{"id":1655,"date":"2015-03-26T14:27:28","date_gmt":"2015-03-26T14:27:28","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1655"},"modified":"2015-03-26T14:27:28","modified_gmt":"2015-03-26T14:27:28","slug":"le-bebe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=1655","title":{"rendered":"Le B\u00e9b\u00e9"},"content":{"rendered":"<p>Aus gegebenem Anlass, jedoch keineswegs berufenem Munde m\u00f6chte ich heute \u00fcber franz\u00f6sische Babys schreiben. Der Anlass ist, nat\u00fcrlich, ein franz\u00f6sisches Baby. Es ist das Baby eines lieben Kollegen meines Mannes und heute sechs Tage alt. Der Vater, ein Amerikaner, war beim Mittagessen ein wenig verst\u00f6rt als er uns von all den Ratschl\u00e4gen, die auf ihn einprasseln, berichtet hat. Wir waren das dann\u00a0auch. Allerdings M\u00dcSSEN die Franzosen Einiges anders machen als die Deutschen oder Amerikaner, denn hier kann man auch mit vier Kindern unter sechs Jahren in ein Kaufhaus oder einen Supermarkt gehen, ohne in Handschellen oder Zwangsjacke heraus zu kommen. Und auch im Restaurant sitzt man so manches Mal erstaunt neben einer Familie mit kleinen Kindern und kann sich dennoch unterhalten. Das kennen wir so nicht von unseren deutschen Freunden. Da sind wir meist sehr froh, wenn wir unser eigenes Wort verstehen.<\/p>\n<p>Dieser Jungvater hat uns jedenfalls etwas perplex in einige ultimative Dos und Donts\u00a0seiner franz\u00f6sischen Schwiegermutter und der Femmes sages, der weisen Frauen oder Hebammen, wie wir sagen w\u00fcrden, eingeweiht. Ich teile sie gerne:<br \/>\nNiemals und auf \u00fcberhaupt gar keinen Fall einen Schnuller geben<br \/>\nNicht im Arm schlafen lassen, B\u00e9b\u00e9 muss selbst\u00e4ndig sein<br \/>\nWachr\u00fctteln zum F\u00fcttern<br \/>\nAlarmiert durch derartige Rohheiten, habe ich mich sofort kundig gemacht und muss sagen: ganz so verkehrt scheint es mir nicht, was da gesagt wird. Bei genauerer Recherche bin ich auf ein Buch gesto\u00dfen, das von einer perplexen Amerikanerin in Paris verfasst worden ist. Darin beschriebt sie, dass die Franzosen instinktiv das Prinzip von &#8218;La Pause&#8216; zur Erziehungsmaxime erheben.<\/p>\n<p>La Pause bedeutet nicht mehr und nicht weniger, als nicht sofort zu springen, wenn das B\u00e9b\u00e9 quengelt, sei es nachts oder tags, einfach mal ein bisschen warten lassen. Dadurch w\u00fcrde die Frustrationstoleranz erh\u00f6ht und B\u00e9b\u00e9 h\u00e4tte es auch sp\u00e4ter im Leben leichter, denn leider, leider wird es im schlechtesten Fall mal an einer Supermarktkasse warten m\u00fcssen und da ist es hier wie dort nicht gerne gesehen, wenn man mit Geiselnahme oder \u00c4hnlichem droht, blo\u00df weil es nicht voran geht. Sehe ich mich in Deutschland um, muss ich feststellen, dass die Kinder, die ich kenne, durchaus nicht viel gl\u00fccklicher sind, wenn ihre M\u00fctter sich voll und ganz auf sie und ihre Launen konzentrieren. M\u00fctter, die fulltime arbeiten, haben nicht die M\u00f6glichkeit, jedes Quieken gleich zu ergr\u00fcnden und das B\u00e9b\u00e9 lernt automatisch, dass man auch mal warten muss und die Welt davon nicht untergeht. Eigentlich sehr einleuchtend. Vor allem, wenn man ein Kassensystem wie der Supermarkt Monoprix hat. Als gute Deutsche h\u00e4tte ich dort gestern und heute um ein Haar mit Zucchinis um mich geworfen. Meine Frustrationstoleranz ist eindeutig noch deutsch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Aus gegebenem Anlass, jedoch keineswegs berufenem Munde m\u00f6chte ich heute \u00fcber franz\u00f6sische Babys schreiben. Der Anlass ist, nat\u00fcrlich, ein franz\u00f6sisches Baby. Es ist das Baby eines lieben Kollegen meines Mannes und heute sechs Tage alt. 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