{"id":158,"date":"2014-05-12T08:46:03","date_gmt":"2014-05-12T08:46:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=158"},"modified":"2014-05-12T08:46:03","modified_gmt":"2014-05-12T08:46:03","slug":"bebi-auf-der-rechten-spur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gedankenausdemausland.de\/?p=158","title":{"rendered":"Bebi auf der rechten Spur"},"content":{"rendered":"<p>Manche Entwicklungen vollziehen sich schleichend und sozusagen auf der rechten Spur. So auch die K\u00fcchentalente von unserem Spatzi, dem Bebi eben. In den ersten Wochen, in denen wir ihn als zun\u00e4chst etwas mysteri\u00f6sen Lebensgef\u00e4hrten meiner Mama kennen lernen durften, hat er die engere und dann auch weitere Familie mit Neuerungen wie Obstsalat und kleinen Bananen aufgeschreckt. Meine Familie war bis dahin keine obstessende. Wir hatten immer viel zu viel Respekt vor den Leidenschaften unserer Pferde f\u00fcr \u00c4pfel, als dass wir sie selbst gegessen h\u00e4tten. Ich kann mich erinnern &#8211; und daran sieht man, wie oft ich als Jugendliche und auch danach Obst gegessen habe &#8211; dass ich meine Mutter scheu gefragt habe, ob ich einen Apfel aus der Schale essen k\u00f6nnte, oder ob die f\u00fcr die Pferde seien. Karotten gab es bei uns im Zentnersack. Aber eben auch nicht f\u00fcr uns. So weit, so gut.<\/p>\n<p>Bebi st\u00fcrmte also heran mit vielen furchteinfl\u00f6\u00dfenden Ideen. Jede Woche kam eine neue hinzu. Immer treu und auf Gesetzesniveau weitergegeben von meiner Mutter. Kein Wunder, er kommt viel herum, ist kontaktfreudig und neugierig und daher erz\u00e4hlen ihm auch viele Menschen, was sie gerade f\u00fcr eine Kur machen, was ihnen bei Rheuma hilft oder wie sie vierzig Kilo in zwei Tagen abgenommen haben. Das alles prasselte nun auf uns Weintrinker, Fleischesser und Pastaverschlinger ein und wir f\u00fchlten uns zunehmend unbehaglich. Dass er immer mal wieder den Namen vom &#8222;Alfred&#8220;, der in seinem Restaurant gegessen hat, eingeworfen hat, verlieh seinen Worten nat\u00fcrlich noch mehr Gewicht. Und als sich durch regelm\u00e4\u00dfigen morgendlichen Obstsalat meine Arthroseschmerzen eingestellt haben, war auch ich ein Bebi-Huldiger.<\/p>\n<p>Bl\u00f6d nur, dass dieser inzwischen mit allen m\u00f6glichen Ausfl\u00fcchten reagiert, m\u00f6chte man ihn an den Fr\u00fcchten seiner Ern\u00e4hrungslehre teilhaben lassen. Er mag keinen Obstsalat mehr und weist man ihn darauf hin, dass es doch urspr\u00fcnglich sein Impuls war, beginnt er sich unbehaglich zu winden und sagt, ich wei\u00df, ich wei\u00df, aber muss man denn immer alles so exzessiv machen? Hier prallen zwei Welten aufeinander: meine tr\u00e4ge, aber recht konsequente Familie und der freudig-offene Bebi, der an allem Neuen Spa\u00df hat, zumindest daran, dar\u00fcber zu sprechen.<\/p>\n<p>Offenbar hat er sich aber genauso viel von uns abgeschaut, wie wir von ihm: inzwischen ist der Bebi, der immerhin einen zweit\u00e4gigen Gastronomiekurs vorweisen kann (mehr als einer von uns), still und heimlich in die Gourmetecke vorgedrungen. Kein Wochenendtag vergeht, an dem ich nicht mit entz\u00fcckten Schilderungen der kulinarischen Erzeugnisse aus seiner Hand versorgt werde. Bebi hat sich zum Geheimtipp f\u00fcr Salate, Risottos und Pasta entwickelt und gilt als &#8222;man with a mission&#8220; in K\u00fcche und Haushalt. Im Moment steht er ganz auf Gem\u00fcse. Hoffentlich mag er es auch noch, wenn wir uns dran gew\u00f6hnt haben!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Manche Entwicklungen vollziehen sich schleichend und sozusagen auf der rechten Spur. 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