{"id":1792,"date":"2015-04-28T11:29:21","date_gmt":"2015-04-28T11:29:21","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1792"},"modified":"2015-04-29T05:09:23","modified_gmt":"2015-04-29T05:09:23","slug":"ein-trend-ha","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1792","title":{"rendered":"Ein Trend? Ha!"},"content":{"rendered":"<p>Was schickt mir heute Morgen eine treue und aufmerksame Leserin dieses Blogs? Einen Artikel \u00fcber Vizeat. Die unmittelbare Antwort auf mein Pamphlet. Essen bei &#8217;normalen&#8216; Menschen daheim. In Paris zum Beispiel. Um einander kennenzulernen, etwas \u00fcber die Kultur und das Essen der Gastgeber zu erfahren. Sch\u00f6ne Sache. Meiner Meinung nach eher aus der Not eine Tugend gemacht. Vielleicht sch\u00e4men sich die Pariser ja auch f\u00fcr ihre Restaurants? F\u00fcr die Kellner mit ihrer uns\u00e4glichen Attitude wohl nicht, denn die wird ja sogar von Muttersprachlern toleriert, die man nicht mit staccatoartigem &#8218;Pardon?!&#8216; nielerb\u00fcgeln kann.<\/p>\n<p>Dass Bedienungen, die den ganzen Tag dazu verdonnert sind, Menschen zu bedienen, auch Menschen, die nicht immer freundlich oder wenigstens h\u00f6flich sind, auch ein Ventil brauchen, ist v\u00f6llig verst\u00e4ndlich. Sch\u00f6ner w\u00e4re es jedoch, wenn sie einfach professionell w\u00e4ren. Und zu ihrer Profession z\u00e4hlt nun mal, den Gast willkommen zu hei\u00dfen und ihm eine gastliche Atmosph\u00e4re zu vermitteln. Aber vielleicht geht es ihnen auch darum, \u00dcberlegenheit zu demonstrieren. Dass das der Fall sein kann, wei\u00df jeder, der schon einmal in einem Gesch\u00e4ft abgesnobt worden ist oder zum ersten Mal eine Haushaltshilfe empfangen hat. Die Dame, die einst bei mir war,\u00a0ist in der Tat kurz nachdem sie sich die Schuhe ausgezogen hat, auf meine K\u00fcchenanrichte gehoppelt und hat emsig meine H\u00e4ngeschr\u00e4nke von oben ges\u00e4ubert. Es handelt sich um eine freie Fl\u00e4che von ca. f\u00fcnfundzwanzig Zentimetern H\u00f6he bis zur Decke und ich kann stolz sagen, dass ich sie ein paar Monate vorher nach vielen, vielen Jahren mit dem gro\u00dfartigen Fettl\u00f6serspray von der Metro gewienert hatte. Hm. Da war nichts zu holen.<\/p>\n<p>Warum tut jemand so etwas in einer Wohnung, die gen\u00fcgend andere Bet\u00e4tigungsfelder bietet? Um einen einzusch\u00fcchtern, weil das normalerweise eben gerade die Ecken sind, die ein klein wenig untergehen in der Putzroutine (falls\u00a0man eine solche \u00fcberhaupt hat)? So wird es dann wohl auch bei den Kellnern oder Verk\u00e4uferinnen sein. Ich habe inzwischen von den Parisern gelernt und bin f\u00fcrchterlich h\u00f6flich\u00a0und bleibe es auch bei den schneidigsten Kommentaren, also meistens zumindest. W\u00e4hrend ich das schreibe, stehen \u00fcbrigens zwei Damen in der Wohnung gegen\u00fcber an ge\u00f6ffneten Fensterfl\u00fcgeln und putzen &#8211; wie auch\u00a0bereits bei str\u00f6mendem Regen\u00a0am Sonntag &#8211; \u00fcber die kleine Reling vor dem franz\u00f6sischen Balkon. Eine hat jetzt der anderen etwas gezeigt und vielleicht ist sie\u00a0die\u00a0neue Haushaltshilfe, die ihre neue Arbeitgeberin ein wenig stutzen m\u00f6chte. Ratlos schauen sie derweil immer wieder zu mir und meinem Laptop und fragen sich, ob vielleicht auch ich eine solche Haushaltshilfe bin, die es ganz besonders schlau angestellt hat?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was schickt mir heute Morgen eine treue und aufmerksame Leserin dieses Blogs? Einen Artikel \u00fcber Vizeat. 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