{"id":1684,"date":"2015-04-02T17:14:05","date_gmt":"2015-04-02T17:14:05","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1684"},"modified":"2015-04-02T17:38:10","modified_gmt":"2015-04-02T17:38:10","slug":"ai-weiwei-auweia","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1684","title":{"rendered":"Ai Weiwei &#8211; Auweia"},"content":{"rendered":"<p>In Mantua, im wundersch\u00f6nen Palazzo T\u00e8, ist zur Zeit eine Ausstellung des chinesischen Marketinggenies Ai WeiWei. In den R\u00e4umen, unter anderem der\u00a0Sala dei Giganti, die vor Illusionen, Farbe und Genie nur so spr\u00fcht, liegen zusammenhang- und sinnlos abstrakte Objekte. Ein, zwei Zimmer weiter trifft man dann noch auf\u00a0eine Installation des K\u00fcnstlers.\u00a0Er sitzt in Nikes an einem Schreibtisch mit Kaktus, vor sich ein Laptop und neben ihm durch das Fenster geht ein Gewitter mit Donner und Blitz hernieder Konnte man im Saal der Giganten einfach sein Auge in die H\u00f6he schweifen lassen &#8211; f\u00fcr Tage, denn es g\u00e4be immer Neues zu entdecken &#8211; soll\u00a0man hier vom K\u00fcnstler dazu angehalten werden, sich in seinen wirren Gedankengang hineinzuversetzen und zu \u00fcberlegen, welches Genie ihn bewog, solches zu erschaffen. Welche Gedanken? Welche Traumata? Er hat sicherlich gen\u00fcgend, aber welches Spezielle war Grund, so etwas zu gestalten? Hat das wirklich noch etwas mit dem Babynahrunsskandal oder menschlicher Ausbeutung in China zu tun? Bringt das irgendjemanden weiter? Macht es Freude?<\/p>\n<p>Vermutlich kann nur eine so ausgeglichene und friedliche Kleinstadt wie Mantua Solches in ein Lustschloss integrieren. Hier, wo Hunde und Fahrr\u00e4der den Alltag zu bestimmen scheinen, wo Mandelkuchen und Zabaglione zu jedem Tag geh\u00f6ren, wo eine halbe Stunde nach einem Markt, der die ganze Stadt durchzieht, alles wieder sauber und normal weiter geht, wo Menschen zu jeder Stunde viele, viele Schw\u00e4tzchen vor Gesch\u00e4ften halten, da macht es gar nichts aus, wenn einer mit seiner Kunst nicht das Ziel verfolgt, Sch\u00f6nes zu erschaffen, sondern andere in seinen Kopf zwingen m\u00f6chte. Soll er doch. St\u00f6rt keinen.<\/p>\n<p>Vor Jahren habe ich in M\u00fcnchen eine Ausstellung \u00fcber Konezptkunst erlebt\u00a0und kann sagen, es erschlie\u00dft sich mir nicht immer, vermutlich weil ich bockig bin. Es interessiert mich, was andere Menschen denken oder f\u00fchlen, ich teile mich auch gerne mit, ich m\u00f6chte aber nicht so viel Zeit meines eigenen Lebens damit verbringen, zu dechiffrieren, was ein anderer mir sagen m\u00f6chte. W\u00e4re besser, er w\u00fcrde es sagen. Mit zeitgen\u00f6ssischer Operninszenierung \u00a0komme ich inzwischen gut zurecht. Es ist ok f\u00fcr mich, dass keiner mehr Schuhe auf der B\u00fchne tr\u00e4gt, die Frauen entweder nackt oder im Nachthemd auftreten, was hier z\u00e4hlt, ist die Musik. Bei Konzeptkunst str\u00e4uben sich mir &#8211; \u00e4hnlich wie bei moderner Lyrik &#8211; s\u00e4mtliche Haare. \u00a0Ich wei\u00df, ich muss es nicht sehen und normalerweise halte ich mich auch dran. In diesem Fall war es gar nicht anders m\u00f6glich. Denn gerade WEIL sich vermutlich viele Menschen \u00e4hnlich wie ich verhalten w\u00fcrden, hat man den Ai Weiwei IN den Palazzo integriert. Hatte ich erw\u00e4hnt, dass ich auch nicht gerne etwas aufgezwungen bekomme?<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Mantua, im wundersch\u00f6nen Palazzo T\u00e8, ist zur Zeit eine Ausstellung des chinesischen Marketinggenies Ai WeiWei. 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