{"id":1779,"date":"2015-04-26T20:24:00","date_gmt":"2015-04-26T20:24:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1779"},"modified":"2015-04-26T20:42:39","modified_gmt":"2015-04-26T20:42:39","slug":"zeitgenoessische-kunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1779","title":{"rendered":"Zeitgen\u00f6ssische Kunst"},"content":{"rendered":"<p>Paris ist die Stadt der Kunst und Kultur. Zumindest wenn man nach den Fragen und Bemerkungen all derer geht, denen man erz\u00e4hlt, dass man dort lebt. Ach, Mensch toll! Hast Du schon die hmhmhm-Ausstellung gesehen? Und warst Du schon bei blablabla? Neihein, war ich nihicht. Betr\u00fcblicherweise interessieren mich die meisten Ausstellungen weder daheim noch in der Ferne.\u00a0Diesen Makel versuche ich mit Aufgeschlossenheit gegen\u00fcber zeitgen\u00f6ssischer Kultur wieder wett zu machen. Zum Beispiel heute auf den Champs-\u00c9lys\u00e9es. Es war ein recht typischer Pariser Tag. Freundlich mausgrauer Himmel, immer mal wieder ein paar Tropfen Regen und man tat gut daran, eine leichte Daune griffbereit zu haben.<\/p>\n<p>Nach meinem Schock gestern im Lafayette Gourmet mit all seinen umherwuselnden Menschen und Touristen und dann noch auf der Suche nach Currypaste und Hummerfond (gefunden, nicht gefunden, wieso auch sollte es in Paris Hummerfond geben, es reicht ja, wenn der Edeka\u00a0in Neus\u00e4\u00df sowas f\u00fchrt), stand mir und meinem einf\u00fchlsamen Mann der Sinn heute eher nach etwas Kontemplativen und so haben wir unseren Sonntagsspaziergang zun\u00e4chst in den Tuilerien begonnen. Nun waren die Distanzen dort f\u00fcr lustwandelnde K\u00f6nige und Courtisanen in Seidensch\u00fchchen sicherlich\u00a0ausreichend, f\u00fcr Menschen in Turnschuhen mit Schrittz\u00e4hler-App jedoch nachgerade l\u00e4cherlich kurz. Im Kreis laufen deprimiert mich und am Anfang der Champs-\u00c9lys\u00e9es ist auch noch eine Allee. Gesagt, getan. Und einmal im Laufen, ach wie herrlich war das.<\/p>\n<p>Wie es der Zufall wollte, standen wir auf einmal gegen\u00fcber von Louis Vuitton und weil normalerweise lange Schlangen davor sind, heute nicht, habe ich meinem Mann dieses historische Meisterwerk zeitgen\u00f6ssischer Kunst und Kultur gezeigt. Wenn man es ein wenig schlau anstellt, kann man einen perfekten Rundgang machen. Man muss dazu nur ganz durchgehen, die l\u00e4ngste Rolltreppe, die ich kenne, hinauffahren und ab da immer rechts herum, der Nase nach. Exponate &#8211; und auch noch teure &#8211; gibt es zuhauf. Durchaus inspiriert haben wir den Heimweg angetreten und sind an einem der pomp\u00f6sesten H\u00e4user der Stra\u00dfe vorbei gekommen. Schwarz-goldenes Tor, T\u00fcrsteher, gekiester Weg, Buchsb\u00e4ume, kleine Fackeln bis hin zu einer gigantischen Villa mit schwarz-wei\u00dfem Marmorboden. Wieder Gold, Schwarz und schneewei\u00dfe W\u00e4nde. Was kann das sein? \u00a0Aber nat\u00fcrlich: Abercrombie &amp; Fitch. Wartet man an allen anderen Tagen au\u00dfer heute \u00fcber eine Stunde auf den Eintritt, konnten wir einfach hinein schlendern und weil ich noch niemals in einem solchen Gesch\u00e4ft war, haben wir das auch getan. Eines vorweg: ob die Wandbemalungen auch in Deutschland zul\u00e4ssig w\u00e4ren, wage ich zu bezweifeln und wenn ich als unpolitischer Mensch das sage, will das was hei\u00dfen. Sagen wir mal so, alles erinnert an junge, durchtrainierte, hellhaarige M\u00e4nner, die recht siegessicher durchs Leben gehen. Und wie einst das Le Bon March\u00e9 als &#8218;Paradies der Damen&#8216; eine Attraktion war, ist es dieses Gesch\u00e4ft wohl heute. Ich jedenfalls war beeindruckt.<\/p>\n<p>Um die Runde voll zu machen, haben wir am Abend noch einen Schlenker ums Haus gemacht und sind an Colette vorbei gekommen. Dort sind seit ein paar Wochen Absperrb\u00e4nder mit goldenen P\u00f6llern aufgebaut, innerhalb derer sich die Besucher um den H\u00e4userblock winden, \u00e4hnlich wie vor dem Louvre. Drinnen wird mindestens zwei Mal die Woche umdekoriert und selbst ein Turnschuh pr\u00e4sentiert sich wie ein Oeuvre d&#8217;Art. Meine (die, die meiner \u00e4lteren Freundin am Freitag so gut gefallen hatten), gab es da \u00fcbrigens auch schon, aber erst nachdem ich sie schon l\u00e4ngst hatte. Ha! Sie sehen, ich bin meiner Zeit weit voraus und tr\u00f6dle nicht in der Vergangenheit herum.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Paris ist die Stadt der Kunst und Kultur. Zumindest wenn man nach den Fragen und Bemerkungen all derer geht, denen man erz\u00e4hlt, dass man dort lebt. Ach, Mensch toll! Hast Du schon die hmhmhm-Ausstellung gesehen? Und warst Du schon bei blablabla? Neihein, war ich nihicht. 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