{"id":1790,"date":"2015-04-27T13:20:31","date_gmt":"2015-04-27T13:20:31","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1790"},"modified":"2015-04-27T13:20:31","modified_gmt":"2015-04-27T13:20:31","slug":"haute-cuisine-haute-couture-ein-pamphlet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1790","title":{"rendered":"Haute cuisine, haute couture &#8211; ein Pamphlet"},"content":{"rendered":"<p>Wo wir grade so sch\u00f6n dabei sind, k\u00f6nnen wir auch gleich mal \u00fcber die franz\u00f6sische K\u00fcche parlieren. Also. Hierzulande bildet man sich unendlich viel darauf ein. Auf das Ohl\u00e0l\u00e0 und das Chichi und was wei\u00df ich nicht alles. Tatsache ist: Egal wo, egal wann und vor allem: egal zu welchem Preis &#8211; es ist hier kein gutes Essen zu bekommen. Vielleicht mal etwas Okayes in einem Bistro, aber nur, wenn es wochenlang gekochter Eintopf ist. Liegt das an den kleinen K\u00fcchen und dass Vieles vorgefertigt und aufgew\u00e4rmt ist? Oder an der Erwartungshaltung der Franzosen? Man kann nur mutma\u00dfen. Aber jeder, der auch nur einmal einen Teller dampfende Pasta mit der schlichtesten aller Tomatenso\u00dfen vor sich hatte, kann sich nur ratlos fragen: Woher kommt all die Begeisterung?? Woher der Ruhm?\u00a0\u00a0Au\u00dfer Fleisch mit Beilage ist nicht viel. Oder ein paar k\u00fchle gr\u00fcne Bohnen adrett \u00fcbereinander geschlichtet &#8211; neben einem St\u00fcck Fleisch. Gut, die Eint\u00f6pfe wie Coq au vin oder \u00a0Boeuf bourguignon sind l e g e n d \u00e4 r. Oder Quiche Lorraine. Meinetwegen auch Ratatouille. Aber davon abzuleiten, man sei die weltf\u00fchrende Essnation? Welch freche Anma\u00dfung! Davon abgesehen gibt es die obigen Gerichte\u00a0fast nirgends.<\/p>\n<p>Das\u00a0Standardgericht in Paris ist immer noch das &#8218;Steak frites&#8216;. Die graduellen Unterschiede zwischen Restaurants kann man dann immerhin noch an der Sauce B\u00e9arnaise erkennen. Mein Mann hat sich angesichts dieser Zust\u00e4nde zu einem Experten in Sachen Tatar und Burger entwickelt. Ich kann inzwischen recht viel \u00fcber Omelettes sagen. Was allerdings wirklich gut ist, sind die Fritten, aber darf man Reiseexperten glauben, gibt es die noch viel unvergleichlich besser in Belgien. Was also soll es sein, das die \u00dcberzeugung der Franzosen n\u00e4hrt, nicht nur die sch\u00f6nsten Frauen, sondern auch noch die beste K\u00fcche zu haben? Der Schokoladenkuchen mit dem fl\u00fcssigen Kern? Gibt es in jeder Provinzstadt. Ah, jetzt wei\u00df ich es: die Desserts. Ja, hier wird aufgetrumpft. Die Macarons sind in der Tat wahnsinnig gut und auch die kleinen Torten und Creme Brul\u00e9es. K\u00e4se und Baguette sind auch nicht \u00fcbel. Allerdings muss man Baguette zwei Mal am Tag kaufen, will man es sowohl morgens als auch abends kauen k\u00f6nnen. \u00dcber die Franz\u00f6sinnen m\u00f6chte ich nun nichts sagen, das k\u00f6nnte allzu leicht stutenbissig wirken und wer selten gewaschene\u00a0Haare und ebensolche Schuhe mag, kommt hier sicherlich auf seine Kosten.<\/p>\n<p>Ach, werden Sie sagen, das arme Ding muss halt mal in ein ordentliches Restaurant gehen und was Anst\u00e4ndiges essen. Haben wir schon auch gedacht. Aber mal im Ernst: ebenso wenig wie sich der Chic der Pariserin auf der Stra\u00dfe erschlie\u00dft, erschlie\u00dft sich die G\u00fcte der franz\u00f6sischen K\u00fcche im Alltagsleben. Und das finde ich, sollte sie. Denn wenn ein Land, bzw. eine Stadt sich so in die Brust wirft damit, sollten diese Eigenschaften doch auch au\u00dferhalb von Couturiers und Gourmettempeln erkennbar sein. N&#8217;est-ce pas??? Ver\u00e4rgerte und hungrige Gr\u00fc\u00dfe aus Paris.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wo wir grade so sch\u00f6n dabei sind, k\u00f6nnen wir auch gleich mal \u00fcber die franz\u00f6sische K\u00fcche parlieren. Also. Hierzulande bildet man sich unendlich viel darauf ein. Auf das Ohl\u00e0l\u00e0 und das Chichi und was wei\u00df ich nicht alles. Tatsache ist: Egal wo, egal wann und vor allem: egal zu welchem Preis &#8211; es ist hier [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":1788,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[49,9,4],"tags":[],"class_list":["post-1790","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-kochen-und-essen","category-pamphlet","category-paris"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1790","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=1790"}],"version-history":[{"count":1,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1790\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1791,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/1790\/revisions\/1791"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/1788"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=1790"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=1790"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=1790"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}