ist die Nahrungsaufnahme ein sehr wirkungsvolles Steuerungselement, mit dem man Menschen, die einen lieben, beherrschen kann. Bewusst oder unbewusst. Damit sollte man sehr achtsam umgehen. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich hatte einmal einen wunderbaren Hund. Als sie zu uns kam, war sie ein kleines Dingelchen mit dem Kampfgewicht eines Hamsters, wie eine Freundin behauptete. Und vom allerersten Tag an hat sie erkannt, wie man mich domestiziert. 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